Ratgeber

Bettgitter – Rausfallschutz für Kinderbett und Elternbett

Foto: Eine Babyhand greift nach oben an die Stange eines Bettgitter aus Metall

Bettgitter sind das Must-have für einen stressfreien Alltag mit Baby und Kleinkind. Der jüngste Nachwuchs ist stets dabei, die Welt zu entdecken und kennenzulernen. Das ununterbrochene Lernen hält nicht nur tagsüber geistig und körperlich in Bewegung; nachts verarbeitet das Gehirn alle neuen Eindrücke, was zu einem besonders mobilen Schlafverhalten bei den Kleinen führt.

Wer kein Gitterbett hat, den Nachwuchs ab und an auch im Elternbett zum Schlafen bringen will oder generell das gemeinsame Familienbett bevorzugt, kann Bettgitter ganz einfach nachrüsten. Erfahren Sie, worauf Sie dabei achten sollten und welche Möglichkeiten es gibt, ein herkömmliches Bett zu einer sicheren Umgebung für Ihr Kind zu machen.

Sicherheit beim Bettgitter

Foto aus Vogelperspektive: Ein Baby in blauem Strampler aus dem ein stück Windel schaut, liegt auf einem Bett.

Die empfohlene Mindesthöhe von Rausfallschutz und Bettgitter jeglicher Art ist altersunabhängig. Ein Bettgitter sollte mindestens 16 cm über der Liegefläche enden. Bei mobileren Kindern oder Menschen mit Neigung zum Schlafwandeln ist die Intention zur Verwendung eines höheren Schutzmechanismus nachvollziehbar. Beachten Sie jedoch: Der Rausfallschutz soll hauptsächlich das versehentliche Rollen aus dem Bett im Schlaf verhindern. Er ist nicht dazu geeignet, Kinder im wachen Zustand unbeaufsichtigt im Bett zu schützen. Sobald eine gewisse Mobilität erreicht ist, Kinder sich etwa an Möbeln hochziehen, um Stehen und Laufen zu lernen oder bereits diese Fähigkeiten erworben haben, erhöht ein zum Klettern genutztes Bettgitter die Fallhöhe aus dem Bett. Bettgitter, die höher als ein stehendes Kleinkind sind, ähnlich wie bei einem Gitterbett, können dieses Risiko wiederum minimieren. Je nach Schlafgewohnheiten können ein zusätzliches Gitterbett oder ein Laufstall hier mehr Sicherheit bieten.

Ab welchem Alter Sie auf ein Bettgitter verzichten können, hängt davon ab, wann Ihr Kind die unbewusste Wahrnehmung von Raumbegrenzungen im Schlaf beherrscht. Bei einer niedrigen Betthöhe kann eine Polsterung vor dem Bett oder eine zweite Kindermatratze im ausgezogenen Bettkasten eine Übergangslösung oder sogar Lernhilfe darstellen.

Bettgitter einfach nachrüsten

Illustration: ein Kinderbett mit einem Bettgitter zum Stecken

Für einen ruhigen Schlaf ohne Sorge vor nächtlichen Unfällen können Bettschutzgitter ganz einfach an jedem Bett nachgerüstet werden. Ob Kinderbett oder Elternbett – die vielfältigen Systeme eignen sich für unterschiedliche Bedürfnisse. Das am weitesten verbreitete System ist das Bettgitter zum Stecken: Am unteren Ende der Gittervorrichtung befindet sich ein im 90°-Winkel nach hinten gebogenes Gestänge, das einfach unter die Matratze geschoben wird. So hält das Schutzgitter am Bett durch das Gewicht der Matratze und der schlafenden Personen. Dieser Rausfallschutz kann dank der einfachen Anbringung auch schnell von einem Bett zum anderen wechseln, wenn der Schlafplatz des Kindes sich ändert oder sogar in den Urlaub mitgenommen werden. Zwar halten die Gitter ohne Montage am Bett, müssen aber von Zeit zu Zeit wieder zurechtgeschoben werden. Zudem besteht die seltene Gefahr, dass wirklich mobile Schläfer sie über die Nacht herausschieben. Wer es besonders sicher mag, kann daher auf Bettschutzgitter zurückgreifen, die fest am Bettrahmen verschraubt werden müssen.

