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Wie schlafen Giraffen?

Foto: Drei Giraffen in der Savanne aus der Vogelperspektive

Die wenigsten Menschen haben wahrscheinlich schon einmal eine schlafende Giraffe gesehen oder können die Frage: „Wie schlafen Giraffen?“ spontan beantworten. Wie schlafen Giraffen also? Es ist nicht einfach, die großgewachsenen Paarhufer bei ihrem Nickerchen zu ertappen, da Giraffen zu den Tierarten mit dem geringsten Schlafbedarf zählen. Trotzdem ist der Schlaf auch für die scheuen Fluchttiere überlebenswichtig. Um davon genug zu bekommen, haben Giraffen ein erstaunliches System entwickelt.

Ein Leben zwischen Baumkrone und Boden

Ein ausgewachsenes Giraffenweibchen bringt etwa 830 Kilogramm auf die Waage und wird über vier Meter groß. Ein Giraffenbulle kann bis zu sechs Meter Höhe erreichen und wiegt im Schnitt ungefähr 1600 Kilogramm. Gesunde und erwachsene Giraffen werden eher selten von Feinden wie etwa Löwen attackiert. Große Raubtiere haben es vor allem auf junge oder geschwächte Tiere abgesehen. Schlafen Giraffen im Tiefschlaf auf dem Boden, sind allerdings auch die wehrhaftesten Tiere möglichen Angriffen schutzlos ausgeliefert.

Foto: Zwei Giraffen fressen Blätter von einem Baum.

Deshalb nutzen die grazilen Pflanzenfresser die Sicherheit, die ihnen ihr imposantes Wachstum bietet, auch in den Ruhepausen und so schlafen Giraffen meist im Stehen. Insgesamt schlafen Giraffen nur etwa zwei bis vier Stunden pro Tag. Ihre Ruhephasen teilen sie in mehrere sehr kurze Abschnitte auf. In der Regel dauern diese Pausen nicht länger als zehn Minuten. Damit ähnelt ihre Ruhedauer der eines Powernaps, der beim Menschen im Gegensatz zum Nickerchen von Giraffen natürlich unbedingt im Liegen oder Sitzen stattfinden sollte.

Schlafen Giraffen besser mit Einschlafritualen?

Die Schlafgewohnheiten von Giraffen sind in einigen Aspekten einzigartig, dennoch schlafen Giraffen manchmal ganz ähnlich wie artverwandte Tiere, beispielsweise Pferde oder Zebras. Auch diese Paarhufer verbringen einen Großteil ihrer Ruhezeit im Stehen. Allerdings unterscheiden sich Giraffen von ihnen, wenn sie sich doch einmal hinlegen. Dann können sie sich nicht, wie Pferde oder Zebras es gelegentlich tun, auf dem Boden ausstrecken, sondern falten ihren Körper regelrecht zusammen, um sensible Körperpartien wie Beine und Hals in einer sicheren Position zu halten.

Foto: Eine junge Giraffe rollt sich im Schlaf zusammen.

Um sich hinzulegen, muss eine Giraffe zunächst einmal einen ungefährdeten Ort finden, an dem sie sich absolut sicher fühlt. Dort geht sie in die Hocke, klappt ihre Beine zusammen und setzt sich hin. Ihren langen Hals rollt sie über ihrem Körper zusammen. So sind die wichtigsten Körperpartien der Giraffe gut geschützt und gelagert. Vor allem der lange Hals, der wie die Wirbelsäule eines Menschen aus sieben Wirbeln besteht, jedoch zehnmal länger ist als beim Menschen, muss in eine sichere Position gebracht werden. In ihrer zusammengekauerten Position schlafen Giraffen eher ähnlich wie Schwäne als wie Pferde oder Zebras.

Ein stabiler Kreislauf ist überlebenswichtig

Auf dem Boden schlafen Giraffen zwar sehr tief, gleichzeitig sind sie dabei sehr verletzlich. Zum einen wegen des Tiefschlafs, in dem sie sich befinden, zum anderen weil sie etwa 15 Sekunden benötigen, um sich aus dieser Position aufzurichten. Zu viel Zeit, um möglichen Angreifern noch entkommen zu können.

Wenn sich das höchste lebende Landtier auf den Boden beugt, bedeutet das zusätzlich noch eine große Herausforderung für das Herz-Kreislauf-System. Dieses ist extrem leistungsfähig, um das Blut durch den langen Hals in den Kopf der Giraffe zu pumpen. Gesunde Tiere haben einen Blutdruck von etwa 280/180 und damit den höchsten aller lebenden Säugetiere. Zum Vergleich: Bei einem gesunden Menschen beträgt der Blutdruck etwa 120/80.

Foto: Eine Giraffe sitzt auf dem Boden.

