Glossar

HEIA-Typen: Matratzen nach Körperbau auswählen

Illustration: Die vier HEIA-Typen der Stiftung Warentest je einmal als Mann und Frau dargestellt.

Um die Suche nach einer geeigneten Matratze zu erleichtern, hat die Stiftung Warentest die HEIA-Typen für Matratzentests eingeführt. Auch wenn jeder Mensch unterschiedlich gebaut ist, sollen sich alle einem HEIA-Typ oder zumindest einer Mischform aus zwei HEIA-Typen zuordnen lassen. Seit 2012 testet die Stiftung Warentest Matratzen auf die vier HEIA-Typen. Dadurch können Verbraucher dem Test entnehmen, welche Matratzen für welchen Körpertyp in welcher Schlafposition geeignet sind. Denn längst nicht jede Matratze ist für jeden geeignet. Doch: Ausnahmen bestätigen die Regel.

Ab in die Heia?

Foto: Eine Frau hält ein Baby auf dem Arm und bringt es in die Heia; ein Begriff für das Bett aus der Kindersprache.Die Heia ist eigentlich ein umgangssprachlicher Begriff für das Bett beziehungsweise das Schlafen an sich. Wer im deutschsprachigen Raum aufgewachsen ist, dürfte schon mal mit den Redewendungen „ab in die Heia“ oder „Heia machen“ konfrontiert worden sein. Woher der Begriff Heia stammt, lässt sich nicht eindeutig klären. Hierzulande hat sich „in die Heia gehen“ jedenfalls vor allem im Umgang mit Kindern eingebürgert. Davon hat sich vermutlich auch die Stiftung Warentest bei der Erstellung der HEIA-Typologie inspirieren lassen.

HEIA: jeder Buchstabe ein Körpertyp

Ist das Wort HEIA durchgehend großgeschrieben, handelt es sich mit großer Wahrscheinlichkeit um die HEIA-Typen der Stiftung Warentest. Jeder Buchstabe für sich symbolisiert einen Körpertyp, dessen Körperbau dem entsprechenden Buchstaben ähnelt.

H-Typ: Schrank

Illustration: Der große und breite H-Typ aus der HEIA-Typologie je einmal als Mann und Frau dargestellt.Der H-Typ ist vorwiegend männlich und ähnelt mit seiner schrankförmigen Statur einem großen H. Er ist also sowohl groß als auch breit, hat aber – im Vergleich zum restlichen Körperbau – eine schmale Hüfte. Der Bauch des H-Typs ist in der Regel umfangreicher als das Gesäß. In der Rückenlage liegt sein Körperschwerpunkt oft im Bauchbereich, bei muskulösen H-Typen kann sich der Schwerpunkt auch auf den Rumpf verlagern. H-Typen haben deshalb häufig mit einem durchhängenden Becken beziehungsweise einem durchhängenden Rumpf zu kämpfen. Hängt das Becken durch, spricht man vom Hängematteneffekt. Hängt der Rumpf durch, spricht man vom Schulterklappeffekt. Beides sollte im Sinne des ergonomischen Liegens vermieden werden. In der Seitenlage benötigen H-Typen eine Matratze, die im Schulterbereich ausreichend nachgibt und den Rest des Körpers gut stützt.

E-Typ: groß

Illustration: Der große und schlanke E-Typ aus der HEIA-Typologie je einmal als Mann und Frau dargestellt.Der E-Typ ist ebenfalls groß, hat breite Schultern, eine schmale Hüfte und ist schwer. Allerdings sind Bauch, Gesäß und Schulterpartie nicht übermäßig ausgeprägt, weshalb sich das Körpergewicht meistens gleichmäßiger verteilt, als es beim H-Typ der Fall ist. Muskulöse E-Typen können es trotzdem mit dem Schulterklappeffekt zu tun bekommen, weil auch ihr Rumpf in Rückenlage zum Körperschwerpunkt werden kann. Die ideale Matratze für den E-Typ muss gut mit dem insgesamt hohen Körpergewicht umgehen können. E-Typen, die auf der Seite schlafen, sollten zudem darauf achten, dass die breiten Schultern tief genug einsinken können.

I-Typ: schlank

Illustration: Der kleine bis mittelgroße und schlanke I-Typ aus der HEIA-Typologie je einmal als Mann und Frau dargestellt.Der I-Typ ist schlank wie der namensgebende Buchstabe. Schultern und Hüfte sind ähnlich breit, Bauch und Gesäß wenig ausgeprägt. Das Körpergewicht verteilt sich beim I-Typ noch besser als beim E-Typ – einen bestimmten Körperschwerpunkt gibt es nicht. Für den I-Typ ist es darum wichtig, dass die Matratze trotz des oft geringen Körpergewichts für Entlastung sorgt. Mit dem Härtegrad der Matratze hat das aber nichts zu tun: Ganz unabhängig von der individuell sehr unterschiedlich empfundenen Liegehärte, sollte sich eine gute Matratze an die Körperform des Schläfers anpassen – auch wenn dieser nicht sehr schwer ist.

