Schlafgeschichten

Das Betthupferl – verschönert den Gang ins Bett

Foto: Das Betthupferl wortwörtlich – ein Kind hüpft ins Bett.

Schon das Wort Betthupferl lässt darauf schließen, dass es sich um einen Begriff aus dem südlichen deutschsprachigen Raum handeln muss. Tatsächlich ist das Betthupferl hierzulande vor allem in Bayern verbreitet, doch auch in Österreich ist es weitreichend bekannt. In der Schweiz ebenso, allerdings unter dem Namen Bettmümpfeli. Ganz egal wo, gemeint ist dasselbe: eine kleine Nascherei vor dem zu Bett gehen oder eine Gutenachtgeschichte. Kinder können sich so vor dem Schlafengehen noch einmal auf etwas freuen, bevor sie den häufig ungeliebten Gang ins Land der Träume antreten müssen.

Schokolade und Co. vor dem Schlafen?

Foto: Das essbare Betthupferl – ein in roter Alufolie eingewickeltes Schokoladenherz liegt auf einem Kopfkissen.

Als Betthupferl Schokolade zu reichen, ist nicht unüblich. Ein österreichischer Süßwarenhersteller verkauft beispielsweise unter dem Namen Betthupferl seit 1958 eine Mischung aus Nusskrokant, Waffeln und Edelbitter-Schokolade. In einigen Hotels bekommt man auch heute noch eine solche oder andere kleine Süßigkeit auf das Kopfkissen gelegt. Auch wenn man das früher noch lockerer gesehen hat, Süßigkeiten nach dem Zähneputzen und vor dem Schlafen zu essen, ist aus zahnmedizinischer Sicht eine kleine Katastrophe. Zucker ist bekanntermaßen schlecht für die Zähne und sollte ganz besonders über Nacht keinesfalls im Mundraum verweilen.

Wortherkunft
Das Betthupferl setzt sich aus dem Substantiv „Bett“ und dem bayerischen beziehungsweise österreichischen Verb „hupfen“ zusammen. „Hupfen“ ist dem hochdeutschen „hüpfen“ respektive „springen“ gleichzusetzen. Das Betthupferl ist die letzte Aktivität des Tages, bevor man ins Bett hüpft.

Wer nach dem Zähneputzen noch einmal Lust auf ein Betthupferl bekommt, sollte, wenn überhaupt, nur zu kauintensiven säure- und zuckerfreien Lebensmitteln greifen. Das können zum Beispiel Nüsse, Selleriestangen, Paprika, frische Gurken oder rohe Karotten sein. Auch Hartkäse wie alter Gouda und Parmesan greifen den Zahnschmelz nicht an. Auf das Glas Wein dazu sollte aber unter anderem wegen der darin enthaltenen Säure verzichtet werden – ebenso wie auf Milchprodukte und Wurst, beides enthält Zucker.

Eine Gutenachtgeschichte als Betthupferl

Foto: Das Betthupferl in Form einer Gutenachtgeschichte – ein Vater liest seiner im Bett liegenden Tochter vor.

Zucker und Säure hin oder her, für die Mundhygiene ist es ohne Frage am besten, nach dem abendlichen Zähneputzen gar nichts mehr zu verzehren. Anstelle Süßigkeiten zu verteilen, wird deshalb häufig eine Gutenachtgeschichte erzählt, die vielerorts im übertragenen Sinn ebenfalls als Betthupferl bezeichnet wird. Für Kinder ebenso ein Grund zur Freude und vermutlich einschläfernder als so mancher Snack. Eltern, die es nicht jeden Abend schaffen, selbst vorzulesen, finden etliche Hörspiele mit kurzen Betthupferln zum Anhören. Auch der Bayerische Rundfunk veröffentlicht schon seit 1948 täglich ein rund fünfminütiges Betthupferl mit kurzen Gutenachtgeschichten für Kinder.

Betthupferl im Fernsehen

Der österreichische Fernsehsender ORF hat zwischen Mitte der sechziger und Mitte der achtziger Jahre eine Fernsehsendung mit dem Namen Betthupferl ausgestrahlt. Die kurze Sendung zeigte jeden Abend gegen 18 Uhr einen neuen rund vierminütigen Zeichentrickfilm oder ein Puppentheater für Kinder. Das Pendant im deutschen Fernsehen ist das seit 1959 ausgestrahlte Sandmännchen.

Gewohnheiten können den Schlaf verbessern

Foto: Ein Mädchen liegt im Bett und schläft.

Ganz gleich ob das Betthupferl eine kleine Nascherei am Abend oder eine Gutenachtgeschichte ist, es bringt Regelmäßigkeit in das allabendliche Schlafritual. Regelmäßigkeiten sind aus wissenschaftlicher Sicht sinnvoll, um das Ein- und Durchschlafen zu erleichtern. Für Kinder ist das besonders wichtig, doch auch Erwachsene können davon profitieren. So lassen sich eine Vielzahl von weitverbreiteten Schlafstörungen bereits durch die Einhaltung einer Schlafhygiene in den Griff bekommen.

 

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