Gehst du im Schlafanzug ins Bett oder gehörst du zu den Menschen, die Kleidung beim Schlafen als störend empfinden? Nackt schlafen ist ein Thema, an dem sich die Geister scheiden. Obwohl dieser höchst private Lebensbereich keine Person außer der Nacktschläfer:in selbst angeht, mischt sich mancherorts sogar die Gesetzgebung in die Schlafbekleidung beziehungsweise ihr Weglassen ein.
Schlafbekleidung statistisch: Wer schläft nackt?
Statistik-Beauftragte wagen sich überaus selten in unsere Schlafzimmer. Zum Glück. Es wäre auch ziemlich absurd, wenn beim Aufwachen plötzlich eine fremde Person mit Klemmbrett neben deinem Bett steht und persönliche Fragen stellt. Dennoch existieren teils aufschlussreiche Bevölkerungsumfragen über die Vorlieben in Sachen Schlafbekleidung. So geht aus einer Umfrage aus dem Jahr 2022 hervor, dass nackt schlafen eher die Ausnahme als die Regel darstellt. Nahezu 50 % der Befragten gaben an, dass sie im Pyjama schlafen. Etwa die Hälfte davon trägt zudem noch Unterwäsche unter der Schlafkleidung. Nur in Unterwäsche oder nackt schlafen jeweils ca. 20 % der Befragten. Ein signifikanter Unterschied ist dabei zwischen männlich und weiblich sozialisierten Personen sichtbar: Ungefähr 32 % der Männer gehen in Unterwäsche ins Bett, aber nur ca. 9 % der Frauen. Der Anteil der Frauen, die am liebsten nackt schlafen, ist mit 15 % fast doppelt so hoch. Besonders beliebt scheint das Nackt-Schlafen mit ca. 31 % bei über 40-jährigen Männern.

Fun-Fact: In manchen Ländern existieren zum nackt Schlafen noch absurde Gesetze aus grauer Vorzeit. In Nebraska ist es für touristische Unterkünfte heute noch Vorschrift, Nachthemden für Gäste bereitzustellen. Hier steht nicht nur nackt schlafen, sondern auch nackt miteinander schlafen unter Strafe, selbst für Eheleute.
Wie hygienisch ist nackt schlafen?
Die Hygiene wird gern als Argument gegen das nackt Schlafen ins Feld geführt. Hygiene im Bett ist allerdings nicht nur eine Frage der Schlafkleidung. Klar, alle Menschen schwitzen nachts und Schlafbekleidung nimmt einen Großteil der Feuchtigkeit auf. Wenn du nackt schläfst, schwitzt du allerdings weniger als durch die zusätzliche Wärmeschicht von Schlafanzug und dergleichen. Musst du Bettwäsche wirklich häufiger wechseln, wenn du nackt schläfst? Einen größeren Unterschied als die Schlafklamotten macht hygienisch der Zeitpunkt des Duschens: duscht du abends vor dem Zubettgehen, bleibt auch deine Bettwäsche länger frisch. Die gängigen Empfehlungen zum Wechsel der Bettwäsche sind, egal ob du jetzt nackt schläfst oder im Pyjama, realistisch kaum umsetzbar und umwelttechnisch fragwürdig. Zu häufiges Waschen führt zu unnötigem Wasser- und Energieverbrauch, der Umwelt und Geldbeutel gleichermaßen belasten kann.

