Ratgeber

Kindermatratze – welche Matratze für Kinder geeignet ist

Foto: Ein Kleinkind steht aufrecht auf einer Matratze und halt sich dabei an den Stäben des Gitterbettes fest.

Kinder befinden sich noch im Wachstum. Während das bei Anziehsachen häufige Neuanschaffungen bedeutet, sollte eine Kindermatratze den im Wachstum befindlichen Körper über lange Zeit in unterschiedlichen Körpergrößen und Ausprägungen gut abstützen. Eine der größten Unsicherheiten für Eltern besteht darin, ab welchem Alter welche Matratze genutzt werden sollte. Wann ist es Zeit für den Wechsel von der Babymatratze zur Kindermatratze? Ist ein Zwischenschritt in Form einer Kleinkindmatratze sinnvoll oder gar notwendig? Die Antwort liegt in den unterschiedlichen Anforderungen an eine Baby-, Kleinkind- oder Kindermatratze.

Unterschiede zwischen Kindermatratze und Babymatratze

Zweigeteilte Illustration in Vogelperspektive: links: die zwei gängigen Babymatratzen in den Maßen 60x120 und 70x140 cm - rechts eine Kindermatratze 90x200 cm.

Kindermatratze und Babymatratze unterscheiden sich zunächst in der Größe. Ein normales Kinderbett hat standardmäßig eine Größe von 90 x 200 cm und kann so auch mit einer gängigen Matratze für Erwachsene bestückt werden. Eine ausgewiesene Kindermatratze 90x200 ist nicht zwingend notwendig. Bei Babybetten sind 60 x 120 und 70 x 140 cm die am weitesten verbreiteten Maße. Die wichtigsten Unterschiede zwischen Babymatratze und Kinderbettmatratze bestehen jedoch in den Liegeeigenschaften der Schlafunterlage. Hier kommen unterschiedliche Ansprüche an den Härtegrad, die Zonierung oder Schadstoffe zum Tragen.

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Härtegrad – eine Frage der Sicherheit

Für Babys empfehlen sich eher harte Matratzen, damit der Kopf nicht zu tief in die Schlafunterlage einsinken kann. Babymatratzen sollten nach der Norm DIN EN 16890 geprüft sein, um sicherheitstechnische Anforderungen zu erfüllen.

Eine Kindermatratze kann hingegen in weichen als auch festen Härtegraden gut abstützen. Wichtig ist, wie bei Matratzen für Erwachsene, dass die Wirbelsäule richtig gelagert wird. Im Bereich schwerer Körperpartien sollte die Matratze also entsprechend nachgeben – nicht zu viel, aber auch nicht zu wenig.

Tipp:

Die Liegehärte der Matratze bezieht sich auf ihre Flächenbelastung. Bei punktueller Belastung kann eine feste Matratze sehr weich reagieren. Für Trittsicherheit im Bett kann bei einer Kindermatratze eine festere Trittkante, etwa durch einen gesäumten Matratzenbezug oder eine verstärkte Seitenfläche, von Vorteil sein. Ein stabiler Rand verringert die Gefahr, beim Springen und Toben durch heruntergetretene Matratzenkanten zwischen den Bettrahmen zu rutschen. Derartige Verletzungsmöglichkeiten durch Quetschungen oder das Herunterfallen vom Bett können aber auch durch Absprachen mit dem Kind vermieden werden. Gerade Eltern und Kinder mit einem Hochbett treffen häufig von vornherein die Vereinbarung, dass das Bett keine Hüpfburg, sondern ein Ort der Ruhe ist und ausschließlich zum Entspannen, Kuscheln, Lesen und Schlafen dient.

Liegezonen für Babys, Kleinkinder und Kinder?

Babys und Kleinkinder profitieren nicht von einer Zonierung der Matratze. Ihr zu geringes Körpergewicht und ihr lebendiges Schlafverhalten, das keiner festgelegten Liegerichtung folgt, nehmen jeglichen Liegezonen den Sinn. Auch eine Kindermatratze benötigt keine Liegezonen, da der im Wachstum befindliche Körper und die für die jeweiligen Körperzonen bestimmten Zonen je nach Schnitttechnik nur kurze Zeit oder gar nicht übereinstimmen würden. Eine Matratze kann eben nicht mitwachsen.

Foto: Ein Baby liegt mit dem Rücken zum Betrachter mittig auf einer großen Matratze.

Sobald sich die Körpergröße des Kindes im Bereich eines Erwachsenen bewegt und sich durch das Wachstum im Verhältnis zur Lage auf der Matratze absehbar nur noch marginale Änderungen ergeben, kann eine zonierte Matratze sinnvoll sein. Bei diesen Matratzen passen sich die Liegezonen auf verschiedene Bedürfnisse unterschiedlich ausgeprägter Körperzonen an.