Sicherheitshinweis:

Messen Sie vor der Anschaffung eines Bettgitters zum Stecken die Höhe Ihrer Matratze und vor dem Kauf eines fest montierten Bettschutzgitters den Abstand zwischen Bettrahmen und Liegefläche der Matratze. Stellen Sie sicher, dass der Rausfallschutz insgesamt so hoch ist, dass er die Mindesthöhe von 16 cm ab Liegefläche nicht unterschreitet.

Bettgitter Kinder – das passende Material

Bettgitter gibt es mittlerweile in unterschiedlichsten Ausformungen für jeden Einrichtungsgeschmack. Bei den Materialien haben Sie die Wahl zwischen dem klassischen Rausfallschutz aus Holz oder Metallgittern. Einige Modelle sind mit Stoff überzogen und teilweise zusätzlich gepolstert. Textile Bettschutzgitter bieten jedoch den Nachteil, dass sie nicht einfach abwischbar sind. Ein nicht abnehmbarer Bezug kann gerade in Verwendung mit Kleinkindern schnell bleibend verschmutzen.

Sicherheitshinweis:

Achten Sie bei der Anschaffung eines Bettgitters unabhängig vom Material auf schadstoffgeprüfte Produkte. Nicht nur Textilien sollten von unabhängigen Instanzen, wie etwa Oeko-Tex®, getestet worden sein. Auch bei Naturmaterialien wie Holz oder festen Werkstoffen wie Metall können nicht für Säuglinge und Kleinkinder geeignete Lacke in der Herstellung zum Einsatz kommen. Gegenstände, die für den Gebrauch durch Kinder vorgesehen sind, sollten daher von seriösen Testinstituten geprüft und zertifiziert worden sein.

Netz oder Gitter fürs Bett?

Zwei Fotos: links: eine Babyhand an der Brüstung eines Bettgitters aus Holz; rechts: ein Kind hinter einem Netzgitter, dass die Hand ans Bettgitter hält.

Der Begriff Bettgitter lässt unmittelbar an Stäbe aus Holz oder Metall denken. Es gibt allerdings auch zahlreiche Modelle, bei denen ein Rahmen mit Netz bespannt ist. Bei einer genügend festen Spannung des Netzes steht die Netzvariante den Gitterstäben in Sachen Stabilität in nichts nach. Beide Versionen des Rausfallschutzes bewahren herumrollende Kinderkörper effektiv davor, aus dem Bett zu fallen. Ob ein Rausfallschutz also klassisch aus Stäben oder einem stabilen Netz besteht, ist eine Frage des Geschmacks und des Einrichtungsstils.

Sicherheitshinweis:

Wer sich für ein Bettgitter mit Stäben entscheidet, sollte darauf achten, dass die Abstände zwischen den Stäben zwischen 4,5 cm und 6,5 cm liegen. Bei engeren Abständen kann es zu Quetschungen an hindurchgesteckten Armen und Beinen kommen. Bei zu großen Abständen kann es vorkommen, dass der Kinderkopf hindurchpasst und steckenbleibt.

Zusatzfunktionen: klappbare Bettgitter und ausziehbarer Rausfallschutz

Foto: In einem großen Bett liegt ein lachendes Kleinkind. Es schaut durch ein klappbares Bettgitter, das mit Netz bespannt und unter der Matratze festgesteckt wurde, aus dem Bett

Einige Bettschutzgitter für Kinder bestechen durch charmante Zusatzfunktionen. So sind verschiedene Fabrikate mit einem Klappmechanismus versehen. Hier kann das Bettgitter mittels Scharnier für einen ungehinderten Zugang zum Bett am Tage herabgelassen werden. Andere Gitter lassen sich mittels Teleskoptechnik in der Länge verstellen und sind so für verschiedene Betttypen variabel einsetzbar. Bei beiden Varianten sollte der Mechanismus auf eine kindersichere Funktion getestet werden. Es dürfen beispielsweise keine zu großen Lücken zwischen den Teleskopstangen existieren, in die sich Kinderfinger einklemmen lassen. Ein klappbares Bettgitter ist sicher, wenn es über eine entsprechende Kindersicherung am Klappmechanismus verfügt und nur von Erwachsenen herunterzuklappen ist.

