Ratgeber

Vor- und Nachteile von Microfaser-Bettwäsche

Foto: Nahaufnahme eines Stoffes aus Microfaser; die winzigen Maschen sind gerade so erkennbar.

Stoffe aus Microfaser haben sich in den letzten Jahrzehnten mehr und mehr verbreitet. Ein Microfasertuch zum Putzen ist in vielen Haushalten nicht mehr wegzudenken. Doch auch in anderen Bereichen haben sich die Stoffe aus mikroskopisch kleinen Fasern durchgesetzt. Während ein Mikrofaser-Handtuch noch eher eine Seltenheit darstellen mag, kommt man, zum Beispiel bei Outdoorbekleidung, kaum mehr um Microfaser-Stoffe herum. Denn sie sind atmungsaktiv, können Wärme aber trotzdem sehr gut isolieren. Außerdem sind sie verhältnismäßig günstig und aufgrund der feinen Faserstruktur sehr weich. Deshalb wird inzwischen auch Mikrofaser-Bettwäsche angeboten.

Was ist Mikrofaser?

Foto: Makroaufnahme eines Stoffes aus Microfaser; die einzelnen Fäden sind gut erkennbar.

Im Volksmund meist einfach nur Mikrofaser genannt handelt es sich dabei genau genommen um ein Gewebe aus einer zunächst nicht näher bestimmten Faser, deren Feinheit weniger als 1 dtex beträgt. Der Wert 1 dtex gibt an, dass 10.000 Meter einer solchen Faser lediglich 1 Gramm wiegen. Zum Vergleich:

  • Seide ist ca. 1,3 dtex,
  • Baumwolle ca. 1,5–2,5 dtex,
  • Schurwolle ca. 3–6 dtex fein.

Der Faserdurchmesser einer Microfaser bewegt sich zwischen 3 und 10 Mikrometer, der eines menschlichen Kopfhaars etwa zwischen 50 und 70 Mikrometer.

Ist das Polyester?

Foto einer Textilkennzeichnung: Auf dem Etikett steht „100 % Polyester“.

Microfasern bestehen zwar häufig aus Kunststoffen wie Polyester, müssen sie aber nicht. Der Begriff selbst gibt lediglich an, dass es sich um eine Faser mit einer Feinheit von weniger als 1 dtex handelt. Grundsätzlich existieren auch natürliche Microfasern, beispielsweise aus Lyocell, einer Cellulosefaser, die aus Holz gewonnen wird. Allerdings sind die allermeisten Mikrofaser-Stoffe im Handel aus Kunstfasern wie Polyester, Nylon oder Acryl. Dank der in der EU vorgeschriebenen Textilkennzeichnung muss der genaue Inhalt eines jeden Stoffs auf einem Label am Produkt angegeben werden. Da Mikrofaser selbst kein Material ist, finden sich darauf Angaben wie etwa „100 % Polyester“.

Die Vorteile

Animation eines Mikrofaser-Gewebes: Nahaufnahme; die einzelnen Maschen sind gut erkennbar.

Der größte Vorteil hochwertiger Microfaser-Bettwäsche ist die Langlebigkeit des Materials. Wie alle Polyester-Stoffe können auch Polyester-Mikrofaser-Stoffe über viele Jahre und Wäschen hinweg Form und Farbe behalten. Voraussetzung ist natürlich, dass es sich um hochwertige Mikrofaser-Bettwäsche handelt. Zudem wird Mikrofaser-Bettwäsche nachgesagt, sie sei sehr hygienisch und deshalb besonders für Hausstaubmilbenallergiker geeignet. Tatsächlich bieten Kunstfasern wie Polyester wenig Nährboden für Milben und Keime, denn sie können aufgenommene Feuchtigkeit sehr schnell wieder an die Luft abgeben. Wie die meisten modernen Polyester-Stoffe vereinen auch solche aus Mikrofasern eine hohe Atmungsaktivität mit einer guten Wärmeisolation.

Die Nachteile

Foto: Eine Hand streicht über Microfaser-Bettwäsche.

