Glossar

Das Bettgestell – Basis des europäischen Bettes

Illustration eines einfachen Bettgestells aus Holz.

Ein europäisches Bett besteht aus Bettgestell, Lattenrost und Matratze. Zwar gibt es hierzulande auch alternative Bettsysteme, wie Boxspringbetten oder Wasserbetten, klassische Bettgestelle sind jedoch mit Abstand am weitesten verbreitet. Die meisten Bettgestelle werden ohne Lattenrost angeboten und haben dadurch keinen direkten Einfluss auf das Liegegefühl. Dennoch sollte die Wahl des Bettgestells wohl überlegt sein, ist es doch stilprägend für das Design des gesamten Schlafzimmers und wird mitunter noch seltener ausgetauscht als eine Matratze.

Die Geschichte des Bettgestells

Ähnlich wie Matratzen haben sich Betten und Bettgestelle mit dem Fortschreiten der Zivilisation entwickelt. Bereits die alten Ägypter hatten aufwendig verzierte Liegen, die sowohl bei Tisch als auch zum Schlafen verwendet wurden – Griechen und Römer setzten diese Tradition fort. Auch im Mittelalter und in der Neuzeit waren Betten prunkvoll geschmückte Ganztagesmöbel, die in erster Linie dem Adel und gut betuchten Bürgern vorbehalten waren. Erst mit dem Beginn der Massenproduktion kam auch die breite Masse in den Genuss richtiger Bettgestelle.

Foto eines königlich anmutenden Bettgestells mit prunkvoller Goldverzierung.

Das Bettgestell heute

Prunkvolle Bettgestelle sieht man heute eher im Museum. Selbst aufwendig gestaltete Bettgestelle, wie man sie zum Beispiel in Luxushotels findet, haben nichts mehr mit den royalen Betten der Vergangenheit gemeinsam. Moderne Bettgestelle sind zeitgenössisch de­signt und oftmals eher funktional. Sie bestehen aus Holz oder Metall, einige sind gepolstert, Verzierungen halten sich meist in Grenzen. Dafür helfen viele moderne Betten beim Platzsparen: Im Kinderzimmer etwa das Hochbett und in der beengten Stadt- oder Studentenwohnung das Stauraumbett.

Moderne Bettgestelle

Auch wenn es deutlich niedrigere Bettgestelle gibt, die Standardhöhe moderner Bettgestelle beträgt rund 40 cm. Gerade Senioren bevorzugen wegen des leichteren Ein- und Ausstiegs Bettgestelle mit einer Höhe um die 50 cm, sogenannte Komfortbetten. Einfache Bettgestelle werden oftmals aus Holzwerkstoffen (Sperrholz- und Spanplatten) gefertigt – so entstehen günstige und eher kurzlebige Bettgestelle. Vollholz ist normalerweise langlebiger, ein gutes Metallbett stellt die stabilste Variante dar. Doch nicht jeder kommt mit kaltem Metall im Schlafzimmer zurecht.

Holzbetten

Bettgestelle aus Holz sind die absoluten Klassiker. Schon vor Beginn der Massenproduktion bestanden Betten überwiegend aus Holz. Wer denkt, Holz ist Holz, liegt falsch. Es gibt große Unterschiede zwischen den verschiedenen Hölzern, die in der Möbelindustrie zum Einsatz kommen. Ein Bett aus Massivholz ist stabiler als eines aus Spanplatten. Doch selbst die verschiedenen Massivhölzer unterscheiden sich in ihrer Härte. Gerade preiswertere Echtholzbetten werden häufig aus vergleichsweise weichen Hölzern wie Birke hergestellt. Deutlich stabiler ist zum Beispiel Buchenholz.

Foto eines Doppelbettgestells aus Holz.

Echtholz vs. Holzwerkstoffe

Massivholz oder Vollholz besteht aus einem Stück Holz, Leimholz aus mehreren zusammengeleimten Hölzern derselben Art. Sperrholz besteht aus mindestens drei Holzlagen, die übereinandergelegt, verleimt und gepresst eine homogene Sperrholzplatte ergeben. Weil Sperrholz günstig ist und im Gegensatz zu Massivholz nicht mehr arbeitet, sich also nicht mehr verformen kann, ist es in der Möbelindustrie beliebt. Genauso, wie die noch günstigeren Spanplatten, die lediglich aus Leim und Holzabfällen bestehen. Bei Sperr-, Leim- und Vollholz lassen sich nur schwer allgemeine Aussagen treffen, weil die individuelle Qualität sehr unterschiedlich sein kann.

