Ratgeber

Rattanbett: elegant und funktional

Foto: Eine Person schlälft in einem Rattanbett

Ein Rattanbett ist durch die natürliche Flechtoptik des Materials ein ganz besonderer Blickfang. Das Material hat den Vorteil, dass es robust und gleichzeitig leicht ist. Neben dem Naturstoff Rattan wird auch das synthetische Polyrattan verwendet. Beide lassen sich mit vielen verschiedenen Einrichtungsstilen kombinieren – Polyrattan eignet sich sogar als Möbelstück für drinnen und draußen.

Rattan: ergiebiger Naturstoff

Der Naturstoff, der aus der ostasiatischen Rattanpalme gewonnen wird, ist in Europa seit dem 17. Jahrhundert bekannt und etablierte sich schnell als Ausgangsmaterial für diverse Möbelstücke. Ein weiterer Begriff, der oft in diesem Zusammenhang fällt, ist Peddigrohr. Beide Materialien werden aus den Trieben der Rattanpalme gewonnen. Bei Peddigrohr handelt es sich um das weichere Mark, also um das Innerste des Triebes. Es wird deshalb meist für kleinere Gegenstände wie etwa Körbe verwendet. Bei Rattan bleibt der Stängel der Pflanze bis auf die Außenhaut weitgehend erhalten. Dieses Material eignet sich besser für robuste Möbel – wie zum Beispiel für ein Rattanbett.

Foto: Ein Rattanbett in Frontalansicht.

Wie stabil ist Rattan?

Auf den ersten Blick kann manchmal der Verdacht entstehen, dass Rattanmöbel nicht sehr robust sind. Das Gegenteil ist jedoch der Fall. Das hat mit der Struktur des Naturmaterials zu tun. Im Gegensatz zum optisch ähnlichen Bambus, der innen hohl ist, bleibt Rattan fest im Kern, auch wenn es zu feinen, flechtbaren Strängen geschnitten wird. Das macht es äußerst stabil.

Hochwertige Rattanbetten haben deshalb einige Vorteile gegenüber Modellen aus anderen Materialien. Ein großer Vorteil ist, dass ein Rattanbett bei gleicher Stabilität in der Regel wesentlich leichter ist als ein Bett beispielsweise aus Echtholz oder ein Boxspringbett. Wenn Sie gerne öfter Ihr Schlafzimmer umgestalten und die Möbel neu anordnen, bietet sich ein Rattanbett aufgrund dieser Leichtigkeit an. Dennoch ist leichtes Rattan nicht gleich gutes Rattan, denn Qualität ist nicht in erster Linie am Gewicht erkennbar, sondern an der gesamten Beschaffenheit des Materials.

Rattanbett: Merkmale guter Qualität

Wodurch zeichnet sich gutes Rattan aus? Die Stabilität eines Rattanbetts ergibt sich nicht nur aus der Holzqualität, sondern vor allem daraus, wie die Fasern verflochten sind. Idealerweise ist die Flechtung sehr dicht. Außerdem sollte die Oberfläche des Rattans rundlich und glatt sein. Bei minderwertiger Verarbeitung fühlt sich das Material manchmal rau und brüchig an.

Geteiltes Bild: Zwei unterschiedlich geflochtene Rattanoberflächen.

Gerade bei Rattanbetten kann dies schnell zu einem Problem werden, denn gute Matratzen sind zwar sehr widerstandsfähig, aber dennoch kann sich auch der beste Matratzenbezug auf Dauer an einer rissigen Oberfläche aufreiben. Zudem gestaltet sich die Pflege des Bettrahmens schwieriger, denn in den kleinen Ritzen des Materials sammelt sich schnell Staub an. Deshalb sollten Sie vor der Anschaffung unbedingt testen, wie sich das Material anfühlt.

