Ratgeber

Matratzen-Angebote und ihre Mythen – darauf kommt es an

Ein diagonal geteilter Himmel: oben links Sonnenuntergangsstimmung, davor ein archaischer Pfeil nach links unter dem verschnörkelt das Wort Mythen steht. Die untere rechte Bildhälfte ist sonnendurchflutet, davor ein schnörkelloser Pfeil und das Wort Fakten in gerader Schrift

Wer sich einmal umsieht, wird schnell feststellen, dass sich vermeintlich gute Matratzen-Angebote geradezu überschlagen. Beim Kauf einer neuen Matratze, hat der Kunde die Qual der Wahl. Vor der Anschaffung stehen zahlreiche Entscheidungen an. Will man die Matratze online kaufen und zuhause probeschlafen oder die Matratzen-Angebote im stationären Bettenhandel probeliegen? Sollte der Bezug aus Naturtextil bestehen oder eignet sich ein synthetisches Material? Eignet sich eine One-fits-all-Matratze oder sind individuelle Matratzen-Angebote besser?

Hinzu kommt, dass beim Matratzenkauf viele Fachbegriffe und Maßeinheiten wie der Härtegrad für die meisten Menschen abstrakt bleiben und widersprüchliche, unseriöse Matratzentests, die im Internet kursieren, Verwirrung stiften. Um Ihnen Orientierung zu verschaffen, sind wir den gängigsten Mythen der Matratzen-Angebote auf den Grund gegangen.

Mythos 1: Gute Matratzen-Angebote müssen teuer sein

Gutes kostet viel. Auch Matratzen-Angebote sind vor diesem weit verbreiteten Mythos nicht gefeit. Doch um eine Tatsache handelt es sich nicht. Es existiert keine Kausalität zwischen Preis und Qualität. Im Gegenteil: Illegale Preisabsprachen einer Reihe von Matratzenherstellern prägten lange Zeit die Matratzen-Angebote des Bettenhandels. 2015 verhängte deshalb das Bundeskartellamt Geldbußen für zahlreiche deutsche Matratzenhersteller. Auch weiterhin misstrauen viele Menschen günstigen Preisen. Dabei gibt es Deutschlands meistgekaufte Matratze schon ab 199 Euro.

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Mythos 2: Matratzen online kaufen ist riskant

Matratzen online kaufen – das ist mit einem Risiko verbunden, denken viele. Der Wunsch, Produkte wie Kleidung und Einrichtungsgestände vor dem Kauf begutachten zu können, ist nachvollziehbar. Das aber macht den Einkauf bei Online-Händlern nicht risikoreicher als im stationären Handel – ganz im Gegenteil. Zwar haben Sie in einem Ladengeschäft die Möglichkeit, die Ware vor dem Kauf anzufassen und gegebenenfalls sogar auszuprobieren, wollen Sie die Ware später aber doch wieder zurückgeben, sind Sie auf die Kulanz des Verkäufers angewiesen. Denn ein gesetzlich vorgeschriebenes 14-tägigies Widerrufsrecht besteht nur bei Fernabsatzverträgen, also zum Beispiel beim Online-Shopping. Das noch deutlich längere, freiwillig eingeräumte, erweiterte Rückgaberecht von 100 Nächten – wie es üblich ist wenn Sie eine Matratze online kaufen – gibt es im Laden meist nicht.

Mythos 3: Alle Matratzentests im Internet sind seriös

Illustration: Ein beliebiges Testsieger-Siegel ohne echte Referenz. Häufig werden damit fragwürdige Matratzen-Angebote versehen.Viele Matratzentests im Internet versprechen Orientierung. Doch wer mehrere Tests miteinander vergleicht, wird feststellen: Die Ergebnisse der Tests sind widersprüchlich. So kann eine bestimmte Matratze auf mehreren Plattformen als Erstplatzierte vertreten sein. Ebenso finden Sie jedoch Testergebnisse, die extrem von den positiven Beurteilungen abweichen. Solche Unregelmäßigkeiten gilt es zu beachten, um herauszufinden, welcher Test seriös und welcher unseriös ist. Machen Sie sich bewusst, nach welchen Kriterien bewertet wurde. Teilweise wird das Testverfahren nicht vorgestellt. Die geltenden Maßstäbe für die Benotung bleiben vollkommen unklar.

Tipp: Zu beurteilen, ob Sie sich auf einer seriösen Testseite befinden oder lediglich auf einer Affiliate-Seite, auf der Platzierungen in Fake-Matratzentests gekauft werden, ist manchmal gar nicht so leicht. Achten Sie auf Formulierungen, die die Durchführung tatsächlicher Tests mit festgelegten Testkriterien bestätigen. Unseriöse Testseiten geben kaum Angaben zum Versuchsaufbau und Testablauf oder die Testkriterien weisen fragwürdige Punkte oder Gewichtungen auf. Hellhörig sollten Sie ebenfalls werden, wenn Herstellerangaben als „Testergebnisse“ ausgegeben werden und wortwörtlich ausschließlichen Produktinformationen entsprechen.

