Schlafgeschichten

Das verrät die Schlafposition bei Paaren

Foto: In einem Bett liegt ein Pärchen, dessen Beine zu sehen sind.

Sind Sie zufrieden mit Ihrer Beziehung? Zugegeben, eine sehr persönliche Frage. Falls Sie lange über die Antwort nachdenken müssen, sollten Sie Ihren Partner und sich selbst einmal bewusst beim Schlafen beobachten. Denn einer Studie der englischen Universität Herfordshire mit 1000 Teilnehmern zufolge verrät die unbewusst gewählte Schlafposition bei Paaren viel über deren Beziehung. Auch die US-amerikanische Körpersprachen-Expertin Patti Wood vertritt diese These. Welches die gängigsten Schlafpositionen bei Paaren sind und worauf sie hindeuten können, verraten wir Ihnen hier.

Schlafposition bei Paaren: Rücken an Rücken

Zeichnung: Ein Paar schläft in der Schlafposition Rücken an RückenMit 42 % der befragten Studienteilnehmer schlafen in unserer westlichen Kultur die meisten Menschen am liebsten Rücken an Rücken. In der so genannten V-Position wenden die Partner ihre Rücken einander zu. Dabei berühren sie sich dort punktuell. Oft nehmen Paare statt der Rücken-an-Rücken- auch die Po-an-Po-Positon ein. Diese Paare schlafen dann in einer X-Position.

Diese Schlafposition bei Paaren spricht dafür, dass beide Partner autonom sind. Sie haben ein starkes Verlangen nach Unabhängigkeit und stehen auf eigenen Beinen. Die Verbindung, die beide eingehen, ist in hohem Maße freiwillig motiviert. Sie basiert nicht auf einer Abhängigkeit eines Partners vom anderen. Vielmehr wurzeln emotionale Nähe und sexuelle Anziehungskraft in gegenseitiger Achtung und Respekt.

Nur die Füße berühren sich

Eine weitere besondere Variation der V-Position ist es, wenn sich die Partner nur an den Füßen oder Beinen berühren und mit dem Rest ihrer Körper autonome Schlafpositionen einnehmen. Diese Konstellation spricht dafür, dass die Partner augenscheinlichen Freiraum für sich beanspruchen, während sie subtil die Nähe über die „heimliche“ Verbindung suchen.

Ebenso typisch ist diese Position für Paare, die sich in einer Streitsituation befinden. Wer diese Spielart der V-Position bei sich oder seinem Partner feststellt, kann aber davon ausgehen, dass weiterhin Wertschätzung und Zuneigung bestehen, diese aber für den Moment nicht bewusst gezeigt werden will.

 

Schlafposition bei Paaren: Zur gleichen Seite blickend

Die zweithäufigste Schlafposition bei Paaren westlicher Kulturen ist mit 32 % die „aufgereihte Schlafposition“. In dieser Position liegen beide Partner mit etwas Abstand zueinander in der Seitenlage und wenden ihr Gesicht in dieselbe Richtung. Der abgewandte Partner hält mit seiner Hand leichten Körperkontakt zum hinter ihm liegenden Partner.

Diese Schlafposition ist häufig bei Partnern zu beobachten, die seit längerer Zeit in einer Beziehung sind. Sie deutet auf eine harmonische Zweisamkeit hin, in der persönlicher Freiraum, Nähe und Vertrauen sich die Waage halten.

Allerdings kommt es mitunter vor, dass der hinten Liegende den vor ihm gelegenen Partner zu fest umfasst: Ein häufig beobachtetes Indiz dafür, dass ein solcher Klammerer gern den Partner kontrolliert.

Zeichnung: Ein Paar liegt in Löffelchen-Position im Bett. Sie umschlingt ihn.Angeordnet in der Löffelchen-Position

Die Löffelchen-Position ist eine ebenfalls sehr gängige Variante. Das Paar liegt dabei meist eng beieinander in der Seitenlage. Der „große Löffel“ umschlingt dabei in der Regel den „kleineren Löffel“. Dieser Partner übernimmt häufig die Rolle des Beschützers in der Partnerschaft. Die Umarmung im Schlaf deutet außerdem auf ein hohes Maß an Vertrauen des kleinen Löffels. In diesem Zusammenhang erlaubt die Löffelchen-Position auch Rückschlüsse auf eine starke sexuelle Anziehungskraft zwischen beiden Partnern.

Besonders bevorzugt wird sie von Paaren, in denen ein Part sehr autonom und der andere eher vom Partner abhängig ist. Die Umarmung von hinten ist als Klammern zu bewerten, insbesondere dann, wenn der vorn gelegene Partner über Nacht versucht, sich aus der Umarmung zu befreien.

