Glossar

Heizdecke und Wärmeunterbett: Darauf kommt es an

Steht die kalte Jahreszeit vor der Tür, steigt das Interesse an elektrischen Heizdecken, Wärmeunterbetten oder Wärmekissen. Sie bieten direkte Wärme binnen kürzester Zeit und kosten kein Vermögen. Jedoch ist die elektrische Wärmezufuhr mit einer beheizbaren Decke oder einem Kissen nicht ganz ungefährlich. Wir erklären, worauf beim Kauf einer Heizdecke, eines Heizkissens oder Wärmeunterbettes zu achten ist und wie man am besten damit umgeht.

Heizdecken und ihre Vorgänger: seit mehr als 100 Jahren

Die Vorgänger der heutigen Heizdecken waren gusseiserne Bettwärmepfannen, die mit glühender Kohle gefüllt wurden. Ab Ende des 19. Jahrhunderts, als sich die Stromversorgung zunehmend verbreitete, wurden sie von elektrischen Heizdecken und -kissen abgelöst. Heiz- oder Wärmedecken bedienen sich einer leicht zu realisierenden Technik: Fließt Strom durch einen Draht mit hohem Widerstand, entsteht Wärme. Im Inneren einer Heizdecke befinden sich viele kleine, flexible Drähte, die durch eine Umhüllung vor Feuchtigkeit geschützt sind.

Vorsicht bei älteren Heizdecken

Moderne Heizdecken besitzen einen Überhitzungsschutz und eine sensorgesteuerte Abschaltautomatik, für den Fall, dass die Heizdecke aus Versehen nicht abgeschaltet wurde. Da es Heizdecken seit über einem Jahrhundert gibt, muss bedacht werden, dass gerade älteren Modellen diese und weitere Komfort- und Sicherheitsfunktionen fehlen könnten. Heizdecken aus Familienbesitz sollten also im Zweifelsfall lieber durch ein moderneres Fabrikat ausgetauscht werden. Denn nicht selten sind Heizdecken als Brandverursacher in den Medien.

Abschaltautomatik und Co. – manche mögen’s zu heiß

Eine weitere Gefahr bei der Verwendung von Heizdecken ist, dass man sich zu lange zu hohen Temperaturen aussetzt. Eine zeitgesteuerte Abschaltautomatik sollte auch deshalb unbedingt zu den Ausstattungsmerkmalen einer modernen Heizdecke gehören. Wer dann auf oder unter der Heizdecke einschläft, ist der künstlichen Wärme zumindest nicht ungewollt die ganze Nacht ausgesetzt.

Ebenso sollte eine Abschaltautomatik integriert sein, die vor zu hohen Temperaturen schützt. Dieser Überhitzungsschutz sollte eigentlich zur Grundausstattung einer jeden Heizdecke gehören. Funktioniert dieser Überhitzungsschutz nicht, ist er falsch eingestellt oder schlicht nicht vorhanden, kann es gefährlich werden – im Extremfall besteht sogar Brandgefahr. Doch auch bei niedrigeren Temperaturen ist Vorsicht geboten.

Obwohl nicht jeder diese Temperaturen als zu heiß wahrnimmt, kann es bereits zwischen 43 und 47 °C zu leichten Verbrennungen kommen. Bleiben anschließend rötliche Flecken auf der Haut zurück, war es zu heiß. Verbrennungen dieser Art verschwinden meist wieder von selbst. Wird die Haut derart gereizt, dass Pusteln, Besenreißer oder gar bräunliche Verfärbungen zurückbleiben, sollte unbedingt ein Hautarzt aufgesucht werden.

Heizdecke oder Wärmeunterbett?

Je nachdem, ob man auf oder unter der Decke liegen möchte, muss man sich für eine Heizdecke oder ein Wärmeunterbett entscheiden. Der Begriff Heizdecke wird zwar gerne allgemein verwendet, doch eigentlich handelt es sich dabei um eine beheizbare Zudecke. Viele Modelle sind nicht darauf ausgelegt, dass man sich dauerhaft auf die Decke legt. Unter Umständen können die empfindlichen Heizdrähte dadurch beschädigt werden.

Wer eine Heizdecke zum Darauflegen sucht, beispielsweise, um sie im Bett zwischen Matratze und Bettlaken zu legen, der sollte zu einem Wärmeunterbett greifen, manchmal auch nur Wärmebett oder Bettheizung genannt. Viele davon verfügen über programmierbare Zeitschaltuhren, wodurch sich das Bett ab einer bestimmten Uhrzeit vorheizen lässt. Allerdings sollte ein Wärmeunterbett nicht als Heizdecke verwendet werden. Diese Modelle eignen sich vor allem für die feste Installation auf der Matratze. Viele Wärmeunterbetten sind nicht darauf ausgelegt, dass sie ständig gefaltet und geknickt werden.

Heizkissen: für Nacken, Schulter und Rücken

Bei einem Heizkissen handelt es sich um eine etwas kleinere und handlichere Form der Heizdecke. Wer im Winter gerne zur Wärmflasche greift, findet in einem elektrischen Heiz- beziehungsweise Wärmekissen die etwas bequemere Alternative. Anstatt auf das kochende Wasser warten zu müssen, hält man hier innerhalb von Sekunden ein warmes Kissen in der Hand. Heizkissen lassen sich grundsätzlich einfacher an bestimmten Stellen einsetzten, wie etwa dem Rücken. Einige Modelle sind sogar speziell für die Nacken- und Schulterpartie entworfen und können direkt dort getragen werden.

