Glossar

Holzbett: praktisch und stilvoll

Illustration: Ein Holzbett für zwei Personen in Frontalansicht

Ein Holzbett ist ein echter Hingucker und zudem sehr flexibel: Sowohl in der günstigen Kategorie als auch unter den hochwertigsten Betten können Sie zahlreiche Modelle aus Holz finden. Die Verarbeitung wirkt sich genauso auf die Qualität des Bettes aus wie das verwendete Material.

Beliebtes Modell: europäisches Bett

Hierzulande ist das Holzbett als europäisches Bett am weitesten verbreitet. Bei dieser Bauweise besteht das Bett aus einem Lattenrost, einem Bettgestell und einer Matratze. Als Format für eine Person ist 90x200 cm die beliebteste Größe. Wenn Sie das Bett zu zweit nutzen wollen, sollte es mindestens 140x200 cm messen. Dauerhaft für zwei Personen ist ein Holzbett 160x200 cm und größer empfehlenswert.

Foto: Zwei Personen liegen in einem Holzbett und sehen in das gleiche Buch

Holzbett: Vielfalt in Form und Material

Ein klassisches Holzbett ist rechteckig und steht meistens auf vier kurzen Holzbeinen oder auf zwei Kufen. Neben dem Klassiker gibt es viele andere Varianten, beispielsweise Futonbetten. Diese niedrigen Betten sind wegen ihres puristischen Designs und ihrer Funktionalität beliebt und können komplett aus Holz bestehen. Holzbetten im skandinavischen Stil haben ebenfalls eine charakteristische Ausstrahlung. Die Füße dieser Bettenart sind meist schlank und verlaufen konisch, was sie sehr elegant aussehen lässt. Zudem sind Holzbetten im skandinavischen Stil sehr robust verarbeitet.

Foto: Ein helles Holzbett in Seitenansicht

Einen eigenen Charme haben Holzbetten im Landhausstil. Sie sind meist aus hellem Holz gefertigt und können Verzierungen am Kopfteil oder an den Füßen aufweisen. Manchmal verfügen sie über zusätzlichen Stauraum und die Holzverkleidung kann sich in diesem Fall bis zum Boden erstrecken. Ein Sonderfall sind Boxspringbetten. Für ihre Konstruktion kann hochwertiges Holz ebenfalls eine wichtige Rolle spielen, allerdings sind viele Modelle mit Polstern verkleidet oder mit einer Stoffschicht überzogen, sodass Holz nicht als prägender Bestandteil in Erscheinung tritt.

Der Lattenrost spielt eine wichtige Rolle

Neben der Verkleidung ist der Lattenrost wichtig für die Funktionalität eines Holzbetts. Auf den ersten Blick sehen sich viele Produkte ähnlich, aber aus der Verwendung der Holzsorte können Sie einiges über die Qualität eines Lattenrosts herauslesen. Weichere Hölzer wie Kiefer, Fichte oder Birke sind oft Grundbaustein für preisgünstige Lattenroste. Produkte aus Buche sind etwas kostspieliger, jedoch robuster als solche aus anderen Materialien. Der BODYGUARD® Lattenrost besteht aus echter Buche – einem Material, das als besonders langlebig gilt.
Foto: Der Bodyguard Lattenrost

Multitalent Massivholz

Langlebigkeit ist generell eines der meistgenannten Argumente für den Kauf eines Holzbetts. Eine Bezeichnung, die in diesem Zusammenhang oft verwendet wird, ist Massivholz. Allerdings ist es an strenge Bedingungen geknüpft, wann ein Holz als Massivholz bezeichnet werden darf. In der Möbelindustrie unterliegt Massivholz der DIN 68871. Laut dieser muss das Produkt vollständig aus massivem Holz bestehen. Das Material darf keine Sperrholz-, Faser- und Spanplatten enthalten.

Foto: Vier verschiedene Holzfarben nebeneinander aufgereiht

Massivholz hat den Vorteil, dass die Zellstruktur bei der Verarbeitung nicht in Mitleidenschaft gezogen wird. Dadurch bleibt es äußerst robust und beständig. Durch seine offenporige Struktur hilft das Material außerdem dabei, die Luftfeuchtigkeit im Raum zu regulieren, indem es überflüssige Feuchtigkeit aufnimmt. Bei Hitze sorgt die Offenporigkeit dafür, dass Feuchtigkeit in den Raum abgegeben wird.

Diese Effekte werden verhindert, wenn Sie die Oberfläche des Holzbetts lackieren. Ein Vorteil einer Lackierung ist zwar, dass die Holzoberfläche abweisender gegenüber Schmutz wird, gleichzeitig beeinträchtig der Lack aber die atmungsaktiven Eigenschaften des Holzes. Statt das Bett zu lackieren, kann es eine Option sein, das Holz zu ölen, denn dies wirkt sich nicht negativ auf die Atmungsaktivität des Materials aus.

Die Pflege eines Holzbetts aus Massivholz gestaltet sich glücklicherweise recht einfach: es reicht, wenn Sie dafür ein trockenes, weiches Tuch verwenden. Nass abwischen sollten Sie das Bett nur, wenn die Oberfläche lackiert wurde. Von fettlösenden Haushaltsreinigern sollten Sie Abstand nehmen, da diese die Holzstruktur angreifen.

Foto: Ein graues Tuch liegt auf einer Holzplatte

Die Verarbeitung beeinflusst die Qualität

Neben dem Grundmaterial spielt für die Qualität eine Rolle, wie das Holz verarbeitet und verleimt wurde. Bei Massivholzbetten gibt es drei verschiedene Arten, die jeweils für spezifische Eigenschaften in den fertigen Betten sorgen.