Metallbetten

Mit dem Beginn der Massenproduktion haben sich immer mehr Bettgestelle aus Metall verbreitet. Weil Metallbetten stabil sind und sich sehr einfach reinigen lassen, waren sie auch in Krankenhäusern lange üblich. Solche Metallbetten im schnörkellosen, klassischen Stil gibt es auch heute noch. Sie sind eine sichere Wahl für alle, die ein Bettgestell mit zeitlosem Design bevorzugen. Egal ob klassisch, modern oder verspielt – gute Metallbetten können relativ leicht auf- und abgebaut werden. Vorausgesetzt die Qualität stimmt, können Metallbetten trotz häufiger Umzüge über Generationen bestehen.

 Foto eines modernen Bettgestells aus Metall im klassischen Design.

Polsterbetten

Polsterbetten eignen sich für alle, die einen klassischen und gemütlichen Stil bevorzugen. Oft besitzen sie ein vergleichsweise hohes Kopfteil, das sich aufgrund seiner Polsterung ideal zum Anlehnen eignet. Wer also gerne sitzend im Bett liest oder fernsieht, wird ein solches Kopfteil zu schätzen wissen. Nachteil der Polsterbetten ist die aufwendige Reinigung. Vor allem Polsterbetten mit Stoffbezug sind als Staubfänger in Verruf und sollten regelmäßig abgesaugt werden. Polsterbetten mit Leder- oder Kunstlederbezügen können einfach mit einem feuchten Tuch abgewischt werden.

Foto eines gepolsterten Bettgestells in Weiß.

Stauraumbetten

Stauraumbetten sind die vielleicht modernsten Vertreter unter den Bettgestellen. Wie der Name schon sagt, vereinen sie Stauraum und Bettgestell in einem. Einigen Stauraumbetten sieht man ihre Multifunktionalität kaum an, andere sehen aus wie ein Hybrid aus Kommode und Bett. So praktisch Stauraumbetten auch sein mögen, der fehlende Platz unter dem Bett kann auch Nachteile haben. Nämlich dann, wenn das Stauraumbett so konstruiert wurde, dass nicht mehr ausreichend Luft unter der Matratze zirkulieren kann. Denn für die Matratze ist es wichtig, dass sie in der Nacht aufgesogene Feuchtigkeit auch nach unten wieder abgeben kann. Bei einem Stauraumbett sollte unbedingt auf einen kleinen Hohlraum zwischen Lattenrost und Stauraum geachtet werden.

 Foto eines Bettgestells mit Schubladen; ein Stauraumbett.

Hochbetten, Futonbetten und Klappbetten

Hochbetten sind sehr beliebt im Kinderzimmer. Viele Kinder sind begeistert von der Idee, weit über dem Fußboden zu schlafen. Praktischer Nebeneffekt, den auch so mancher Erwachsener zu schätzen weiß: Unter dem Hochbett ist viel Platz, der anderweitig genutzt werden kann.

Futonbetten sind üblicherweise sehr niedrig. Teilweise liegt man nur wenige Zentimeter über dem Boden. Futonbetten sind auf die Verwendung mit der gleichnamigen, ursprünglich japanischen Matratze ausgelegt. Das Futonbett ist übrigens ein Bettgestell aus der westlichen Welt, denn in Japan legt man den Futon traditionell auf einen mit Reisstrohmatten ausgekleideten Boden.

Als Klappbetten werden alle Bettgestelle bezeichnet, die sich in irgendeiner Form kompakt zusammenklappen lassen. Entweder in der Mitte der Liegefläche, um das ganze Bett platzsparend verstauen zu können. Oder mit komplexeren Klappmechanismen, die erlauben, das Klappbett zu einem Sessel oder Sofa umzufunktionieren. Normalerweise taugen Klappbetten nur als Gästebett. Es sollte, gerade im Falle eines klappbaren Feldbettes auch keine herkömmliche Matratze sondern eine eigens geeignete Klapp- oder Faltmatratze verwendet werden.

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