Kopfschmerzen im Liegen: Was Schlaf und Liegeposition damit zu tun haben können
ZULETZT Aktualisiert: 25. September 2026
Hinweis: Kopfschmerzen – ob sie nun liegend auftreten oder nicht – können viele Ursachen haben. Dieser Beitrag zeigt mögliche Zusammenhänge mit deiner Liegeposition, deiner Bettausstattung und deinem Schlafverhalten auf, ersetzt aber keine ärztliche Diagnose. Starke, wiederkehrende oder schlimmer werdende Kopfschmerzen solltest du immer ärztlich abklären lassen.
Kopfschmerzen oder Druckgefühle im Kopf, die im Liegen auftreten, können verschiedenste Ursachen haben. Manchmal stecken bloß Verspannungen im Nacken dahinter, die durch eine unpassende Kissenhöhe oder eine durchgelegene Matratze begünstigt werden können. Lageabhängige Kopfschmerzen können auch Anzeichen für ernstzunehmende Erkrankungen sein. Schmerzen, die dich regelmäßig aus dem Schlaf reißen, gehören in jedem Fall ärztlich abgeklärt.
Kopfschmerzen durch falsches Liegen: die Rolle von Nacken und Co.

Wenn dein Nacken verspannt oder gereizt ist, können sich die Beschwerden bis in den Kopf ziehen. Kopfschmerzen, die tatsächlich von Erkrankungen des Nackens bzw. der Halswirbelsäule ausgehen, heißen zervikogene Kopfschmerzen.1 Sie beginnen typischerweise als Nackenschmerzen und können bis in den Hinterkopf oder andere Bereiche des Kopfes ausstrahlen. Auch ein Bandscheibenvorfall im Bereich der Halswirbelsäule kann zervikogene Kopfschmerzen nach sich ziehen.
Beim Schlafen kommt es deshalb auch darauf an, wie dein Kopf und dein Nacken liegen. Ist dein Kopfkissen für dich zu hoch oder zu flach, liegt deine Halswirbelsäule über mehrere Stunden stärker gebeugt oder gestreckt, als es gesund wäre. Auch deine Schlafposition spielt dabei eine Rolle: In Rücken- und Seitenlage lässt sich der Nacken meist besser unterstützen als in Bauchlage. Gerade in letzterer ist die Halswirbelsäule meist unnatürlich verdreht, der untere Rücken tendiert zum Hohlkreuz. Fachleute aus der Orthopädie raten vom Schlafen in Bauchlage eher ab.2
Die richtige Kissenhöhe trägt zur korrekten Lagerung der Halswirbelsäule bei. Auch könnte ein ergonomisch geformtes Nackenkissen für dich sinnvoll sein.
Wenn du vor allem morgens oder in einer bestimmten Liegeposition Kopfschmerzen oder Druck am Hinterkopf bemerkst, lohnt sich ein Blick auf deine Schlafposition, dein Kopfkissen und den Zustand deiner Matratze. Ob sie tatsächlich ursächlich für deine Kopfschmerzen sind oder du unter zervikogenen Kopfschmerzen leidest, lässt sich aber nur ärztlich abklären.
Kopfschmerzen im Liegen: Warum wache ich mit Kopfschmerzen auf?

Manche Kopfschmerzen treten zwar im Liegen auf, sind aber nicht in erster Linie auf (falsches) Liegen an sich zurückzuführen. Das ist zum Beispiel bei der Schlafapnoe und dem sogenannten schlafgebundenen Kopfschmerz der Fall, bei denen die Kopfschmerzen erst beim Aufwachen bemerkt werden.