Ein weiterer Vorteil von Rattanbetten ist, dass sie meist mit einem trockenen Tuch gut sauberzuhalten sind. Bei hartnäckigeren Flecken, können Sie ein Rattanbett alternativ dazu mit einem leicht angefeuchteten Tuch pflegen. Bis zu einem gewissen Grad verfügt Rattan über wasserabweisende Eigenschaften. Chemische Reinigungsmittel und zu viel Wasser sind allerdings schädlich für das Material. Bei zu hoher Feuchtigkeit neigt Rattan dazu, Form und Farbe zu verlieren. Dieser Gefahr können Sie entgegenwirken, wenn Sie gut auf das Raumklima in Ihrem Schlafzimmer achten. Für viele Rattanmöbel werden hohe Preise verlangt. Auch deshalb sollten Sie auf gute Qualität achten, um nicht allzu schnell wieder eine Investition in das Möbelstück tätigen zu müssen.

Wie nachhaltig ist Rattan?

Bei Rattan handelt es sich um einen nachwachsenden Rohstoff. Rattanpalmen wachsen sogar vergleichsweise schnell nach – bereits nach zwei Jahren kann die Palme erstmals geerntet werden. Nach fünf bis sieben Jahren ist sie erneut Reif für die Ernte. Das klingt zunächst sehr nachhaltig. Meist wird Rattan jedoch in Plantagen angebaut, für die großflächig Urwälder abgebrannt werden. Die daraus entstehende Monokultur sorgt dafür, dass die Böden langfristig unfruchtbar werden.

Foto: Nahaufnahme von zwei Händen, die an der Sizfläche eines Rattanstuhls arbeiten.

Zudem wird Rattan importiert und legt einen langen Weg meist aus Südostasien zurück. Das verursacht erhebliche CO2-Emissionen. Die Gewinnung und Verarbeitung von Rattan ist darüber hinaus eine körperlich äußerst anspruchsvolle Tätigkeit. Dies ist ein weiterer Grund, weshalb Sie darauf achten sollten, ein fair produziertes Produkt zu erstehen, das eine gerechte Entlohnung über die ganze Verwertungskette hinweg gewährleistet.

Ist Polyrattan eine gute Alternative?

Eine häufig verwendete Alternative zu natürlichem Rattan ist Polyrattan. Der Kunststoff ist dem Naturstoff nachempfunden und hat dieselben guten Eigenschaften, was Gewicht und auch was die Beständigkeit angeht. Ein Unterschied zum Naturmaterial ist, dass künstlich erzeugtes Rattan wesentlich feuchtigkeitsbeständiger ist. Deswegen wird es häufig für Gartenmöbel verwendet. Das kann beispielsweise für ein Sommerbett im Grünen praktisch sein, denn Polyrattanbetten sind pflegeleicht, wasserabweisend und durch die Leichtigkeit des Materials können sie beliebig im Garten positioniert und wieder verstellt werden.

Foto: Teilaufnahme eines Polyrattanbetts.

Genau wie beim Naturmaterial sind bei Polyrattan die Qualitätsunterschiede ebenfalls erheblich. Grade wenn Sie die Möbel über längere Zeit draußen verwenden wollen, sollten sie beständig und widerstandsfähig sein. Wichtig ist, dass ein Rattanbett für draußen neben Stabilität vor allem UV-Beständigkeit und Wettertauglichkeit bieten sollte. Es ist jedoch gar nicht so leicht, sich darüber zu informieren, wie umfangreich die Produkte getestet wurden. Nur wenige Hersteller bieten Infos zu diesen Qualitäten transparent mit an. Als Indikator gilt hier die ISO 4892. Bei diesem Test werden Kunststoffe UV-bestrahlt und strengen Witterungsverhältnissen ausgesetzt.

Rattanbett: optimal kombinierbar

Wenn Sie bereits über ein Bett verfügen, mit dem Sie zufrieden sind, das Sie aber beispielsweise um ein Kopfteil erweitern wollen, kann Rattan eine gute Option sein, denn Rattan eignet sich hervorragend als Ergänzung für unterschiedliche Betten. Ein Kopfteil aus Rattan kann für einen besonderen optischen Effekt sorgen, etwa im Zusammenspiel mit einem Rahmen aus Echtholz.

Eine weitere gern genutzte Rattan-Bett-Kombination ist die Verwendung von Rattan als Bettkasten. Hier lassen sich ebenfalls die guten Kombinationsmöglichkeiten zwischen Rattan und Echtholz nutzen – egal ob Sie den Rattanbettkasten unter dem Bettrahmen oder als Beisteller hinter dem Fußteil positionieren.

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