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Kräuterkunde 3. Teil – Abtauchen und Entspannen: besser einschlafen dank Entspannungsbad

Foto: ein Stück Seife, Badesalz und weitere Badeutensilien

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  1. Hier geht es zum 1. Teil unserer Kräuterkunde zum Thema Schlummertrunk
  2. Hier geht es zum 2. Teil unserer Kräuterkunde zum Thema Aroma-Therapie

Die Aromatherapie stellt ein breites Feld der Stimulierung von Emotionen dar. Ihre wohl beliebteste Teildisziplin ist das Entspannungsbad. Vor allem in der kalten Jahreszeit ist für viele ein warmes Bad zum Abtauchen und Entspannen eine gern genutzte Art, um den Abend ausklingen und den Alltag hinter sich zu lassen. Mit einem Entspannungsbad heizen Sie Ihrem Körper ein und lindern Verspannungen, Muskelkater oder die Beschwerden von Erkrankungen wie Erkältungen oder Rheuma. So kann das Bad das eigene Einschlafverhalten positiv beeinflussen.

Hinzugegebenen Kräuteraromen und ätherische Öle im Badewasser werden über die Atemwege und Schleimhäute aufgenommen. So können sie, wie bei einer normalen Aromatherapie auch, bestimmte Impulse auslösen, die wiederum Emotionen wie Entspannung und Ruhe im Gehirn stimulieren. Neben der Aufnahme der Duftstoffe über die Atemwege und die Nasenschleimhaut gelangen durch das Badewasser kleinste Moleküle der Öle durch die Haut in den Blutkreislauf. Auf diesem Weg evoziert das Entspannungsbad zusätzlich die gewünschte Wirkung und erleichtert anschließendes Einschlafen.

Illustration: Ein Badethermometer in Form eines Fisches schwimmt im Wasser.

Temperatur und Verweildauer im Entspannungsbad

Beim Baden sollte das Wasser entsprechend der menschlichen Körpertemperatur 35 bis 38 °C warm sein. Wählen Sie auf keinen Fall zu heißes Badewasser, denn dieses kann Ihren Körper, der die Hitze regulieren muss, stressen, sodass die gegenteilige Wirkung eintritt. Als Verweildauer genügen zehn bis 20 Minuten Badezeit aus. Bleiben Sie zu lange im Wasser, droht ein Austrocknen der Haut. Bei hoher Empfindlichkeit können zudem durch den Badezusatz Reizungen oder allergische Reaktionen ausgelöst werden.

Badezusatz fürs Entspannungsbad selber machen

Badezusatz muss nicht teuer sein, sondern kann auch in wenigen Schritten zuhause selbst hergestellt werden. In diesem Fall ist es auch weniger wahrscheinlich, dass Sie allergisch auf ihr Entspannungsbad reagieren: Melisse, Hopfen, Lavendel oder Heublumen entspannen, machen schläfrig und können neben einer ganzen Reihe anderer Kräuter einfach selbst hinzugesetzt werden. Diese können Sie in der Apotheke oder dem Reformhaus erwerben.

Foto: Einige Sträuße Lavendel liegen auf dunklem Untergrund neben zwei bauchigen Fläschen mit Lavendelöl.


Lavendel-Aufguss: Nehmen Sie beispielsweise für Ihren selbst hergestellten Lavendel-Aufguss eine Kaffeetasse voll frische oder getrocknete Lavendelblüten. Kochen Sie diese Menge in etwa einem Liter Wasser in einem Topf mit geschlossenem Deckel für etwa zehn Minuten. Sieben Sie danach die Lavendelblüten ab und geben Sie das duftende Wasser in Ihr Entspannungsbad.

Lavendel-Badeöl: Für ein Lavendel-Badeöl bedecken Sie die gleiche Menge getrockneter oder frischer Lavendelblüten in einem verschließbaren Gefäß mit Olivenöl und lassen Sie die Mischung rund zwei Wochen an einem dunklen Ort ruhen, bevor Sie es als Badezusatz verwenden. Das Öl sorgt neben dem ätherischen Duft für ein Rückfetten Ihrer Haut und bewahrt diese davor auszutrocknen.