Kopfschmerz bei Schlafapnoe
Bei der Schlafapnoe kommt es zu Atemaussetzern im Schlaf, die durchschnittlich 20–30 Sekunden anhalten, in besonders schweren Formen sogar eine Minute oder länger. Entsprechend kann auch die Sauerstoffsättigung im Blut auf ein problematisches Niveau abfallen. In der Folge werden Gehirn und Körper im Schlaf nicht mit ausreichend Sauerstoff versorgt. Dein Schlaf wird zudem immer wieder unterbrochen, ohne dass du dich daran erinnerst. Das kann zu Kopfschmerzen, Erschöpfungsgefühlen und Schlappheit am Morgen führen.3
Schlafapnoe kann verschiedene Ursachen haben. Bei der obstruktiven Schlafapnoe sind die Atemwege im Schlaf versperrt. Grund dafür ist eine übermäßig entspannte Muskulatur im Bereich der Atemwege. Dadurch können beispielsweise Zunge und Gaumenzäpfchen in den Rachen rutschen und den Luftstrom behindern, ähnlich wie beim Schnarchen. Verschiedene Faktoren können das begünstigen, wie etwa ein zurückliegender Unterkiefer, eine überdurchschnittlich große Zunge – aber auch das Schlafen in Rückenlage.
Schlafgebundener Kopfschmerz
Bist du über 50 Jahre alt und leidest unter anderem an folgenden Symptomen, könnte es sein, dass du an schlafgebundenem Kopfschmerz leidest:
- wiederkehrende Kopfschmerzattacken während des Schlafens
- der Kopfschmerz entsteht erst im Schlaf und weckt dich auf
- die Kopfschmerzattacken treten seit mindestens 3 Monaten an mehr als 10 Tagen pro Monat auf
- die Attacken halten zwischen 15 Minuten und 4 Stunden nach dem Aufwachen an
- keine migräneähnlichen Symptome wie Übelkeit, Licht- oder Geräuschempfindlichkeit
Einer Studie zufolge beschreibt ein Großteil der Betroffenen die Art des Schmerzes als mittelschwer, dumpf und auf beiden Seiten des Kopfes auftretend. Frauen sind zudem häufiger betroffen als Männer.4
Achtung: Beim schlafgebundenen Kopfschmerz handelt es sich um eine Ausschlussdiagnose. Das bedeutet, dass andere mögliche Ursachen für die nächtlichen Kopfschmerzen, zum Beispiel Migräne oder Spannungskopfschmerz, medizinisch ausgeschlossen worden sein müssen. Wirst du regelmäßig von Kopfschmerzen geweckt, solltest du das so oder so ärztlich untersuchen lassen.5
Weitere Ursachen
Kopfschmerzen nach dem Erwachen können noch weitere Ursachen haben, unter anderem:
- Bruxismus (Zähneknirschen im Schlaf)
- Dehydration (Flüssigkeitsmangel)
- Alkoholkonsum oder -entzug
- Koffeinentzug
- Medikamentenübergebrauch
- Hypoglykämie (Unterzuckerung)
- Schlafmangel oder zu viel Schlaf
- Bluthochdruck
Gerade weil die Ursachen so vielfältig sein können, solltest du dich mit neu auftretenden, wiederkehrenden und ungeklärten Kopfschmerzen immer an ärztliches Fachpersonal wenden.
Warum bessern sich meine Kopfschmerzen im Liegen?
Wer Kopfschmerzen hat, ist häufig geneigt, sich hinzulegen und auszuruhen. Die Besserung stellt sich bei gewöhnlichen Kopfschmerzen meist jedoch nicht durch den Positionswechsel an sich ein, sondern durch Ruhe, Reizminderung und Entspannung.
Werden deine Kopfschmerzen in aufrechter Position stärker und lassen im Liegen deutlich nach, sprechen Fachleute von lageabhängigen („orthostatischen“) Kopfschmerzen. Hinter solchen kann zum Beispiel das Liquorunterdrucksyndrom stecken. Dabei tritt Gehirn-Rückenmark-Flüssigkeit, der sogenannte Liquor, durch ein Leck der harten Hirnhaut bzw. der Rückenmarkshaut aus. Dieses Leck kann infolge eines Eingriffs an der Wirbelsäule, einer Lumbalpunktion, einer Zyste, eines Sturzes oder seltener auch ganz ohne erkennbare Ursache entstanden sein.6
Zu den lageabhängigen Kopfschmerzen bei Liquorunterdrucksyndrom können weitere Beschwerden hinzukommen wie:
- Nackensteifigkeit
- Schwindel
- Übelkeit
- Hörstörungen (z. B. Tinnitus)7
Warnzeichen: wann du zum Arzt solltest

Kopfschmerzen im Liegen können viele verschiedene Ursachen haben. Lass deine Kopfschmerzen unbedingt ärztlich abklären, wenn sie neu auftreten, regelmäßig wiederkommen, häufiger oder stärker werden oder sich anders anfühlen als bisher. Das gilt vor allem dann, wenn weitere Beschwerden hinzukommen.
