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Zu viel Schlaf – wann ist viel Schlaf zu viel?

Foto: Mann schläft mit Buch auf dem Gesicht sitzend auf einer Bank.

Zu viel Schlaf macht nicht munter. Im Gegenteil: Wer zu viel schläft, fühlt sich schlapp und antriebslos. Doch wann ist zu viel Schlaf zu viel? Ist zu viel Schlaf auf Dauer ungesund? Und wie viel Schlaf ist gut?

Bringt mehr Schlaf mehr Gesundheit?

Schlaf ist wichtig für unsere Gesundheit. Während wir schlafen, stellt unser Organismus alles auf Regeneration, das Immunsystem wird gestärkt und das Gehirn verarbeitet Geschehenes. Die Annahme, mit so viel Schlaf wie möglich würde man seinem Körper etwas Gutes tun und man würde länger gesund bleiben, ist falsch. Genau wie zu wenig Schlaf führt auch zu viel Schlaf zu Problemen. Der Stoffwechsel kommt durcheinander und die Hormonregulation wird gestört. Trägheit, Müdigkeit und Kopfschmerzen sind die Folge. Bleibt es bei vereinzelten Zu-viel-Schläfchen, sind das die einzigen Folgen. Hinter das Steuer eines Autos sollte man sich aber dennoch nicht setzen, hier gilt wie bei Übermüdung durch zu wenig Schlaf: Auto stehen lassen.

Foto: Im Rückspiegel eines Autos ist ein Mann mit geschlossenen Augen zu sehen.

Schläft man regelmäßig zu viel und ist dann stets schlapp, handelt es sich möglicherweise um eine Schlafstörung: die Hypersomnie, auch Schlafsucht genannt. Studien belegen, dass dauerhaft zu viel Schlaf das Risiko eines Schlaganfalls erhöht. Zudem besteht ein Zusammenhang zwischen zu viel Schlaf und Übergewicht, Diabetes, Depressionen, Alzheimer, Parkinson oder Herzkrankheiten. Dabei ist noch nicht ausreichend erforscht, ob diese und andere Krankheiten die Folge von zu viel Schlaf sind oder diesen auslösen. Auffällig ist, dass die Schlafsucht und obige Krankheitsbilder oft gemeinsam auftreten.

Drogen- und Alkoholsucht sind eindeutige Ursachen für eine Hypersomnie, da sie die Schlafqualität stark verschlechtern und der Körper die fehlende Erholung durch mehr Schlaf auszugleichen versucht. Die häufigste Ursache für Schlafsucht ist die Schlafapnoe. Die charakteristischen Atemaussetzer bewirken einen Sauerstoffmangel im Körper, was das Stresslevel enorm steigert. Derart schlechter Schlaf hat ein erhöhtes Schlafbedürfnis zur Folge. Wenn Sie regelmäßig zu viel schlafen und erschöpft aufstehen, sollten Sie das von einem Arzt abklären lassen – auch wenn Sie eine Vermutung haben, warum Sie schlecht schlafen.

Foto: Ein Frau hält sich die Hände vors Gesicht.

Wie viel Schlaf ist gut für uns?

Laut Statistischem Bundesamt schlafen wir 8,48 Stunden am Tag. Dieser Durchschnittswert verschweigt allerdings die Tatsache, dass der Schlafbedarf eine sehr individuelle Sache ist. Denn neben dem Durchschnittsschläfer gibt es Kurz- und Langschläfer. Das heißt, einige Menschen kommen mit nur vier Stunden Schlaf pro Nacht aus, während andere mehr als 12 Stunden schlafen, um erholt aus dem Bett zu steigen. In der Statistik des Bundesamtes nicht erfasst sind Babys, die mit 18 Stunden fast den ganzen Tag schlafen, und Kinder bis 9 Jahren. Während Kinder im Vorschulalter noch mindestens 10 Stunden Schlaf benötigen, pendelt sich mit zunehmendem Alter die Schlafdauer bei der überwiegenden Mehrheit der Menschen zwischen 6 und 10 Stunden ein.

Der wohl bekannteste Langschläfer war Albert Einstein. Im Durchschnitt soll er 14 Stunden geschlafen haben. Ob der relativ lange Schlaf Einstein zu seinen genialen Ideen in der theoretischen Physik verholfen hat, ist nicht belegt.

Foto: Abbild von Albert Einstein als Relief aus Sand.
Als Kurzschläfer gilt, wer regelmäßig mit weniger als sechs Stunden Schlaf auskommt und dennoch erholt und fit ist. Etwa zwei Prozent der Bevölkerung werden zur Gruppe der Kurzschläfer gezählt.

Als Langschläfer gilt, wer regelmäßig mehr als 10 Stunden Schlaf benötigt, um erholt und leistungsfähig zu sein. Rund 15 % der Bevölkerung sind Langschläfer.