Microfaser-Stoffe können die unterschiedlichsten Formen annehmen. Je nach Webtechnik entstehen daraus glatte oder aufgeraute Oberflächen. Trotz dieser Vielseitigkeit ist nicht jeder vom Hautgefühl der Kunstfasern überzeugt. Wer sich bereits in Sport- oder Outdoorbekleidung aus Polyester unwohl fühlt, wird auch mit Mikrofaser-Bettwäsche aus Polyester Probleme haben. Einige empfinden zum Beispiel die rutschige Oberfläche glatter Mikrofaser-Stoffe als störend. Weil Microfaser kein geschützter Begriff ist, lässt sich allein anhand der Materialangabe nicht sagen, wie hochwertig das Produkt ist. Die Lebensdauer, bei hochwertiger Microfaser-Bettwäsche ein Vorteil, wird bei minderwertiger Microfaser-Bettwäsche zum Nachteil. Minderwertige Microfaser-Stoffe können mit der Zeit brüchig werden und Laufmaschen bilden.

Microfaser-Bettwäsche waschen

Foto: Nahaufnahme eines Temperaturreglers einer Waschmaschine; er ist auf 60 °C eingestellt.

Wie jede Bettwäsche sollte sich auch Microfaser-Bettwäsche bei 60 °C waschen lassen. Denn erst ab dieser Temperatur werden Allergene und Keime abgetötet. Vor dem Kauf sollte die Waschbarkeit unbedingt überprüft werden, gibt es doch vereinzelt auch Microfaser-Stoffe, die laut Herstellerangabe nur bei bis zu 40 °C gewaschen werden können.

Häufig findet sich die Empfehlung, auf Weichspüler zu verzichten – das aber bezieht sich nur auf Putztücher aus Mikrofasern. Mikrofaser-Bettwäsche kann, genauso wie Sport- und Outdoorbekleidung, mit Weichspüler gewaschen werden. Der Weichspüler kann sogar verhindern, dass sich der Mikrofaser-Stoff durch zu starke Reibung statisch auflädt.

Gut zu wissen: Das Umweltbundesamt rät dazu, Weichspüler nur dann einzusetzen, wenn man ihre Funktion auch wirklich benötigt. Denn durch die Verwendung von Weichspülern werden der Umwelt zusätzliche, meist unnötige Chemikalien zugeführt. Lädt sich ein Kunstfaserstoff statisch auf, kann bereits eine kleine Menge Weichspüler Abhilfe schaffen.

Baumwoll- oder Microfaser-Bettwäsche?

Microfaser-Bettwäsche hat ein anderes Hautgefühl als Bettwäsche aus Baumwolle. Beide Materialien haben ihre Vorzüge, weshalb das persönliche Empfinden ausschlaggebend für die Kaufentscheidung sein sollte – Bettwäsche muss sich gut anfühlen. Microfaser-Stoffe sind nicht jedermanns Sache, sollten vor dem Kauf also unbedingt ausprobiert werden. Baumwoll-Stoffe sind jedem bekannt und haben sich seit Jahrtausenden bewährt – hier kann man nicht viel falsch machen.

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Das Argument, Microfaser-Bettwäsche wäre besonders hygienisch und deswegen für Hausstaubmilbenallergiker empfehlenswert, mag in der Theorie stimmen. In der Praxis ist die Bettwäsche bei der Milbenbekämpfung aber kaum relevant, denn sie muss ohnehin regelmäßig gewechselt und gewaschen werden. Spezielle Encasing-Bezüge für Matratze, Bettdecke und Kissen können das Bett besser vor Milben und Allergenen schützen.

 

Was ist Microfaser-Bettwäsche?

Microfaser-Bettwäsche wird aus mikroskopisch kleinen Fasern hergestellt. Um als Mikrofaser zu gelten, muss der Faden feiner als 1 dtex sein. Zum Vergleich: Baumwolle ist ca. 1,5 bis 2,5 dtex fein. Microfaser-Stoffe werden fast immer aus Kunstfasern wie Polyester hergestellt, es gibt jedoch vereinzelt auch Mikrofasern aus natürlichen Rohstoffen wie Cellulose.

Wie gesund ist Microfaser-Bettwäsche?

Hochwertige Microfaser-Bettwäsche sollte gesundheitlich unbedenklich sein. Ein Label eines unabhängigen Prüfinstituts, wie der Standard 100 by Oeko-Tex®, kann Verbrauchern die Sicherheit geben, dass der Stoff schadstoffgeprüft ist.

Wie warm ist Microfaser-Bettwäsche?

Microfaser-Bettwäsche kann sehr warm sein, muss sie aber nicht. Weil Mikrofasern zu vielen unterschiedlichen Stoffen verarbeitet werden können, gibt es darauf keine allgemeingültige Antwort. Achten Sie im Einzelfall darauf, ob es sich um Sommerbettwäsche oder Winterbettwäsche handelt.

 

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