Ratgeber

Babyschlafsack statt Bettdecke – für sicheren Babyschlaf

Symbolfoto Babyschlafsack: Hinter den Holzleisten eines Gitterbettes liegt ein Baby mit Schnuller in Rückenlage.

Mit einem Babyschlafsack schläft Ihr Kind auf der sicheren Seite – egal, wie es sich dreht und wendet. Nutzen Sie in den ersten Lebensjahren statt Kinderdecke oder Bettdecke und Kissen einen Babyschlafsack, minimieren Sie das Risiko des plötzlichen Kindstods durch Überdecken erheblich. Für die Sicherheit des Kinderschlafs gibt es dabei einiges zu beachten, wie etwa die Größe des Schlafsacks für Babys.

Welche Größe beim Babyschlafsack die richtige ist

Der Babyschlafsack sollte sich immer an der Größe des Kindes orientieren. Auch wenn in den ersten Lebensmonaten enorme Wachstumsschübe zu erwarten sind, sollte ein Babyschlafsack nicht auf Zuwachs, also in einer zu großen Größe genutzt werden. In einem zu großen Schlafsack kann das Baby in den Fußraum rutschen und die Atemwege können wie bei einer normalen Bettdecke verdeckt werden. Der Platz im Fußraum sollte maximal zehn Zentimeter betragen.

Illustration: Ein Baby liegt in einem geöffneten Babyschlafsack. Der freie Platz im Fußraum zwischen Zehen und Schlafsackende ist mit zwei gestrichelten Linien markiert, daran steht: max. 10 cm.

Zur Berechnung der richtigen Babyschlafsack-Größe kann sich an der Körpergröße und damit der Kleidergröße orientiert werden. Die Größen von Babyschlafsäcken sind nach derselben Logik wie Kinderkleidergrößen aufgebaut, also in Sechs-Zentimeter-Schritten. Die Regel zur Nutzung ist jedoch abweichend.

Faustregel: Liegt die Körpergröße zwei Zentimeter unter der nächsten Schlafsackgröße, kann dahin gewechselt werden. Bei drei oder mehr Zentimetern Abweichung zur nächsten Kleidergröße sollte der kleinere Schlafsack gewählt werden.

Nachts wickeln mit Babyschlafsack

Foto: Ein Babyschlafsack in einem Gitterbett. Am Fußsack befindet sich eine Knopfleiste zum Öffnen und Windelwechseln.

Neben der Größe ist der wohl wichtigste Faktor bei einem Babyschlafsack, wie er sich öffnen lässt. Besonders günstig sind Babyschlafsäcke, die ein unbemerktes Wickeln während des Schlafens ermöglichen. Dafür sollte der Schlafsack an der Unterseite komplett zu öffnen sein. Reißverschlüsse sind leichtgängiger und geräuschloser als beispielsweise Druckknöpfe. Sie lassen sich im Gegensatz zu Knopfleisten schnell mit einem Handgriff ohne langwieriges Herumnesteln oder damit einhergehendes Ruckeln im Halbdunkeln öffnen.

Schlaftemperatur: Sommerschlafsack, Winterschlafsack, ohne Schlafsack?

Foto: Eine Erwachsenenhand liegt auf einem erhitztem Babykopf mit geröteten Wangen und leicht verschwitzten Haaren.

Die unterschiedlichen Jahreszeiten und die Empfindlichkeit von Babys auf Temperaturschwankungen nehmen Hersteller oft als Anlass für eine unnötig komplizierte Angebotspalette, die Eltern Probleme suggeriert, wo keine sind. Der klassische Babyschlafsack hat zwei Träger im Schulterbereich, um nicht zu verrutschen, und besteht aus einer nicht allzu dicken Stoffschicht. Daneben gibt es auch langärmlige, gefütterte oder Allwetter-Schlafsäcke mit abnehmbarem Innenfutter. Die Schlafzimmertemperatur sollte allerdings generell etwa 18–20 °C betragen. Die Temperaturschwankungen sind dank flächendeckendem Heizungseinsatz im Winter geringer als im Sommer, der dem Schlafzimmer unter Umständen eher so richtig einheizen kann. Ein langärmliger oder gefütterter Winterschlafsack fürs Baby ist daher nicht unbedingt erforderlich.

Wichtig: Lassen Sie Ihr Baby selbst bei Hitze im Schlafzimmer nicht ohne Schlafsack schlafen. Die herabgesetzte Körpertemperatur im Schlaf kann zum Auskühlen führen. Legen Sie das Kind stattdessen unbekleidet in den Babyschlafsack.

Foto: Ein schlafender Säugling mit langen Ärmeln, die handschuhartig über die Hände gehen.

Jedes Kind hat ein anderes Temperaturempfinden. Manche frieren schneller, während andere bereits schwitzen. Regulieren Sie die Temperatur des Kindes besser nicht über den Schlafsack, sondern lieber über Nachtkleidung. Ein leichter Body oder Strampler mit langen Ärmeln ist atmungsaktiver als ein langärmliger Babyschlafsack, in dem sich die Hitze staut.

Tipp: Achten Sie auch bei Nachtwäsche auf möglichst unkomplizierten Zugang zum nächtlichen Wickeln. Pyjama-Hosen, Bodys oder Strampler, die einfach unten geöffnet werden können, statt sie umständlich ausziehen zu müssen, sorgen auf allen Seiten für eine angenehmere Nacht.

Was für ein Schlafsack für Neugeborene?

Bei Neugeborenen wird häufig von einer Kleider- und Schlafsack-Größe von 50 ausgegangen. Doch viele Neugeborene sind dieser bereits bei Geburt entwachsen und starten mit einer 56 ins Leben. Ist der Säugling nicht zu zierlich, kann zunächst ein Babyschlafsack in Größe 50 verwendet werden. Bei kleineren Größen werden Sie bei Babyschlafsäcken für Frühchen fündig.

Wie viele Schlafsäcke braucht man für ein Baby?

Es ist von Vorteil, wenn Sie mindestens zwei Babyschlafsäcke in der aktuellen Größe haben, um diese bei Bedarf abwechselnd waschen zu können. Gerechnet auf die ersten zwei Lebensjahre kommen Sie auf einen Verbrauch von etwa 20 Schlafsäcken verschiedener Größe. Durch die generell kurze Nutzungsdauer von Kinderbekleidung finden Sie in den meisten Second Hand Läden eine Vielzahl an neuwertigen Produkten, die den großen Bedarf ständig neuer Kleidung und Zubehör wie Schlafsäcke kostengünstig abdecken.

Wann welche Schlafsackgröße?

Die Größe des Schlafsacks ist abhängig von der Körpergröße des Kindes – nicht von Alter oder Gewicht. Generell gilt beim Babyschlafsack: Kinder sollen nicht hineinwachsen, sondern heraus. Rechnen Sie von Hals bis Fußsohle zehn Zentimeter dazu, erhalten Sie die maximale Schlafsackgröße. Nutzen Sie nie einen zu großen Schlafsack.

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