Fun-Fact: Der plastische Chirurg Anthony Youn warnte in einem Social Media Beitrag, dass beim nächtlichen Pupsen ohne Schlafbekleidung Fäkalpartikel ungehemmt durch die Gegend und in die Bettwäsche geschleudert werden. Der Beitrag ging zwar viral und löste in manchen Teilen des Internets eine Debatte um das nackt Schlafen aus, ist in seiner Darstellung und Konsequenz jedoch etwas überzogen. Leidest du nicht gerade an einer akuten Durchfallerkrankung, brauchst du dich in dieser Hinsicht nicht zu sorgen und kannst getrost weiter nackt schlafen.
Ist nackt schlafen gesünder?
Es gibt einige Fakten, die für das Schlafen ohne Kleidung sprechen. Die geringere Schweißproduktion und bessere Durchlüftung sorgen vor allem im Intimbereich für ein besseres Hautklima. Schädliche Bakterien und Pilze können sich schlechter ausbreiten und die Hautflora ist stabiler. Das gilt auch beim Schlafen mit einem Nachthemd oder einem T-Shirt ohne Schlafhose. Je nach Jahreszeit und Schlafzimmertemperatur gewinnt die Frage an Relevanz, ob nackt schlafen gesund ist oder vermehrt zu Erkältungen oder Entzündungen im Blasen- und Nierenbereich führen kann. In besonders harten Wintern, vor allem wenn du keine echte Winterdecke mit guter Wärmeklasse besitzt oder das Heizen schwierig bis nicht möglich ist, dann kann Schlafbekleidung nicht nur dein Herz erwärmen.
Vier Gründe, warum nackt schlafen gesünder sein kann:
- Zu enge zu enge BHs stören die Durchblutung und können das Brustgewebe schädigen.
- Sich stauender Unterbrustschweiß durch BHs kann zu Hautirritationen und Infektionen führen.
- Schlafen mit Unterhose kann Pilzinfektionen fördern.
- Zu enge und zu warme Unterhosen können die Spermienqualität beeinträchtigen.

Macht nackt schlafen glücklich?
Schläfst du nicht allein im Bett, sondern mit einer anderen Person oder auch deinem Haustier, dann kann sich das tatsächlich positiv auf deinen Hormonhaushalt auswirken. Bei Hautberührungen durch andere Personen wird das Hormon Oxytocin ausgeschüttet. Dieses Bindungshormon stabilisiert und vertieft Beziehungen. Allerdings bei Menschen, die bereits eine Bindung zueinander haben. Ist dir eine Person unsympathisch, wirst du sie auch durch das intensivste Kuscheln nicht lieber mögen. Die Oxytocin-Ausschüttung bleibt aus. Oxytocin reduziert zudem die Bildung des Stresshormons Cortisol. So macht es dich zufriedener und ruhiger. Das Hormon ist ein echter Booster, denn es stärkt auch dein Immunsystem, beugt depressiven Stimmungen vor und gleicht deinen Blutdruck aus.
Fun-Fact: Haustiere stärken deinen Oxytocin-Haushalt nicht erst, wenn sie mit im Bett schlafen. Schon ihre bloße Anwesenheit in deinem Haushalt lässt deinen Hormon-Spiegel steigen. Sicher, weil sie nicht nur Streicheleinheiten einfordern, sondern schlichtweg auch allein durch ihr knuffiges Aussehen zu einem wahren Glücksschub führen.

Ist es gesund nackt zu schlafen?
Nackt schlafen kann Bakterien und Pilze im Intimbereich weniger Chancen geben. Schläfst du ohne Decke, kannst du dich allerdings leichter verkühlen und eine Blasen- und Nierenentzündung bekommen. Nackt schlafen unter der richtigen Decke, kann sich also positiv auf deine Gesundheit auswirken. Ein richtig angewandter Schlafanzug macht dich allerdings nicht krank.
Ist Nacktschlafen gut?
Nackt schlafen kann guttun, wenn du es magst. Mit der richtigen Person neben dir im Bett können zudem einige vorteilhafte Effekte durch das Glückshormon Oxytocin entstehen. Nackt schlafen per se macht natürlich nicht glücklicher. Glück hängt von mehr Faktoren ab.
Haben Nacktschläfer Vorteile?
Wenn du gern nackt schläfst, kann sich das vorteilhaft auf die Schweißproduktion und damit auf die Intimflora auswirken. Schläfst du nicht allein, kann der Hautkontakt mit einer angenehmen Person zu einer höhere Ausschüttung des Glücks- und Bindungshormons Oxytocin führen.