Einige Begleitsymptome können auf eine ernsthafte Erkrankung oder sogar einen Notfall hinweisen und sollten sofort medizinisch abgeklärt werden.
Wähle den Notruf 112, wenn:
- sehr starke Kopfschmerzen plötzlich einsetzen und innerhalb kurzer Zeit ihr Maximum erreichen
- Taubheitsgefühle, Lähmungserscheinungen, Seh- oder Sprachstörungen dazukommen
- es zu einem Krampfanfall kommt oder du das Bewusstsein verlierst
- starke Kopfschmerzen zusammen mit hohem Fieber und Nackensteife auftreten
Solche Warnzeichen können zum Beispiel bei einer Hirnblutung8, einem Schlaganfall9, einer Hirnhautentzündung (Meningitis)10 oder diversen neurologischen Erkrankungen auftreten. Auch ein Hirntumor kann unter anderem Kopfschmerzen, Krampfanfälle oder neurologische Ausfälle verursachen.11 Die aufgeführten Beschwerden sind jedoch nicht typisch für eine einzige Erkrankung. Auch lassen Kopfschmerzen im Liegen oder am Morgen allein keinen Rückschluss auf schwere Erkrankungen wie einen Hirntumor zu. Die Ursache kann nur eine ärztliche Untersuchung klären.
Häufig gestellte Fragen
Warum bekomme ich im Liegen Kopfschmerzen?
Die Ursachen für Kopfschmerzen im Liegen sind vielfältig: Manchmal stecken Verspannungen und Probleme der Halswirbelsäule dahinter. Bei solchen zervikogenen Kopfschmerzen lohnt sich ein Blick auf Kissen und Matratze. Um ernstere Ursachen auszuschließen, solltest du neu auftretende, schlimmer werdende und starke Kopfschmerzen immer ärztlich abklären lassen.
Was ist ein zervikogener Kopfschmerz?
Als zervikogenen Kopfschmerz bezeichnen Fachleute einen Kopfschmerz, der auf eine Erkrankung des Nackens bzw. der Halswirbelsäule zurückzuführen ist.
Wie lange dauern zervikogene Kopfschmerzen an?
Unbehandelt kann sich zervikogener Kopfschmerz über Wochen oder Monate ziehen und immer wiederkehren. Die Dauer hängt von der genauen Ursache ab.
Warum werden meine Kopfschmerzen im Liegen besser?
Werden deine Kopfschmerzen in aufrechter Position stärker und lassen im Liegen deutlich nach, sprechen Fachleute von lageabhängigen Kopfschmerzen. Kommen Nackensteifigkeit und Tinnitus hinzu, kann dahinter ein Liquorunterdrucksyndrom stecken – z. B. nach einer Lumbalpunktion, einem Eingriff an der Wirbelsäule, einem Sturz oder selten auch ohne erkennbaren Auslöser. Dabei tritt Nervenwasser (Liquor) durch ein Leck in der harten Hirn- bzw. Rückenmarkshaut aus. Neu aufgetretene lageabhängige Kopfschmerzen solltest du zeitnah ärztlich abklären lassen.