Tipp
Falls Sie ätherisches Lavendel Öl verwenden möchten, genügen 6 Tropfen pro Wanne. Bei offenen Wunden oder Entzündungen der Haut sollten hingegen keine ätherischen Öle als Badezusatz verwendet werden, da diese Reizungen hervorrufen können. In diesem Fall können Sie die Öle mit einer Duftlampe oder einem Diffuser neben der Wanne zum Einsatz bringen. Die ätherischen Wirkstoffe werden hierbei weiterhin über die Nasenschleimhäute und die Atemwege aufgenommen.

Statt mit Lavendel können Sie Ihren Badezusatz natürlich auch mit Hopfen, Melisse oder Heublumen herstellen, um für Entspannung zu sorgen. Das gleiche gilt für Thymian, Baldrian und Kamille, die besonders geeignet zur Atemwegsbefreiung und Beruhigung von Lunge und Bronchien bei Erkältungen sind.

Badezusatz im Küchenschrank

Wenn Sie nicht extra den Weg in die Apotheke auf sich nehmen möchten und nach einer Alternative suchen, bedienen Sie sich an Ihrem Gewürzschrank und versuchen Sie ein Majoran Bad. Füllen Sie dazu die Badewanne mit heißem Wasser und geben Sie etwa 5 Gramm Majoran direkt ins Wasser. Der Majoran sorgt bereits nach circa 15 Minuten für Tiefenentspannung.

Keine Badewanne, kein Problem

Foto: Ein Diffusor in Holzoptik aus dem Dampf aufsteigt.

Diejenigen, die keine Badewanne haben, können zwar kein Entspannungsbad in ätherischen Ölen genießen, doch auch eine Dusche können Sie zum Wellness-Erlebnis werden lassen, den Duft ätherischer Öle in der Nase inklusive. Geben Sie hierfür bis zu drei Tropfen ätherischen Öls in einen Diffuser oder eine Duftlampe und platzieren Sie diesen in direkter Nähe Ihrer Dusche. Der Duftradius beträgt nur etwa zwei Meter, weshalb Dusche und Lampe oder Diffuser nicht weiter als diese Distanz voneinander entfernt sein sollten.

Zusätzlich können Sie sich im Baumarkt einen speziellen Massagekopf oder -aufsatz besorgen und in wenigen Handgriffen gegen Ihren alten Duschkopf austauschen beziehungsweise diesen ergänzen. Meist können Sie anschließend die Wasserstrahlhärte und –Dichte nach Ihren eigenen Vorlieben regulieren, um Komfort und Entspannung zu maximieren.

Auf das Ambiente kommt es an

Fotoreihe: graue Handtücher und Kerzen, eine Klangschale mit Schlegel und ein Kopf, der auf einem Handtuch ruht


Egal ob beim Baden oder Duschen mit ätherischen Ölen: Das richtige Ambiente in Ihrem Bad wird die entspannende Wirkung auf all Ihre Sinne erhöhen. Schaffen Sie vor dem Einlassen des Badewassers oder dem Betreten der Dusche in wenigen Schritten eine stimmungsvolle Atmosphäre:

Ein warmes Bad und auch eine ausgedehnte Dusche unter heißem Wasser erhöhen Ihre Körpertemperatur. Leichtes Schwitzen kann die Folge sein. Sorgen Sie vor, damit nicht direkt nach dem Bad durch Schwitzen wieder Körpergeruch entsteht: Bereiten Sie einen Eimer mit kaltem Wasser vor, in dem Sie nach Entspannungsbad oder Dusche kurz Ihre Beine und Füße abkühlen. Ein kalter Waschlappen dient als Nackenkompresse. Neben dem kühlenden Effekt strafft der abrupte Temperaturunterschied Ihr Bindegewebe und erhöht die Durchblutung.

Entspannen nach dem Entspannungsbad

Foto: Ein Dackel liegt auf dem Rücken in ein Handtuch gedeckt. Gurkenscheiben liegen auf seinen Augen.

Entspannung danach. Ein Bad fährt Ihren Kreislauf herunter. Sie fühlen sich endlich entspannt und möglicherweise sogar ein wenig schläfrig. Sorgen Sie dafür, dass das so bleibt. Lassen Sie Ihr Smartphone ausgeschaltet und verlängern Sie die Entspannung, indem Sie es sich mit einem Schlummertrunk wie etwa einer Tasse Tee, guter Musik und einem Buch in Ihrem Bett oder auf der Couch gemütlich machen.

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