Schlafgeschichten

Hochbett de luxe – DIY Absturzsicherung und Stauraumtreppe

Foto: Kinderfüße steigen eine Hochbett-Leiter hoch

Ein Hochbett fügt einem Zimmer eine zweite Ebene hinzu. Das Etagenbett ist besonders beliebt in kleinen Räumlichkeiten. Die sonst raumgreifende Schlafstätte wird ausgelagert, es bleibt mehr Platz zum Wohnen.

Gerade Kinderzimmer profitieren von einem Hochbett, da hier oft ein Arbeitsplatz für die Schule, Spielflächen, Stauraum für Spielsachen und Kleidung in einem Raum vereint sind. Trotz dieser praktischen Seite von Hochbetten sind sie nicht für jedes Kind geeignet und vor der Anschaffung sind einige Sicherheitsaspekte zu beachten. Zusätzlich können Sie das Hochbett mit unseren Do-it-yourself-Ideen nicht nur optisch aufwerten, sondern auch ein Stück sicherer machen.

Sicherheit im Hochbett

Foto: Ein Kind mit Schnuller macht Handstand auf einer Matratze
Kleinkinder schlafen unruhiger als Erwachsene. Die Fähigkeit, die räumlichen Grenzen des Bettes im Schlaf wahrzunehmen, wird über Jahre hinweg ausgebildet. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) empfiehlt die Nutzung von Hochbetten erst ab einem Alter von 6 Jahren – je nach individuell ausgeprägtem Bewusstsein für Gefahren beim Kind.
Ein Sturz aus dem Hochbett stellt auch bei älteren Kindern den häufigsten Grund für ein Schädel-Hirn-Trauma dar. Für Kinder, die zum Schlafwandeln neigen, bei denen Epilepsie oder ADHS diagnostiziert wurde, eignen sich die platzsparenden Betten nicht. Auch sollte ein Hochbett ausschließlich zum Schlafen genutzt werden und das Spielen darauf tabu sein, um das Unfallrisiko zu minimieren.

Rausfallschutz selbst bauen

Foto: Kinderfüße und -hände ragen über der Brüstung eines Hochbetts hervorLegen Sie beim Kauf eines Hochbetts Wert auf das GS-Prüfzeichen. Dieses Siegel bestätigt Sicherheitsanforderungen nach DIN-Norm. Die Norm legt etwa einen Mindestabstand von 16 cm zwischen Matratzenoberseite und Oberkante der Brüstung fest. Je höher die Brüstung, desto sicherer liegt das Kind im Hochbett. Für mehr Sicherheit können Sie die Brüstung eigenständig erhöhen. Wir zeigen zwei einfache Ideen für einen effektiven Rausfallschutz, der das Hochbett selbst für die Kleinsten sicherer macht.
Foto: Kinder-Hochbett: ein Fischernetz als Rausfallschutz

Maritime Hochbett-Brüstung

Mit einigen alten Holzlatten, zum Beispiel vom Lattenrost des alten Kinderbetts, ein paar Fischernetzen aus grobem Seil, Schrauben und einem Elektrotacker lässt sich eine Brüstung im Piratenstil gestalten. Malen Sie die Holzlatten zunächst in einer Farbe der Wahl an. Ein Sandweiß oder auch Meeresblau eignen sich für den maritimen Look. Verschrauben Sie die Latten in senkrechter Position an der originalen Hochbettbrüstung. Nutzen Sie ausreichend viele und lange Schrauben für einen festen Halt.

Die Fischernetze müssen so über die Latten gezogen werden, dass sie straff darauf sitzen und neue und alte Brüstung lückenlos verschließen. Der Zugang zur Treppe oder Leiter bleibt dabei natürlich ausgespart. Anschließend tackern Sie die Netze an den Holzlatten und der eigentlichen Hochbettbrüstung fest. Zur Dekoration können noch Muscheln, Steine und Seesterne an die Maschen gebunden werden.

Achtung:

Fischernetze gibt es in unterschiedlichen Ausfertigungen. Die Löcher sollten nicht zu groß sein. Ein Kinderkopf darf unter keinen Umständen durch eine der Maschen passen.