Quellennachweise
- International Headache Society (Hg.) (2018): 11.2.1 Zervikogener Kopfschmerz. The International Classification of Headache Disorders, 3rd edition (ICHD-3). URL: https://ichd-3.org/de/11-kopf-oder-gesichtsschmerzen-zurueckzufuehren-auf-erkrankungen-des-schaedels-sowie-von-hals-augen-ohren-nase-nebenhoehlen-zaehnen-mund-und-anderen-gesichts-oder-schaedelstrukturen/11-2-kopfschmerz-zurueckzufuehren-auf-erkrankungen-des-halses/11-2-1-zervikogener-kopfschmerz/ (abgerufen am 17. September 2026) ↩︎
- Schleif, Natascha (2025): Warum man bei Rückenschmerzen nicht auf dem Bauch schlafen sollte. aponet.de. URL: https://www.aponet.de/artikel/warum-man-bei-rueckenschmerzen-nicht-auf-dem-bauch-schlafen-sollte-31739 (abgerufen am 21. September 2026) ↩︎
- Seegarten Klinik (Hg.) (2020): Schlafapnoe und morgendliche Kopfschmerzen – Zusammenhang und Abhilfe. URL: https://schlafapnoe.de/blog/morgendliche-kopfschmerzen-ursache-linderung/ (abgerufen am 18. September 2026) ↩︎
- Silva-Néto, Raimundo Pereira u. a. (2019): Hypnic headache: A review of 348 cases published from 1988 to 2018. Journal of the Neurological Sciences. URL: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/31075680/ (abgerufen am 18. September 2026) ↩︎
- Röll, Iris (2025): Kopfschmerzen im Schlaf – so laufen Diagnose und Behandlung. Apotheken Umschau. URL: https://www.apotheken-umschau.de/gesund-bleiben/schlaf/kopfschmerz-im-schlaf-was-hinter-schlafgebundenem-kopfschmerz-steckt-1456357.html (abgerufen am 17. September 2026) ↩︎
- Dieterich, Marianne u. a. (2023): Diagnostik und Therapie des postpunktionellen und spontanen Liquorunterdruck-Syndroms, S1-Leitlinie.In: Deutsche Gesellschaft für Neurologie (Hg.): Leitlinien für Diagnostik und Therapie in der Neurologie. URL: www.dgn.org/leitlinien (abgerufen am 21. September 2026) ↩︎
- Deutsches Ärzteblatt (Hg.) (2023): Neue Leitlinie zum Liquorunterdrucksyndrom. Deutsches Ärzteblatt. URL: https://www.aerzteblatt.de/news/neue-leitlinie-zum-liquorunterdrucksyndrom-c4990e4e-8438-4f1d-960f-3f1109fb9466 (abgerufen am 18. September 2026); International Headache Society (Hg.) (2018): 7.2 Kopfschmerz zurückzuführen auf einen Liquorunterdruck. The International Classification of Headache Disorders, 3rd edition (ICHD-3). URL: https://ichd-3.org/de/7-kopfschmerz-zurueckzufuehren-auf-nichtvaskulaere-intrakranielle-stoerungen/7-2-kopfschmerz-zurueckzufuehren-auf-einen-liquorunterdruck (abgerufen am 18. September 2026) ↩︎
- Bundesministerium für Gesundheit (Hg.) (2022a): Hirnaneurysma. gesund.bund.de. URL: https://gesund.bund.de/hirnaneurysma (abgerufen am 18. September 2026) ↩︎
- Bundesministerium für Gesundheit (Hg.) (2022b): Schlaganfall. gesund.bund.de. URL: https://gesund.bund.de/schlaganfall (abgerufen am 18. September 2026) ↩︎
- Bundesministerium für Gesundheit (Hg.) (2025): Meningitis. gesund.bund.de. URL: https://gesund.bund.de/meningitis (abgerufen am 18. September 2026) ↩︎
- Bundesministerium für Gesundheit (Hg.) (2024): Hirntumoren. gesund.bund.de. URL: https://gesund.bund.de/hirntumoren (abgerufen am 17. September 2026); Neurologen und Psychiater im Netz (Hg.) (2011): Nächtliche, zunehmend heftige Kopfschmerzen sind mögliche Warnzeichen eines Hirntumors. URL: https://www.neurologen-und-psychiater-im-netz.org/neurologie/ratgeber-archiv/artikel/naechtliche-zunehmend-heftige-kopfschmerzen-sind-moegliche-warnzeichen-eines-hirntumors/ (abgerufen am 18. September 2026) ↩︎


