Glossar

Schlafmaske – Dunkelheit zum Schlafen

Illustration: Eine Frau schläft entspannt und trägt dabei eine Schlafmaske.

Eine Schlafmaske unterstützt das Einschlafen und Durchschlafen. Aber nicht nur Menschen, die in der Nacht durch Lichtquellen im Schlaf gestört werden, profitieren von einer Schlafmaske. Reisende in Bahn oder Flugzeug oder Schichtarbeiter, die ihren Schlaf am Tage nachholen, können mit einer Maske auf den Augen für Dunkelheit sorgen.

Warum stört das Licht den Schlaf?

Genauso wie Lärm kann auch Licht den Schlaf stören. Nicht jeder Mensch reagiert sensibel auf Licht, aber dennoch hat Licht einen erheblichen Einfluss auf unseren Organismus. Biochemische Prozesse im Körper steuern unsere innere Uhr, also unseren Tag-Nacht- bzw. Schlaf-wach-Rhythmus. Die Regulierung dieses Biorhythmus hängt von äußeren Einflüssen ab. So wird etwa die Bildung und Ausschüttung des Schlafhormons Melatonin im Wesentlichen durch Licht bestimmt.

Trifft Licht auf die Rezeptoren der Netzhaut in unseren Augen, dann signalisieren sie dem Gehirn, dass Tag ist. Der Körper fährt den Stoffwechsel hoch und bereitet sich auf die Wachphase vor. Nimmt das Tageslicht hingegen zum Abend ab, gelangen weniger Reize zum Gehirn, es ist Nacht. Nun beginnt die Melatoninproduktion. Melatonin verlangsamt den Stoffwechsel wieder und wir werden müde.

Foto: Durch ein Fenster scheint Licht von draußen ins Schlafzimmer.

Genaugenommen tragen also Licht und Schatten zur Regulierung des Schlaf-wach-Rhythmus bei. Unsere moderne Welt kennt aber kaum noch richtige Dunkelheit. Hell erleuchtete Straßen vor dem Schlafzimmerfenster, Fernsehen vorm Zubettgehen oder das Smartphone im Bett hindern die Ausschüttung von Melatonin. Der Organismus fährt nicht herunter und wir haben Mühe einzuschlafen.

Doch auch im Schlaf kann uns eine zu helle Umgebung stören. Denn selbst durch die geschlossenen Augenlider gelangen geringe Lichtmengen zur Netzhaut. Die Melatoninproduktion wird gebremst, der Tiefschlaf setzt verzögert ein und der Körper bekommt nicht ausreichend Erholung. Auf Dauer kann so etwas den Schlaf-wach-Rhythmus durcheinanderbringen. Die Folgen einer daraus resultierenden Schlafstörung sind immens.

Wenn die Nacht zu hell ist – Schlafmaske als Einschlafhilfe

Störende Lichtquellen in der Nacht gibt es etliche. Mondschein, Straßenbeleuchtung oder die Leuchtanzeige des Weckers können uns vom Einschlafen abhalten. Eine einfache Lösung, um die Störlichter auszublenden, bietet eine Schlafmaske.

Da Schlafmasken ähnlich wie Brillen auf die Augen gesetzt werden, ist auch der Begriff Schlafbrille geläufig. Schlafmasken zieht man wie eine Skibrille aufs Gesicht und verdeckt damit vollständig die Augen. So kann Licht die Melatoninausschüttung nicht mehr hemmen. Unser Körper entspannt und wir schlafen leichter ein.

Foto: Eine Frau schläft am Tag im Bett, dabei trägt sie eine Schlafmaske.

Schlafmasken unterstützen aber auch das Durchschlafen. Schon geringe Lichtreize können in der Nacht zum Erwachen führen oder die Tiefe des Schlafes beeinträchtigen. Der Schlaf kann in solchen Fällen weniger erholsam sein. Der frühe Sonnenaufgang in den Sommermonaten hindert deshalb viele Menschen am Durchschlafen. Auch Paare, die gemeinsam in einem Bett schlafen, wecken sich mitunter gegenseitig, wenn einer von beiden früher aufstehen muss. Schon ein kurzzeitig beleuchtetes Schlafzimmer kann die Wachphase einleiten, wie man es von einem Tageslichtwecker kennt. Eine Schlafmaske ist ein einfaches Mittel, um sich vor störenden Lichtquellen zu schützen.