Ritterburg-Brüstung oder Wolkenschloss

Illustration: Ein Hochbett im Stil einer Ritterburg. Die Burgzinnen bilden eine hohe BrüstungFür eine Brüstung in ritterlichem oder royalem Stil benötigen Sie ein bis drei Spanplatten in der Länge der freistehenden Bettseiten und der Höhe der Hochbettbrüstung bis maximal zur Zimmerdecke. Außerdem brauchen Sie eine Stichsäge, Farben, Schrauben, Winkel und nach Bedarf eine Gardinenstange und Vorhangstoff.

Zunächst sollten Sie sich ein Motiv überlegen und die Konturen auf die Spanplatte vorzeichnen. Für eine Ritterburg bieten sich Zinnen und Burgfenster an. Wer es schlichter und verträumter mag, kann Wolken vor einem Himmel auf die Platte zeichnen.

Schneiden Sie anschließend mit der Stichsäge die Formen nach. Burgfenster oder Wolken sollten als Brüstungsfenster oder Einstiegsloch zur Hochbett-Leiter ausgeschnitten werden. Bemalen Sie dann die Platten je nach Geschmack.

Die fertigen Platten werden an den freistehenden Bettseiten angebracht. Arbeiten Sie mit ausreichend langen Schrauben und Winkeln. Verbinden Sie die Platten sowohl mit dem Bett, der Wand als auch untereinander, um ausreichend Stabilität zu gewährleisten. Hinter Burgfenstern und Wolken, die nicht als Zugang zum Hochbett genutzt werden, können Gardinen angebracht werden.

Hochbett-Treppe mit Stauraum

Illustration: ein selbstgebautes Hochbett mit Piratenflagge, Netzen und PapageiEine Stolperfalle, gerade für kleine Kinder, ist die Hochbett-Leiter. Eine senkrechte Leiter ist für manche Kinder bis zu einem gewissen Alter nicht zu bewältigen. Und selbst angeschrägte Leitern, deren Stufen keine ausreichende Trittfläche bieten, können zu folgenreichen Fehltritten führen.

Abhilfe schafft eine echte Hochbett-Treppe. Die ragt zwar weiter in den Raum als eine klassische Leiter, der Raum unter der Treppe kann dafür als Stauraum genutzt und zum Spielzeugregal umfunktioniert werden.

Nicht jeder traut sich zu, selbstständig eine statisch einwandfreie Treppe zu bauen. Wer sich aus guten Gründen also vor dieser Unternehmung scheut, kann auf fertige Treppen zurückgreifen. Die sind in der Regel teurer, dafür garantiert stabil.

Eine weitere Alternative sind Treppenregale, deren Fächer stufenartig zu einer Seite nach oben gehen. Diese sind zwar ursprünglich nicht für die Nutzung als Stauraumtreppe gedacht, einige dieser Regale zeichnen sich jedoch durch ausreichende Stabilität und passende Maße aus. Für echte Schwergewichte reicht bei handelsüblichen Treppenregalen bereits eine Verstärkung der Trittflächen. Dazu können Sie einfach einige Holzleisten auf den Regaloberseiten anbringen.

Die Hochbett-Treppe darf natürlich nicht freistehen. Ein stabiles Geländer zum Abstützen beim Auf- und Absteigen ist elementar für die Sicherheit. Dazu eignen sich einige Holzlatten, von denen auf jeder Stufe der Hochbett-Treppe jeweils eine als Geländerpfosten angebracht werden muss.

Tipp:

Verschrauben Sie die Pfosten möglichst am oberen Ende einer jeden Stufe, damit Sie sie sowohl im Boden als auch an der Wand zur nächsten Stufe befestigen können. Das sorgt für mehr Halt.

Für die Querstreben können Sie einige schmalere Latten in einem Abstand zueinander anbringen, um ein Durchfallen zu verhindern.

Das Geländer kann auch mit straff gespannten dicken Seilen, die Sie durch an die Pfosten geschraubte Ringe ziehen, geknotet werden. Diese Seiltreppe hat den Charme einer Reling und passt optisch gut zur Piratenbrüstung.

Diese Anleitung wird ohne Gewähr zur Verfügung gestellt. Für eventuelle Schäden oder Folgeschäden kann keine Haftung übernommen werden.

 

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