Ratgeber

Gitterbett oder Rausfallschutz zum Nachrüsten?

Foto: In einem Zimmer steht links ein Schaukelstuhl am Fenster. Rechts ein Gitterbett mit roter Matratze.

Bettgitter sichern das Kind und entlasten die Eltern. Mit einem sicheren Gitterbett können Sie beruhigt schlafen und auch tagsüber mal entspannen. Beim Rausfallschutz für Betten gibt es unterschiedliche Bedürfnisse und Sicherheitsaspekte zu beachten.

Kinderbett mit integriertem Rausfallschutz

Das Gitterbett ist die Variante des geschützten Bettes, an das angehende Eltern in der Schwangerschaft oft zuerst denken. Diese Babybetten haben eine Umrandung von Bettstäben, die das Kind vor dem nächtlichen Herausfallen schützen. Der Abstand der Stäbe ist dabei elementar und sollte mindestens 4,5 cm betragen, um gequetschte Gliedmaßen beim Hindurchstecken zu vermeiden. Der Maximalabstand sollte 6,5 cm nicht überschreiten, damit auch noch so kleine Köpfchen nicht eingeklemmt werden können.

Foto: Eine Kinderhand mit einem Schnuller darin fasst durch die Stäbe eines Gitterbetts.

Tipp:

So schön es aussieht und gerüchtehalber dem Kind notwendige Ruhe schenkt: Verzichten Sie auf Nestchen zur Abdeckung der Gitterstäbe. Hier besteht, wie bei sonstigem unnötigem Babybettinventar die Gefahr eines Atemrückstaus, Überwärmung und im schlimmsten Fall des plötzlichen Kindstods.

Die Frage nach den Maßen, also ob das Gitterbett 60x120 cm oder 70x140 cm groß sein soll, ist von den Platzverhältnissen im eigenen Schlafzimmer abhängig, da generell gilt: Das Kinderbett sollte in den ersten Monaten zur Sicherheit nicht in einem separaten Zimmer aufgestellt sein. Säuglinge orientieren sich an den Atemgeräuschen ihrer Eltern, sie animieren die eigene Atmung. Zudem entwickelt sich ein regelmäßiger Schlafrhythmus erst mit der Zeit. Sie profitieren durch den geteilten Schlafraum, indem Sie die eigenen nächtlichen Wege so kurz wie möglich halten. Neben verschiedenen Größen gibt es komfortable Ausstattungen, die ein Gitterbett für Eltern und Kinder angenehmer und länger nutzbar machen.

Gitterbett mit höhenverstellbarem Lattenrost

Foto: Ein Erwachsener beugt sich über ein Gitterbett und legt einen schlafenden Säugling hinein.

Da Kinder in der ersten Zeit selten bis gar nicht im eigenen Bett einschlafen, sondern schlafend hineingelegt werden müssen, ist ein höhenverstellbarer Bettboden von immensem Vorteil. So müssen Sie keine akrobatischen Manöver vollführen, um den winzigen Schläfer sicher (und weiterhin schlafend) über die Brüstung zu bugsieren. Mit zunehmender Mobilität der Kinder kann und sollte der Boden tiefer gestellt werden, um das Verletzungsrisiko durch Kletterversuche bei nächtlichem oder morgendlichem Erwachen zu senken.

Schlupfsprossen: Gitterbetten mit herausnehmbaren Stäben

Foto: Ein Kind steht im Gitterbett aus dem zwei Schlupfsprossen entfernt wurden.

Einige Bettgitter bieten die Möglichkeit, einige Stäbe zu entfernen. Gerade für Kinder, die bereits allein auf die Toilette gehen können, erleichtert es die Selbstständigkeit. Mit einer solchen Lücke besteht bei größeren Kindern auch nicht die Gefahr des Herausfallens. Dagegen können sie sich eigenständig herausbegeben, um etwa in den Morgenstunden zu spielen oder nachts zu den Eltern zu gelangen.