Schlafmaske am Tag und auf Reisen

Ein kurzes Mittagsschläfchen am Tage kann erfrischend wirken. Am Arbeitsplatz oder zu Hause ist es dafür aber oft zu hell. Eine Schlafmaske ist die einfachste Möglichkeit, um sich gegen das Tageslicht abzuschotten. Eine Hilfe kann das auch für einige Berufsgruppen sein, für die Schicht- und Nachtarbeit unvermeidlich ist.

Foto: Auf einem Sitz liegt ein Nackenkissen, darauf liegen Ohrstöpsel und Schlafmaske.

Wer viel mit der Bahn oder dem Flugzeug unterwegs ist, kann die lange Reisezeit im Verkehrsmittel unter anderem zum Schlafen nutzen. Die Schlafhygiene ist dann zwar nicht mehr einzuhalten, aber mit Schlafmaske und Ohrstöpsel lässt sich die Umgebung weitestgehend ausblenden.

Schlafmasken mit Extras

Müde Augen brauchen Pflege. Wer stundenlang am Bildschirm arbeitet, strapaziert seine Augen. Um müden Augen neue Energie zu schenken, gibt es spezielle Augenmasken. Das sind feuchtigkeitsspendende und kühlende Cremes zum Auftragen oder Pads, die unter dem Auge auf die Gesichtshaut gelegt werden und angestrengte Augen beruhigen. Solche Pads gibt es auch als augenumschließende Masken. Für regelmäßige Anwendungen empfiehlt sich eine wiederverwendbare Augenmaske mit integriertem Kühlkissen.

Foto: Eine Person trägt eine Augenmaske mit Kühlpads.

Augenmasken eignen sich allerdings nicht zum Schlafen, da sie kein Licht abschirmen. Wer auch im Schlaf seine Augen leicht kühlen möchte, für den bieten sich Schlafmasken mit herausnehmbarem Kühlkissen an.

Achten Sie aber auch auf die Symptome, statt sie nur zu betäuben, und gönnen Sie Ihren Augen Ruhe, wenn sie sie brauchen. Sonst riskieren Sie womöglich irreparable Schäden.

Eine besondere Form der Schlafmaske stellen gewölbte Modelle da. Die Wölbung bietet den Vorteil, dass die Schlafmaske nicht mit dem Augenlid in Berührung kommt. So werden Druck auf das Auge oder Reizungen des Augenlids vermieden.

Medizinische Schlafmaske

Foto: Eine Frau trägt beim Schlafen eine Atemmaske.

Unter dem Begriff Schlafmasken werden auch umgangssprachlich Atemmasken verstanden, die zur Behandlung der Schlafapnoe eingesetzt werden. Von Schlafapnoe Betroffene leiden unter Aussetzern der Atmung im Schlaf. Um die Atemstörungen zu unterbinden, tragen Patienten während des Schlafes eine Atemmaske, über die ein geringer Überdruck in den Atemwegen erzeugt wird. Eine solche CPAP-Atemmaske bedeckt nur die Nase oder Nase und Mund und hat daher nichts mit einer klassischen Schlafmaske gemein.

Alternativen: wenn die Schlafmaske stört

Schlafmasken gibt es in vielen Farben, Formen und Größen. Besonders komfortable Schlafbrillen haben Polster bzw. Wölbungen zum Schutz der Augenlider und Wimpern. Dennoch empfinden manche Menschen eine Schlafmaske als Fremdkörper oder verspüren trotz allem Komfort einen unangenehmen Druck beim Tragen.

Foto: Eine halb geöffnete Jalousie, das Mondlicht scheint hindurch.

Wer mit einer Schlafmaske nicht zurechtkommt oder trotz einer solchen nicht besser schlafen kann, sollte alternativ auf eine gesunde Schlafhygiene achten. Besonders wichtig ist dabei für ausreichend Verdunklung im Schlafzimmer zu sorgen. Rollos oder lichtundurchlässige Vorhänge helfen dabei. Störende Lichtquellen sollten aus dem Zimmer verbannt werden.

 

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