Viele kennen das schwummrige Gefühl, das auftritt, wenn man steht, zu schnell in die Hocke geht und dann wieder aufsteht. Bei dem Blutdruck einer Giraffe würde das die Gefahr eines Kreislaufkollapses oder Schlaganfalls bergen, nicht nur wenn sich das Tier zum Schlafen, sondern beispielsweise auch zum Trinken hinabbeugt. Dennoch schlafen Giraffen zumindest in dieser Hinsicht absolut sicher. Denn ihr Herz-Kreislauf-System hat sich an die extremen Höhenunterschiede angepasst, mit denen die Tiere in ihrem Alltag konfrontiert sind. In ihrem Kopf haben Giraffen zusätzliche Gefäße, die Blut aufnehmen, wenn der Blutdruck steigt. Zudem können sie den Druck auf den Arterien mit ihren Füßen ausgleichen, die so verdichtet sind, dass sie einen ähnlichen Effekt wie Kompressionsstrümpfe haben. Auf diese Weise schlafen Giraffen, ohne ihren Körper in Gefahr zu bringen.

Verschlafen Giraffen ihren Tag?

Lange am Boden verweilen können die Tiere allerdings nicht. In ihrer zusammengekauerten Position schlafen Giraffen etwa dreißig Minuten. Diese Zeit ist für ihre Regeneration äußerst wichtig, denn nur in dieser Zeitspanne erleben Giraffen REM-Phasen. Ihre Muskulatur ist dann vollständig entspannt und es kommt zu intensiven Träumen. Zum Vergleich: Ein Mensch durchlebt bei einem gesunden Schlaf von sieben bis acht Stunden Schlaf pro Nacht mehrere REM-Phasen, die insgesamt etwa zwei Stunden dauern.

Foto: Zwei Giraffen blicken über einen Zaun.

Eine weitere Parallele zu Menschen gibt es allerdings noch: Wenn sie unter Stress stehen, schlafen Giraffen anders. In gestresstem Zustand lassen sie die wichtige Schlafphase auf dem Boden ausfallen. Das kann beispielsweise bei Tieren in Gefangenschaft passieren, wenn sie in einen anderen Zoo gebracht werden und sich die neue Umgebung für sie befremdlich anfühlt oder wenn die Tiere trauern. In diesen Situationen schlafen Giraffen nur in den kurzen Ruhepausen im Stehen. Bei Menschen würde dieses Erholungsmuster und der damit verbundene Schlafentzug in kürzester Zeit zu gravierenden gesundheitlichen Problemen führen.

Schlaf als Spiegel der Gesundheit

Schlafen Giraffen deutlich zu wenig, ist der Zustand auch für sie gesundheitsgefährdend. Mehr als ein paar Tage sollten die Tiere nicht komplett im Stehen verbringen. Im Gegensatz dazu kann es aber auch ein gefährliches Symptom sein, wenn etwa eine junge Giraffe zu lange auf dem Boden verbringt, denn bei jungen Tieren macht sich Hunger oft durch einen lange andauernden REM-Schlaf bemerkbar. Dies kann sich lebensbedrohlich verlängern, wenn die Mutter keine Milch gibt. Selbst wenn sich gesunde Giraffen ausruhen, mag dies für Menschen nicht nach Entspannung aussehen. Aber der Erholungseffekt für die Tiere ist groß. Auf die Frage: „Wie schlafen Giraffen?“ könnte man deshalb auch knapp antworten: Erstaunlich gut.

Kann sich eine Giraffe hinlegen?

Auch wenn Giraffen einen Teil ihrer Ruhezeit im Stehen verbringen, benötigen sie für die Tiefschlafphase eine Rast auf dem Boden. Allerdings strecken sich die höchsten Landtiere der Erde nicht in voller Größe auf dem Boden aus, sondern setzen sich hin. Ihren langen Hals rollen sie über dem Körper zusammen. So sind die sensibelsten Körperpartien der grazilen Tiere gut geborgen.

Warum darf eine Giraffe nicht liegen?

Das Herz einer Giraffe muss eine Hochleistung erbringen, um das Blut durch den langen Hals in den Kopf des Tieres zu pumpen. Der Blutdruck einer Giraffe misst etwa 280/180 und ist damit der höchste aller lebenden Säugetiere. Zwar kann sich der Kreislauf der Giraffe durch zusätzliche Blutgefäße im Kopf und einer kompressionsartig verdichteten Beinstruktur auch in Bodenhöhe stabil halten, dennoch birgt die vollständige Liegeposition das Risiko eines Kreislaufzusammenbruchs.

Wie lange schlafen Giraffen in der Wildnis?

Ein langer, tiefer Schlaf kann in der Wildnis lebensgefährlich sein. Deshalb teilen Giraffen ihre Schlafdauer gut ein. Ihre Ruhezeit beschränkt sich auf kurze Ruhephasen, die sie im Stehen abhalten und mehrmals über den Tag verteilen. Diese Phasen dauern, ähnlich wie ein Powernap, nur etwa zehn Minuten. Auf dem Boden rasten Giraffen selten länger als dreißig Minunten. Insgesamt schlafen sie nur zwischen zwei und vier Stunden am Tag und zählen zu den Tieren mit einem äußerst geringen Schlafbedürfnis.

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