Glossar

Latexmatratzen – Natur oder Synthetik?

Illustration: Zwei zur Kautschukgewinnung eingeritzte Bäume mit daran befestigten Auffangbehältern in einer Dschungelszenerie.

Latexmatratzen werden aus natürlichem oder synthetischem Kautschuk hergestellt. Natürlicher Latex ist der Milchsaft von Kautschukbäumen, in dem Kautschuk enthalten ist. Gebraucht werden die Begriffe Latex und Kautschuk teilweise synonym füreinander. Naturlatex wird hauptsächlich in Südostasien gewonnen, synthetischer Kautschuk auf Rohölbasis wird oft in Europa produziert.

Latex wird in einer Stahlform aufgeschäumt und anschließend vulkanisiert, also durch Hitze in eine feste Form gebracht. Kleine Hohlräume, die bei der Herstellung in den Kautschuk eingebracht werden, sorgen für eine Wärmeisolation und Belüftung des sonst luftundurchlässigen Materials.

Matratze aus Naturlatex vs. synthetische Latexmatratze

Foto: Der Kern einer Latexmatratze s-förmig in sich verschlungen.
Matratzen aus Naturlatex sollen den synthetischen Latexmatratzen in der Punktelastizität überlegen sein. Der Liegekomfort ist höher, da sich das natürliche Material besser an den Körper anpasst. Allerdings sind die wenigsten als Naturlatexmatratze deklarierten Modelle aus reinem Naturlatex. Oft wird synthetischer Kautschuk beigemischt. Wer auf Latex allergisch reagiert, sollte zu synthetischem Latex greifen oder ein anderes Material für den Matratzenkern wählen.

Illustration einer Latexmatratze: Der Kern hat die typischen Lochbohrungen zur Verbesserung der Atmungsaktivität von Latenxschaum. Daneben steht: 75 kg/m³ RaumgewichtSchwere Jungs – Härtegrad und Gewicht der Latexmatratzen

Latexmatratzen gibt es in den Härtegraden weich bis sehr fest (H2-H5). Das Raumgewicht der Matratzen aus Latex ist relativ hoch. Im Vergleich zu Kaltschaummatratzen wiegen sie teilweise mehr als doppelt so viel, oft über 20 kg.

Rücken- und Seitenschläfer – Wie liege ich auf der Latexmatratze?

Da Kautschuk elastisch ist, können sowohl Rücken- und Bauch- als auch Seitenschläfer eine gute Latexmatratze nutzen. Das Material gibt an den Stellen nach, an denen Schultern oder Becken die Matratze eindrücken. Latexmatratzen gelten als angenehm weich und gleichzeitig stabil. In diesen Eigenschaften ähneln sie der Gelmatratze.

Hausstaubmilben – Latex-Matratzen für Allergiker

Für Allergiker, besonders Menschen mit einer Hausstauballergie, bieten Latexmatratzen einen entscheidenden Vorteil: In den Matratzenkern können Staub, Schmutz und Milben nicht eindringen. Matratzenbezug und Bettwäsche bleiben jedoch auch bei einer Matratze aus Latex Angriffsstellen für die Allergieauslöser.

Pflege – Die Herausforderung Latexmatratze

Illustration: Ein bärtiger, alter, aber muskulöser Mann in einer Toga sitzt, die Beine angewinkelt auf dem Boden und hebt eine schwere Matratze aus Latex über sich.Die Pflege einer Latexmatratze ist gegenüber Matratzen aus Kaltschaum oder anderen Materialien aufwändig. Matratzen aus Latex sollten mehrere Male im Jahr gewendet und gelüftet werden, sonst droht ein Verlust der Elastizität durch einseitige Belastung. Ungeeignete oder qualitativ minderwertige Reinigungsmittel können Schäden an der Matratze verursachen. Sind einmal Risse entstanden, kann sich das negativ auf die Struktur der Latexmatratze auswirken. Die Pflege ist wegen des hohen Gewichts und der wabbeligen Konsistenz von Latex Matratzen umso schwieriger und bei größeren Modellen kaum alleine zu bewältigen. Wird die Latexmatratze richtig gepflegt, hat sie eine hohe Lebensdauer.

Lattenrost – Welcher eignet sich für Latexmatratzen?

Matratzen aus Latex sind dank ihrer Elastizität auch für verstellbare Lattenroste geeignet. Es sollte darauf geachtet werden, dass die Abstände zwischen den Latten gering sind. Sonst drückt sich die Latexmatratze mit ihrem hohen Eigengewicht in die Zwischenräume, statt auf dem Lattenrost aufzuliegen. Das kann sich nachteilig auf den Liegekomfort auswirken oder zu Schäden an der Matratze führen.

Latexmatratzen auf dem Prüfstand

Illustration: Ein Symbol mit Tropfen, die auf eine Oberfläche fallen und von der ein Pfeil abprallt, symbolisiert wasserfest.Im Vergleich zu anderen Matratzen, wie etwa Kaltschaum oder Federkernmatratzen, bietet eine Matratze aus Latex Menschen mit einer Hausstauballergie einen Vorteil. Matratzen aus Latex sind vergleichsweise teuer und haben ein hohes Gewicht, was die regelmäßig notwendige Pflege zusätzlich erschwert. Der massive Matratzenkern von Latexmatratzen beeinträchtigt die Atmungsfähigkeit und den Feuchttransport der Matratze. Diese Eigenschaften wirken sich nicht unbedingt positiv aufs Schlafklima aus. Allerdings ist das Material selbst wasserfest. Feuchtigkeit kann nicht eindringen, weshalb Latexmatratzen als sehr hygienisch gelten. Dieser Pluspunkt gilt jedoch nur, solange Sie sich auch wirklich an die umfangreicheren Pflegehinweise halten und das Material nicht brüchig ist. Der Kautschukkern weist einen recht starken Neugeruch auf, der aber, wie bei anderen Matratzenwerkstoffen, auch bei Matratzen aus Latex nach einiger Zeit verschwindet.

 

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