Welches Bettgitter für das Familienbett?

Da das Familienbett in der Regel größer ist als ein Kinderbett, benötigen Sie auch längere Bettgitter. Sie haben die Qual der Wahl: Gittern Sie Ihr Bett komplett ein oder vertrauen Sie auf einen mittig angebrachten Rausfallschutz. Rundum-Gitter für das komplette Familienbett sind in den gängigen Maßen von Doppelbetten erhältlich. Zum Ein- und Aussteigen können die Seiten abgeklappt oder ähnlich einer Jalousie heruntergelassen werden. Betten, die ein erhöhtes Kopfteil oder auch Fußteil besitzen und im Idealfall zusätzlich mit einer oder mehreren Seiten an einer Wand stehen, benötigen natürlich nur an den offenen Seiten einen Rausfallschutz. Hier sind einzelne Bettgitter den Rundum-Gittern preislich überlegen.

Illustration: ein Familienbett ohne Bettdecken, dass zu allen Seiten mit herunterklappbaren Netzgittern abgesichert ist. Am Kopfende sitzt ein Teddy zwischen zwei Kissen.

Entscheiden Sie sich für die gängigen Einzelgitter, ist die Maximallänge begrenzt. Die längsten erhältlichen Bettgitter liegen meist bei 155 cm. Am Kopf- und Fußende benötigen Sie daher im Idealfall zwei Gitter, zwischen denen der Abstand etwa 4,5–6,5 cm betragen sollte. Die Bettseiten können Sie wahlweise auch mit mehreren kurzen Gittern oder einem in Maximallänge absichern. Bei nur einem solchen durchgehenden Bettgitter an der Seite sollte dieses möglichst mittig platziert werden, um die Gefahr des Herausfallens zu mindern. Die Lücken in Kopf und Fußraum können in der Zeit, in der das Kind allein im Bett schläft mit Kopfkissen und Decken der Eltern zusätzlich gesichert werden. Sobald die Eltern sich dazulegen, ist es am sichersten, wenn das Kind in der Mitte und die Eltern am Bettrand schlafen.

Wie hoch muss ein Rausfallschutz sein?

Ein sicheres Bettgitter sollte mindestens 16 cm über die Liegefläche der Matratze gehen. Bei der Anschaffung eines Bettschutzgitters müssen Sie daher die Höhe der Matratze von der Gesamthöhe des Rausfallschutzes abziehen.

Wie lange braucht man ein Bettschutzgitter?

Eine konkrete Altersgrenze gibt es nicht. Die Nutzungsdauer eines Bettgitters hängt vom individuellen Schlafverhalten des Kindes ab. Einige Kinder schlafen bereits früher ruhig oder entwickeln schneller eine unbewusste Wahrnehmung für den Bettrand. Bei manchen Menschen oder in besonderen Situationen kann beides auch im Erwachsenenalter problematisch sein. Hier hilft oft bereits ein erhöhter Bettrahmen. Zusätzliche Schutzmaßnahmen sollten sich auch bei älteren Kindern oder Erwachsenen nach Bett- und Fallhöhe richten.

Welches Bettgitter für das Hochbett?

Bei einem Hochbett sollten Sie sich nicht allein auf Bettgitter verlassen. Schon gar nicht, um jüngere Kinder in einem Hochbett schlafen zu lassen. Generell ist ein Hochbett erst mit der Schulreife halbwegs sicher. Ein etwas höheres Bettgitter oder auch ein Betttunnel sowie die Vereinbarung mit dem Kind, dass auf dem Hochbett nicht getobt wird, bieten zusätzliche Sicherheit.

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