Mythos 4: Hohes Raumgewicht spricht für Qualität

Illustration: Sicht auf den zweifarbigen Matratzenkern der BOYDGUARD Matratze. Daneben steht: Ideale Handhabbarkeit und leichtes Raumgewicht. Häufig werben Matratzen-Angebote mit guter Schaumqualität durch ein hohes Raumgewicht.Viele Menschen sind überzeugt, eine gute Matratze erkenne man am Gewicht. Doch der Mythos trügt. Ein unnötig hohes Gewicht erschwert die einfache Handhabung der Matratze beim Beziehen, Reinigen, Auslüften und Transportieren. Vergleichsweise leichte Schäume wie der QXSchaum® zeichnen sich demgegenüber durch ihre lange Haltbarkeit, hohe Atmungsaktivität und besondere Punktelastizität aus.

Der Mythos vom Raumgewicht zieht seinen Ursprung aus der Annahme, dass leichtere Schäume weicher und weniger stabil seien als kompakte, dichte Schäume. Herkömmliche Kaltschäume neigen jedoch unabhängig vom Raumgewicht dazu, beim feucht-warmen Bettklima einzubrechen. Hinzu kommt, je dichter das Material, desto weniger atmungsaktiv sind die Matratzen.

Das Raumgewicht ist bei Matratzen-Angeboten ein echter Verkaufsblender: Oft werden dick gepolsterte Bezüge aufgezogen, die den Kontakt zum Matratzenkern verhindern. Diese werden dem Raumgewicht hinzugerechnet. Eine solche Polsterung soll bewirken, dass weniger Schweiß den Kern erreicht, wo das feucht-warme Schlafklima den Kern beschädigt. Derartig überdimensionierte Schweißbarrieren verfälschen aber die Ergonomie der Matratze. Der HyBreeze® Funktionsbezug der BODYGUARD® Matratze hingegen ist ungefüttert und durch sein 3D-Abstands-Gestrick besonders atmungsaktiv – unterstützt also den stabilen QXSchaum® zusätzlich bei der Verdunstung entstehender Feuchtigkeit. Zudem gibt die hohe Elastizität des Bezuges die elastische Anpassung des Matratzenkerns ungehindert an den Körper weiter.

Mythos 5: Je höher, desto besser

Foto: Ein Stapel Schaumblöcke in einem weißen Raum. Alle Blöcke sind weiß, nur der unterste ist schwarz.Nicht nur ein Schwergewicht, sondern auch ein hohes, unhandliches Monstrum soll die neue Matratze sein – so ein weiterer Mythos bei Matratzen-Angeboten. Viele Matratzenmythen und Geschichten ranken sich um scheinbare „Funktionsschichten“. Zusätzlich verarbeitete Schäume, Einlagen und sonstige Schichten im Matratzenkern gehen nicht automatisch mit einer guten Ergonomie einher. Ab einer Matratzenhöhe von circa 16 cm kann ein durchschnittlicher Körper an den ergonomisch wichtigen Körperstellen so weit wie nötig in die Matratze einsinken.

Mythos 6: Naturmaterialien sind verträglicher

Eine Lupe auf den Bezug der BODYGUARD Matratze zeigt die 3D-Struktur des HyBreeze Funktionsbezugs in Großaufnahme. Daneben Symbole, die zeigen: hohe Atmungsaktivität, Waschbarkeit, schnelltrocknendNaturmaterialien sind äußerst beliebt, denn sie werden oft mit einer besonderen Körper- und Hautverträglichkeit assoziiert. Doch tatsächlich stehen synthetische Materialien ihnen qualitativ in nichts nach. Viele künstlich gewonnene Textilien wie das 3D-Abstandsgestrick HyBreeze® weisen eine hohe technologische Beschaffenheit auf und sind im Idealfall sogar schadstoffgeprüft. Zudem sind sie haltbar, leicht waschbar, trocknen schnell an der Luft und ermöglichen ein optimales Feuchtigkeitsmanagement. Was viele verheißungsvolle Matratze-Angebote verschweigen: Baumwolle ist nicht selten mit Pestiziden belastet. Auf tierische Produkte, wie etwa Rosshaar, reagieren einige Menschen allergisch. Auch aus ökologischer Sicht sind Naturtextilien gegenüber synthetischen Textilien problematischer als ihr Ruf, denn der Anbau natürlicher Textilien ist wasser- und CO2-intensiv.

Mythos 7: Das Körpergewicht bestimmt den Härtegrad

Die häufigsten Mythen bei Matratzen-Angeboten bestehen rund um den Härtegrad. Das Körpergewicht einer Person hat entgegen der Überzeugung vieler Menschen lediglich eine eingeschränkte Aussagekraft über den passenden Härtegrad. Dieser hängt in erster Linie von individuellem Belieben ab.