  • Parkettverleimung – Bei dieser Verarbeitung werden Holzlamellen mit einer Keilzinkung zu einer neuen Platte verleimt. Die Optik der Platte erinnert an einen Parkettboden. Diese Verarbeitung hat den Vorteil, dass kleinere Stücke für die Produktion verwendet werden können. Dabei fällt weniger Abfall an. Außerdem sind Holzbetten dieser Kategorie günstiger als solche in Stabverleimung.
  • Stabverleimung – Diese Verleimung wird auch Lamellenverleimung genannt. Bei ihr werden die Holzplatten über die ganze Länge zusammengefügt. Im Gegensatz zur Parkettverleimung wird bei dieser Verarbeitung ein einheitliches Bild der Holzverkleidung angestrebt. Preislich schlägt sie oft mehr zu Buche als Produkte, die in Parkettverleimung gefertigt sind.
  • Dielenverarbeitung – Wenn bei der Produktion vollständig auf Verleimung verzichtet und stattdessen ein einzelnes Stück aus Vollholz verwendet wird, spricht man von einer Dielenverarbeitung. Diese Produktionsweise wird oft für Auftragsarbeiten oder besondere Designerstücke verwendet. Für die Produktion von Holzbetten spielt die Dielenverarbeitung vor allem bei Kopf- oder Fußteilen eine Rolle. Wenn ganze Betten auf diese Weise hergestellt werden, bezeichnet man sie als Balkenbetten. Diese Produktion ist äußerst kostspielig und birgt die Gefahr, dass sich die großen Einzelteile aus Holz aufgrund ihrer natürlichen Bewegungen verziehen und spröde werden.

Holzbett: die Alternativen zu Massivholz

Betten werden nicht nur aus massivem Holz, sondern auch aus sogenannten Holzwerkstoffen hergestellt. Unter Holzwerkstoffen versteht man Materialien, die entstehen, indem man zerkleinerte Holzteile zu einer größeren Struktur zusammenfügt. Dieses Material spielt bei der Produktion von Betten eine wichtige Rolle. Verwendet werden dabei unter anderem Spanplatten, Sperrholz-Platten, Tischlerplatten und Hartfaser-Platten. Eine besondere Rolle für die Herstellung von Betten spielen Mitteldichte Faserplatten, kurz MDF-Platten. Diese können mit Echtholz-Furnier belegt, lackiert oder mit Folie beschichtet werden und somit eine optische Ähnlichkeit mit Holz aufweisen. Der Begriff Echtholz alleine ist noch kein aussagekräftiges Qualitätsmerkmal, denn er bezieht sich darauf, dass das Material aus echtem Holz bestehen muss und nicht darauf, wie hochwertig das verwendete Holz tatsächlich ist.

Foto: Gestapelte MDF-Platten

Was das Naturmaterial alles kann

Auch wenn Betten als Holzbetten bezeichnet werden, bestehen sie selten komplett aus Holz. Die meisten Modelle werden verschraubt und enthalten somit metallische Bestandteile. Wer seine Betten metallfrei bevorzugt, kommt auch ohne Schrauben aus, denn die Holzplatten können durch Verstrebungen und ausgeklügelte Steckmethoden ebenfalls gut befestigt werden. Häufig finden sich metallfreie Betten im hochpreisigen Segment und werden mit dem Versprechen angeboten, besonders gut für die Atmosphäre im Schlafzimmer zu sein. Da die Schlafqualität aber auch auf günstigeren Modellen gut sein kann, sind diese Angebote mit Vorsicht zu genießen.

Foto: Ein Holzbett steht in einem Wald

Holzbett: Viel geboten für wenig Geld

Ein Holzbett muss nicht zwangsläufig teuer sein. Mit einem Plan und etwas handwerklichem Geschick können Sie ein gutes Modell selbst anfertigen. Hier müssen Sie allerdings die Materialkosten im Blick behalten, da diese sonst mitunter kostspieliger werden als ein Fertigbett. Geeignetes Material können sowohl Hartholz wie Eiche und Buche, oder Weichholz wie Kiefer und Fichte sein. Die härteren Hölzer haben den Vorteil, dass sie widerstandsfähiger sind, während Weichholz erste Wahl sein kann, weil es leichter zu verarbeiten ist.

Die Länge und Breite des Bettes orientiert sich an Ihrer gewünschten Matratzengröße. Für die Verkleidung benötigen Sie zwei Längsbalken und zwei Querbalken, die dem Umfang der Matratze entsprechen sollten. Nun müssen Sie die Schraublöcher in die Kopf- und Fußstellen der Balken bohren und die Bretter mit Hilfe von Bettwinkeln verschrauben. Für einen guten Sitz des Lattenrosts können Sie an den Innenseiten der Balken zusätzliche Latten und einen Querbalken befestigen, auf denen der Lattenrost stabil aufliegen kann. Den Lattenrost können Sie ebenfalls selbst anfertigen. Ihr selbst konstruiertes Bettgestell lässt sich jedoch auch gut mit einem gekauften Lattenrost ergänzen. Wenn Sie Ihr Bettgestell mit einem Kopfteil aufwerten wollen, ist dies mit einigen weiteren Handgriffen möglich.

Foto: Eine befestigt die Balken eines Lattenrosts

Eine ebenfalls preiswerte und funktionale Alternative zu einem Holzbett kann sein, die Matratze nur auf einen Lattenrost zu legen. Eine gute Matratze wie die BODYGUARD® bietet ergonomisches Liegen, unabhängig vom Bettgestell. Ein zusätzlich verwendeter Lattenrost ist dennoch praktisch, denn die Belüftung der Matratze wird auf diese Weise gefördert. Wenn Sie also auf der Suche nach einer platzsparenden und günstigen Lösung sind, könnte ein Lattenrost eine preiswerte und dennoch stabile Alternative zu einem Holzbett sein.

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