Beistellbetten: Gitterbetten mit absenkbarer Gitterwand

Foto: Ein Beistellbett direkt an der Matratze des Elternbettes. Darin schläft ein Kind.

Beistellbetten sind eigentlich keine Gitterbetten. Sie sehen zunächst wie Miniaturausgaben derselben aus. Beistellbetten gibt es in den Maßen 90x50 cm oder 90x55 cm. Neuere Modelle wurden in der Breite auch bereits für Zwillinge angepasst und bieten eine komfortable Liegefläche von 90x60 cm. Das Beistellbett kann direkt an das Bett der Eltern angeschlossen werden, so genießen alle Nähe und Platz auf der eigenen Liegefläche. Eine Gitterwand des Beistellbettes kann bei Bedarf heruntergelassen werden. Das erleichtert das Ins-Bett-Bringen und das eigenständige nächtliche Nähesuchen des Kindes.

Auch einige Beistellbetten haben die Option, sie durch Herabsenken des Lattenrostes später zu kleineren Gitterbetten umbauen zu lassen. Durch die geringe Größe sind Beistellbetten jedoch nur kurze Zeit nutzbar und sollten nach spätestens neun Monaten, abhängig von der Größe des Kindes, gegen eine größere Schlafstätte ausgetauscht werden.

Schutzgitter nachrüsten

Foto: Ein Bettgitter auf einem Flokati. Daneben steht ein geöffneter Werkzeugkasten. Einige Schrauben, Muttern und ein roter Schraubendreher liegen daneben am Boden.

Für Menschen, die mit ihrem Nachwuchs im Familienbett schlafen oder ein normales Kinderbett ohne ausreichend hohen Rausfallschutz besitzen, eignen sich zusätzliche Bettschutzgitter. Die Schutzgitter verfügen über unterschiedliche Montagemöglichkeiten, die funktionieren, ohne den Bettrahmen durch Bohrlöcher zu beschädigen. Eine Befestigungsmöglichkeit ist das Aufstecken auf dem Bettrahmen. Bei anderen Modellen werden einfach Gestänge unter die Matratze geschoben und halten durch das Lagerungsgewicht von Matratze und schlafenden Personen. Bei beiden Varianten sollten Sie vorab kontrollieren, dass die Bettgitter sich nicht durch leichten Druck, beim nächtlichen Drehen etwa, wegdrücken lassen. Der Vorteil dieser Bettgitter ist, dass sie schnell an- und abmontierbar sind und so auf neuen Betten angebracht oder gar in Unterkünfte auf Reisen mitgenommen werden können.

Ab wann kein Gitterbett mehr benutzen?

Foto: Ein Kinderbett mit aufsetzbarem Rausfallschutz in Form einer Wolke.

Der Zeitpunkt für den Umstieg vom Gitterbett auf das große Kinderbett ist hoch individuell. Die meisten Kinderbetten verfügen weiterhin über eine ausreichend hohe Umrandung, da Kinder sich im Schlaf mehr bewegen als Erwachsene. Die Wahrnehmung räumlicher Grenzen im Schlaf entwickelt sich über Jahre. Sie kann mitunter selbst bei erwachsenen Personen mit unruhigem Schlaf unterdurchschnittlich ausgeprägt bleiben, so dass diese noch im reifen Alter ab und an aus dem Bett fallen. Solange Sie den Nachwuchs im direkten Anschluss ans Gitterbett nicht in ein Hochbett stecken, ist die Gefahr durch das Aus-dem-Bett-Fallen je nach Betthöhe gering. Sie können zur Sicherheit zu niedrige Bettrahmen vorerst weiterhin mit Bettgittern bestücken. Möchten Sie diese einmal entfernen, haben Sie die Möglichkeit, die ersten Nächte einfach eine Matratze vor dem Kinderbett ohne Bettgitter zu platzieren oder gemeinsam mit Ihrem Kind in einem Raum schlafen, um zu sehen, wie es läuft.

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