Die BODYGUARD Matratze mit Blick auf den zweifarbigen Kern. Auf der dunklen Seite steht H3 mittelfest, auf der hellen H4 fest. Daneben steht: leicht wendbar

Mythos 8: Probeliegen ist besser als Probeschlafen

Ebenfalls weit verbreitet ist der Mythos, dass das Probeliegen im stationären Handel sicherer zu einer guten Kaufentscheidung führt, als das Probeschlafen zu Hause. Trügerisch ist bei dieser Annahme, dass die Test-Bedingungen im stationären Bettenhandel in vielerlei Hinsicht nicht denen im eigenen Schlafzimmer entsprechen.
Führen Sie sich vor Augen, dass …

  • … Probeliegen in Alltagskleidung nicht dem Schlafen im viel leichteren Pyjama gleicht.
  • … die Unterfederung im stationären Handel optimal auf die dazugehörige Matratze abgestimmt ist und in der Regel nicht Ihrem Lattenrost zuhause entspricht.
  • … Sie nachts länger und in mehr Schlafpositionen schlafen, als Sie es beim Probeliegen im stationären Bettenhandel simulieren. Zudem transpirieren Sie beim Schlafen stärker als beim Probeliegen.
  • … der ausgelieferte Härtegrad einer Matratze, die Sie im Laden testen, nicht zwangsläufig dem tatsächlich ausgelieferten Modell entspricht. Es existiert zwar eine DIN-Norm für die Matratzenhärte, doch nicht einmal ein Viertel aller Hersteller richtet sich bei der Kennzeichnung nach dieser. Achten Sie also beim Kauf Ihrer Matratze auf die Angaben des Herstellers und entscheiden Sie sich für ein Modell, das exakte Härtegrade nach der DIN EN 1957 bietet.

Wenn Sie sich eine Matratze online kaufen, können Sie diese in der Regel daheim Probeschlafen. Beim Probeschlafen zuhause gelten reale Bedingungen, unter denen Sie bis zu 100 Nächte testen können.

Zweigeteilte Gegenüberstellung von Matratzen-Angeboten. Links: Eine Person liegt ausgestreckt im Pyjama unter einer Bettdecke, darunter steht Probeschlafen. Rechts: Eine Person in dicker Winterkleidung liegt starr auf einer Matratze - darunter steht Probeliegen.

Zudem gilt es zu beachten, dass …

  • … Sie bei stationär erworbenen Matratzen nicht wie meist von Online-Händlern aus Kulanz gebotene 100 Nächte, sondern in der Regel überhaupt kein Rückgaberecht haben.
  • … Ihnen nur bei Matratzen-Angeboten im Internet in der Regel eine kostenlose Lieferung bis an die Wohnungstür gewährt wird.

Mythos 9: Es gibt keine echte One-fits-all Matratze

Das Argument, dass jeder Mensch anders ist und daher auch individuelle Liegebedürfnisse hat, ist für viele Menschen das Argument gegen die sogenannten One-fits-all-Matratzen. Dabei gibt es durchaus Matratzen, die für einen Großteil der Bevölkerung geeignet sind. Denn es gibt bestimmte Körperzonen, die für korrekte Liegebedingungen entscheidend sind. Je nach Ausprägung der jeweiligen Zone wird Ihre Matratze unterschiedlich beansprucht. Etwa 65 % aller Deutschen lassen sich hinsichtlich der relevanten Körperzonen in vier Kategorien einteilen:

  • Ca. 15 % fallen durch breitere Schultern- und Bauchpartien im Vergleich zur Hüfte auf. Körpergröße und Gewicht sind bei diesen Menschen etwas höher als beim Durchschnitt der Bevölkerung.
  • Bei ca. 30 % der Deutschen sind Schultern, Taille und Hüfte ähnlich breit. Diese eher ausgewogene Körperform kann in der Körpergröße und dem Umfang zwischen klein und schmal und groß, breit und muskulös variieren.
  • Etwa 20 % der Menschen hierzulande zeichnen sich vor allem durch ein ausgeprägtes Becken aus.

Mythos 10: Beim Komprimieren der Matratzen leidet die Qualität

Illustration: Eine Frau rollt die komprimierte BODYGUARD Matratze aus. Matratzen-Angebote aus dem Internet werden häufig komprimiert versendet.

Wer seine Matratze online kaufen will, hat oftmals Bedenken, die ergonomischen Eigenschaften der Matratze könnten leiden, wenn sie komprimiert und gefaltet in einem Karton geliefert wird. Diese Sorge ist unbegründet. Es ergeben sich durch das fortschrittliche Verfahren der Komprimierung hingegen viele Vorteile. Statt über eine Spedition lassen sich die verhältnismäßig kleinen Kartons über den Postversand kostensparend verschicken. Viele Händler nutzen bereits DPD Predict, mit dem sich der genaue Zeitpunkt der Anlieferung planen lässt. Beim Versand im Karton wird zudem verhältnismäßig wenig Verpackungsmaterial benötigt und durch die erhöhte Anzahl komprimierter Matratzen im Lkw lassen sich CO2-Emissionen einsparen.

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