Die Mär von der Schadstofffreiheit

Eltern möchten ihre Kinder vor allem, was schädlich sein könnte, beschützen. Schadstoffe können gerade im Wachstum negative Folgen haben. Daher werben unterschiedliche Anbieter gern mit einer Schadstofffreiheit, die es de facto nicht geben kann. Unsere Umwelt besteht aus unterschiedlichsten Stoffen. Abhängig von der Dosis kann selbst ein elementarer Grundbaustein unseres eigenen Körpers schädlich sein. Wichtig ist, dass festgelegte Grenzwerte nicht überschritten oder in einem Material enthaltene Stoffe nicht an die Umgebung abgegeben werden. Vor allem bei Matratzen, mit denen Kinder wie Erwachsene täglich über Stunden auf vollen Körperkontakt gehen, kommt dieser Fakt zum Tragen.

Einige wenige Label, wie etwa das Oeko-Tex® Standard 100, garantieren die unabhängige Prüfung von Produkten und Rohmaterialien auf die Einhaltung strengster – für Säuglinge geeignete – Grenzwerte. Andere Institute prüfen die Abgabe potenziell gefährlicher Stoffe an die Umgebung, wie etwa die Deutsche Bundesanstalt für Materialprüfung.

Tipp:

Zahlreiche, teils von Herstellern selbst kreierte Siegel oder Zertifikate befinden sich im Umlauf. Achten Sie bei Siegeln und Zertifikaten auf die Transparenz der Prüfkriterien. Diese geben einen Anhaltspunkt für die Seriosität der Prüfinstanz.

Ab wann von der Babymatratze zur Kindermatratze?

Um den Wechsel zwischen Babymatratze und Kleinkindmatratze zu erleichtern, bieten einige Hersteller Matratzen mit unterschiedlichen Liegeseiten an: eine für das Baby, die andere für das Kleinkindalter. Oft ist der Unterschied zwischen den Seiten nur marginal. Je nach Größe des Babybetts ist eine Zwischenlösung, also eine Kleinkindmatratze, hinfällig, da eine Kindermatratze bereits für Kleinkinder geeignet ist. Lediglich die Ansprüche an die Sicherheit des Bettes unterscheiden sich zwischen Kleinkind und Kind. Die Übergänge zwischen dem Schlafverhalten der einzelnen Wachstumsphasen sind fließend. Sie können, etwa mit einem Bettgitter, ihr Kleinkind bereits problemlos in einem Kinderbett schlafen lassen. Sollten Sie die Variante des gemeinsamen Schlafens im Familienbett bevorzugen, können Sie in der Regel nach dieser Zeit problemlos auf eine Kindermatratze für das erste eigene Kinderbett wechseln.

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Ob Beistellbett, Gitterbett, Baby-, Kleinkind- oder Kinderbett – Zeit für den Wechsel zwischen den Schlafstätten ist es spätestens, wenn an Kopf und Fußende nicht mehr ausreichend Raum zur Verfügung steht. Etwa zehn Zentimeter Platz nach oben und unten sollte das Kind mindestens haben. Der Wechsel ist also keine Frage des Alters, sondern der Größe des Kindes und des Bettes. Größere Babybetten enden meist bei einer Länge von 140 cm. Sie sind also maximal bis zu einer Körpergröße von 120 cm nutzbar. Dann sollte der Wechsel zur Kindermatratze erfolgen.

Welcher Härtegrad für Kinder?

Für Kinder wie Erwachsene gilt: Ob eine Matratze gute Liegeeigenschaften besitzt, hängt nicht vom Härtegrad ab. Sowohl weiche als auch feste Matratzen können sich, je nach Vorliebe, als Kindermatratze eignen. Einzig bei Babymatratzen sollte auf eine feste Schlafunterlage zur Reduzierung der Erstickungsgefahr und Unterstützung der noch nicht vollends ausgebildeten Wirbelsäule zurückgegriffen werden.

Was ist wichtig bei einer Babymatratze?

Eine Babymatratze sollte nach der DIN-Norm EN 16890 geprüft sein. Eine solche Matratze gewährleistet, dass das Kind nicht zu tief in die Schlafunterlage einsinken kann und es zum Atemrückstau kommt. Besonders wichtig ist auch die Einhaltung festgelegter Grenzwerte potenziell schädlicher Stoffe.

Auf was muss man bei Kindermatratzen achten?

Neben dem Härtegrad und geprüfter Qualität hinsichtlich Schadstoffen ist ein abnehmbarer und waschbarer Matratzenbezug bei einer Kindermatratze von großem Vorteil. Trockenwerdung ist ein Prozess, bei dem es beispielsweise durch Stresssituationen oder Krankheit auch nach Jahren immer noch zu einzelnen Unfällen kommen kann. Aus einem bei 60 °C hygienisch waschbarem Bezug lassen sich leicht Urin, Erbrochenes oder heimlich ins Bett geschmuggelte Schokolade entfernen.


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