A-Typ: kurvig

Illustration: Der kleine bis mittelgroße und kurvige A-Typ aus der HEIA-Typologie je einmal als Mann und Frau dargestellt.Den A-Typ findet man unter Frauen häufiger als unter Männern. Wie der Buchstabe A beginnt der Körper mit relativ schmalen Schultern und wird nach unten, zum Becken hin, breiter. Gesäß oder Bauch sind häufig ausgeprägt und die Oberschenkel kräftig. Der Körperschwerpunkt befindet sich im Beckenbereich. Allerdings neigt der A-Typ nicht wie der H-Typ zum Durchhängen: Wegen des geringen Körpergewichts und dem für gewöhnlich ausgeprägten Gesäß besteht eher die Gefahr, dass das Becken in Rückenlage nicht tief genug einsinkt und so ein Hohlkreuz entsteht. In Seitenlage sinkt das Becken als Körperschwerpunkt zumindest tiefer ein als die schmale Schulter, was schon eher eine ergonomische Liegeposition erlaubt. Grundsätzlich muss eine Matratze für den A-Typ trotz des geringen Körpergewichts ausreichend entlasten, ohne dass der Körperschwerpunkt durchhängt.

HEIA-Matratze finden

Illustration: Links liegt eine vollbekleidete Person, darunter steht „Probeliegen“; rechts liegt eine Person im Pyjama, darunter steht „Probeschlafen“.Die leichteren Typen finden auch leichter eine passende Matratze. In den Matratzentests der Stiftung Warentest ist die Trefferquote für den I-Typ und den A-Typ vergleichsweise hoch. Etwas komplizierter wird es für den großen E-Typ und den schrankförmigen H-Typ. Das hohe Körpergewicht stellt die meisten Matratzenhersteller vor eine Herausforderung. Gibt es dann auch noch einen bestimmten Körperschwerpunkt, sinkt die Trefferquote für die beiden großen Typen weiter nach unten. Die Empfehlungen der Stiftung Warentest können helfen, eine passende Vorauswahl zu treffen. Ob die Matratze aber wirklich zum eigenen Körpertyp passt, lässt sich erst durch ausgiebiges Probeschlafen endgültig bestätigen – nur Probeliegen reicht dafür nicht aus.

Einheitsmatratze: Was halten One-fits-all-Matratzen?

Viele neuere Matratzenhersteller konzentrieren sich auf Einheitsmatratzen, sogenannte One-fits-all-Matratzen. Die Idee dahinter: Eine Matratze soll alle Körpertypen in allen Schlafpositionen gut liegen lassen. Bedenkt man, wie kompliziert die Matratzenauswahl sein kein, erscheint dieses Konzept genial. Angesichts dieses verheißungsvollen Versprechens ist die Skepsis bei vielen groß. Wie die bisherigen Tests der Stiftung Warentest gezeigt haben, nicht ganz zu unrecht. Längst nicht jede One-fits-all-Matratze ist für jeden geeignet. Dass die Eine-für-alle-Matratze funktionieren kann, beweist die BODYGUARD® Anti-Kartell-Matratze von bett1.de. Auf ihr liegt jeder Körpertyp in Rücken- und Seitenlage gut – das hat auch Stiftung Warentest bestätigt („test“ 10/2018 – getestet: 90x200 cm, mittelfest).

Doppelbett: zwei Körpertypen, eine Matratze?

Illustration: Eine sehr schlanke Frau und ein untersetzter Mann stehen gemeinsam vor einem Doppelbett.Wenn zwei sehr unterschiedliche Körpertypen eine gemeinsame Matratze suchen, kann es kompliziert werden. Aus diesem Grund haben Matratzenverkäufer viele Jahre zu zwei verschiedenen Einzelmatratzen in einem Doppelbett geraten. Das aber hat den großen Nachteil, dass die Liegefläche unterbrochen wird. Der Punkt, an dem beide Matratzen aufeinandertreffen, wird Besucherritze genannt. Wer auf der Besucherritze liegt, wird das spüren – gemütlich ist das nicht. Abhilfe können eine sogenannte Liebesbrücke und ein Topper schaffen. Besser ist jedoch eine große Matratze, aus einem durchgehenden Matratzenkern. Gerade hier bietet sich eine Matratze an, auf der wirklich alle gut liegen.

 

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