Wärme 2.0 – smarte Heizdecken und portable Heizkissen mit Akku

Smart-Home-Produkte sind immer beliebter und so verwundert es kaum, dass es inzwischen auch smarte Heizdecken gibt. Sehr verbreitet sind sie nicht, aber wer ein bisschen danach sucht, findet Heizdecken beziehungsweise Wärmeunterbetten, die sich mit einer App oder einem Sprachassistenten fernsteuern lassen. So kann das Aufwärmen des Bettes nicht nur individuell vorprogrammiert werden, sondern auch spontan per Sprachbefehl von der Couch aus oder auf dem Weg nach Hause per App gestartet werden.

Auch akkubetriebene Geräte finden sich auf dem Markt, meist sind es Heizkissen mit Akku. Sie sind vor allem für den Einsatz unterwegs oder draußen gedacht. Weil die Akkus immer nur ein paar Stunden Wärme spenden können, empfiehlt es sich, zu einem Modell zu greifen, das sich auch am Zigarettenanzünder des Autos aufladen lässt. So können Camper und Outdoor-Begeisterte ihre Heizkissen mit Akku tagsüber wieder unkompliziert aufladen.

Pflege und laufende Kosten

Die Pflege moderner Heizdecken gestaltet sich vergleichsweise einfach. Inzwischen können nämlich die meisten Heizdecken und Wärmeunterbetten gewaschen werden. Dazu sollte man entweder ein Modell wählen, bei dem sich der Bezug abnehmen lässt, oder eines, das vom Netzstecker getrennt und in der Waschmaschine gewaschen werden kann. Bei einigen günstigeren Modellen ist das nicht möglich, weshalb nur noch eine professionelle chemische Reinigung bleibt. Wie sich ein Produkt genau pflegen lässt, steht meist in der Bedienungsanleitung oder auf dem angenähten Wäschezeichen.

Die laufenden Kosten für Heizdecken und Co. müssen individuell berechnet werden. Je mehr Watt die Heizdecke hat, umso schneller heizt sie auf, verbraucht aber auch mehr Strom. Anhand der Höhe des Verbrauchs in Watt in der gewünschten Einstellung, wie lange und wie oft die Heizdecke betrieben wird und wie hoch der Strompreis ist, lässt sich der Jahresverbrauch errechnen. Beispiel: Eine Heizdecke mit einem Stromverbrauch von 100 Watt kostet bei durchschnittlich 4 Betriebsstunden pro Tag aktuell etwa 21 Euro im Jahr – wenn man bedenkt, dass sie zwar 7 Tage die Woche, aber nur rund 6 Monate im Jahr benutzt wird.

Auf Prüfsiegel achten: CE, GS, VDE und Oeko-Tex®

Der Markt für Heizdecken, Wärmeunterbetten und Heizkissen ist vergleichsweise unübersichtlich – viele Hersteller buhlen um die Gunst der Kunden. Prüfsiegel können Aufschluss darüber geben, ob es sich um ein vertrauenswürdiges Produkt handelt oder nicht.

Da wäre zunächst das Prüfsiegel CE, womit sich der Hersteller verpflichtet, produktspezifische EU-Richtlinien einzuhalten. Da es sich dabei aber um eine freiwillige Verpflichtung handelt, die nicht kontrolliert wird, ist dieses Siegel als Qualitätskriterium zu vernachlässigen.

Das GS-Siegel (geprüfte Sicherheit) ist dagegen schon aufschlussreicher, denn hier finden tatsächliche Kontrollen statt. Allerdings wird dieses Siegel häufig gefälscht. Ist das Zeichen zum Beispiel nur auf die Verpackung aufgeklebt, sollte man vorsichtig sein: Die meisten Hersteller, die sich den Kontrollen für das Prüfsiegel unterziehen, drucken dieses direkt auf die Verpackung.

Das VDE-Zeichen wird vom Verband der Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik vergeben. Es steht für die elektronische Sicherheit, vorausgesetzt, das Produkt wird sachgemäß verwendet. Der VDE besitzt ein eigenes Prüfinstitut und das Zeichen kann als vertrauenswürdig angesehen werden, wenn es um die Elektronik geht.

Das Label Oeko-Tex® Standard 100 ist vor allem in der Textilbranche zu Hause. Auch der HyBreeze® Funktionsbezug der BODYGUARD® Matratze ist mit diesem Label ausgezeichnet. Es steht für einen umfangreichen Kriterienkatalog, der weit über die gesetzlichen Vorgaben hinausgeht. Dieser beinhaltet die Einhaltung von Grenzwerten und schließt beispielsweise die Verwendung von krebserregenden Farbstoffen aus. Das Siegel gilt als sehr seriös und wird nach Prüfung immer für ein Jahr vergeben, bevor das Produkt wieder geprüft werden muss. Das Label Oeko-Tex® Standard 100 findet sich auf vielen Heizdecken, gibt jedoch keinen Aufschluss über die Qualität der verbauten Elektronik.

Frische Luft und warme Füße

Heizdecken haben den großen Vorteil, dass die Wärme direkt an den Körper abgegeben wird und so gut wie gar nicht an die Raumluft. Das heißt, da man es selbst unter oder auf der Decke schön warm hat, stört eine kühlere Raumluft meist nicht. Und das kann für besonders Verfrorene im Winter durchaus nützlich sein. Denn wer schnell friert, der neigt in der kalten Jahreszeit dazu, die Heizung hochzudrehen und wenig zu lüften. So wird die Raumlauft allerdings schnell trocken und das kann den Schlaf negativ beeinflussen. Eine Heizdecke oder ein Wärmeunterbett könnte dabei helfen, die richtige Luftfeuchtigkeit für ein gesundes Schlafklima zu wahren.