Nahe beieinander und eng umschlungen

In der Position „Kopf auf Schulter“ legt der eine Partner seinen Kopf auf die Brust oder die Schulter des anderen, der auf dem Rücken liegt. Die Schlafposition auf dem Rücken zeugt von einem ausgeprägten Selbstwert- und Sicherheitsgefühl. Der Partner, dessen Kopf auf der Schulter des anderen lagert, signalisiert seine Hingebung und den Bedarf an Schutz und Bestätigung durch einen starken Partner.

Schlingt der auf dem Rücken Liegende seine Arme um den auf seiner Schulter Liegenden, drückt er damit einen Beschützerinstinkt aus. Legt er die Arme unter seinen eigenen Kopf oder streckt die Ellenbogen seitwärts aus, deutet das auf seinen Herrschaftsdrang hin. Der auf dem Rücken liegende Partner genießt die Verantwortung gegenüber dem Partner.

Rollt sich der anschmiegsame Partner in einer Fötus-Position zusammen, signalisiert er über sein generelles Schutzbedürfnis hinaus Toleranz für den Herrschaftsanspruch des auf dem Rücken liegenden Partners. Die Fötuslage unterstreicht zusätzlich, dass dieser Part gern leiten lässt. Streckt der anschmiegsame Part hingegen den Körper entspannt aus, bedeutet das, dass er zwar treu und loyal ist, ihm dennoch eigene Entscheidungen wichtig sind.

Eine extreme Abwandlung der Position „Kopf auf Schulter“ ist es, wenn die als Fötus zusammengerollte Person ihr Schutzbedürfnis manifestiert und die andere in stillschweigender Missachtung auf dem Rücken liegt. Diese Konstellation deutet darauf hin, dass ein unausgewogenes Verhältnis beider Partner besteht, bei dem der hingebungsvolle Part aufgrund des Autonomiebedürfnisses des anderen leidet.

Eng beieinander mit ineinander verschlungenen Beinen

Illustration: Ein Paar schläft eng umschlungen und die Gesichter einander zugewandt, berühren sich.

Diese Schlafposition kommt am häufigsten bei frisch verliebten Paaren vor. Sie bedeutet meist, dass viel Leidenschaft und Intimität zwischen beiden Partnern besteht. Die beiden Parteien bekommen kaum genug voneinander. Bei Paaren, die schon länger miteinander zusammen sind, zeugt sie davon, dass die beiden perfekt aufeinander eingespielt und bereit sind, größere Anpassungen für eine gemeinsame Zukunft in Kauf zu nehmen.

Einander zugewandt – Gesicht an Gesicht

Lediglich 4 % aller befragten Paare wenden sich während des Schlafens einander zu. Kommt das vor, handelt es sich häufig um ein frisch verliebtes Paar. Diese Schlafposition bei Paaren spricht dementsprechend für ein starkes Verlangen nach mehr Intimität, sofern sich die Körper in irgendeiner Weise berühren. Genauso wie bei ineinander verschlungenen Paaren, können die mit einander zugewandtem Gesicht Schlafenden nicht genug voneinander bekommen.

Schlafposition bei Paaren: Kein Kontakt

 

Illustration: Ein Paar schläft mit einigem Abstand zueinander auf einer Matratze.

Eine Schlafposition bei Paaren, die bei Ignoranz statt bei achtungsvoller Autonomie auftritt, ist das Schlafen auf getrennten Bettseiten. Die in der V-Position auftretende Berührung bleibt bei dieser Konstellation aus. Stattdessen liegt jede Partei auf ihrer eigenen Bettseite und verteidigt diesen Raum zusätzlich. Diese Position lässt somit auf ein großes Bedürfnis nach Autonomie und einer starken Fokussierung auf die eigenen Bedürfnisse schließen.
Die faire Verteilung der Schlafstätte spricht für einen gegenseitigen Respekt vor den Bedürfnissen des jeweils anderen – über das Platzbedürfnis im Bett hinaus. Sofern die Aufteilung der Liegefläche auf der Matratze  demokratisch erfolgt, kann die Position auch darauf hinweisen, dass beide Parteien ihre Schlafqualität verteidigen, um den Anforderungen des nächsten Tages uneingeschränkt gewachsen zu sein. Schnarcht etwa einer der Partner, kann diese Position für eine Abschirmung von der „Lärmquelle“ sprechen, die durch eine möglichst große räumliche Distanz angestrebt wird.

Der Kampf ums Bett

Ist die Aufteilung der Liegefläche auf der Matratze unausgewogen, kann die Schlafposition auch auf einen ausgeprägten Egoismus des einen Partners und eine entsprechende Abhängigkeit des anderen Partners hindeuten. Dies ist vor allem dann wahrscheinlich, wenn ein Part immer wieder Einbußen in der Qualität seines Schlafes durch die eingeschränkten Platzverhältnisse erleidet.

 

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