Forscher gehen momentan davon aus, dass die individuelle Schlafdauer zum Teil in den Genen verankert ist, aber auch durch die Entwicklung unseres Gehirns bis zum Eintritt ins Erwachsenenalter beeinflusst wird. Kurzschläfer durchlaufen im Schlaf meist wenige, kürzere Schlafzyklen. Da die ersten beiden Zyklen als Kernschlaf gelten, in dem hauptsächlich die Regeneration und Verarbeitung von Erlebnissen stattfindet, erreichen Kurzschläfer den gleichen Erholungseffekt wie Durchschnitts- oder Langschläfer mit mehr Schlafzyklen. Zu viel Schlaf ist vor allem vom üblichen Schlafpensum eines jeden abhängig. Daraus folgt, dass die ideale Schlafdauer die Zeit ist, die man regelmäßig schläft, um sich tagsüber erholt und munter zu fühlen.

Foto: Männerbeine im Sprung. Im Hintergurnd ist Wald zu sehen.
Fun-Fact:
„Vier Stunden schläft der Mann, fünf die Frau, sechs ein Idiot“, soll Kaiser und Feldherr Napoleon Bonaparte einst geäußert haben. Er selbst soll mit nur vier Stunden Schlaf am Tag ausgekommen sein und wird daher oft als der klassische Vertreter eines Kurzschläfers angeführt. Doch historische Belege zeigen ein völlig anderes Bild. Demzufolge nickte Napoleon tagsüber oft ein – selbst bei großen Empfängen oder wichtigen Lagebesprechungen. Das lässt die Vermutung zu, dass Napoleon an Narkolepsie litt. Ein gestörter Nachtschlaf und unwillkürliches Einschlafen am Tag – vor allem in monotonen Situationen – gehört zu den typischen Symptomen. Da verwundert es kaum, dass er sogar im Sattel sitzend auf seinem Pferd schlief. Sein täglicher Schlafbedarf dürfte demnach deutlich über dem eines Kurzschläfers gelegen haben.

Die individuelle Schlafdauer ermitteln

Foto: Ein Pärchen liegt im Auto mit Blick auf ein Bergpanorama. Die Sonne strahlt über einen Gipfel.

Um das eigene Schlafbedürfnis herauszufinden, braucht es etwas Zeit – am besten ein paar Tage Urlaub. Zu Beginn gehen Sie ins Bett, wenn sich die ersten Zeichen von Schläfrigkeit einstellen und schlafen sich aus, ohne sich von einem Wecker oder anderen Störquellen aus dem Schlaf holen zu lassen. Damit gleichen Sie ein mögliches Schlafdefizit aus. Vermeiden Sie tagsüber Stress und große Anstrengungen. Die nächsten Tage gehen Sie ins Bett, sobald Sie müde werden. Das sollte in etwa immer zur selben Zeit geschehen. Nun achten Sie darauf, wann Sie von selbst ohne äußere Einflüsse aufwachen und stehen auf. Achten Sie auch auf Ihr Befinden tagsüber: Fühlen Sie sich fit und munter oder matt und träge? Nach wenigen Tagen sollte sich eine nahezu gleichbleibende Schlafdauer einstellen – Ihre persönliche Schlafdauer. Mit diesem Wissen können Sie zu wenig oder zu viel Schlaf zukünftig vermeiden und schlafen erholsamer.

Sollten Sie auch nach einer Woche der Schlafdauerermittlung ein unregelmäßiges Schlafpensum haben oder sich tagsüber erschöpft und niedergeschlagen fühlen, dann lassen Sie das von einem Arzt abklären. Das kann ein Anzeichen einer Schlafstörung oder unentdeckten Erkrankung sein.

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Auf die Qualität des Schlafes kommt es an

Foto: Ein Pärchen liegt im Bett. Er schläft eng an ihr, sie zeigt sich davon gestört.

Die Schlafdauer allein macht noch keinen guten Schlaf. Auch die Schlafqualität muss stimmen. Schlafforscher gehen davon aus, dass Kurzschläfer besonders gut schlafen, also die Zeit im Bett effizient nutzen. Langschläfer sind hingegen unruhiger und bewegen sich mehr im Bett.

Die Schlafhygiene hat ebenfalls einen großen Einfluss auf die Schlafqualität. Darunter versteht man bestimmte Verhaltensweisen und die Gestaltung des Schlafzimmers. Eine angenehm kühle Zimmertemperatur, ausreichend Verdunklung und eine immer gleiche Zubettgehzeit sind nur einige Ansätze der Schlafhygiene. Eine strikte Einhaltung der Hygieneregeln beugt Schlafstörungen vor und verhindert zu viel Schlaf.

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