Ratgeber

Seersucker: raue Schale, weicher Kern

Foto: Ein Bett mit Seersucker-Bettwäsche in Nahaufnahme

Seersucker setzt sich aus den persischen Wörtern „shir“ und „shakhar“ zusammen. Übersetzt heißt das „Milch und Zucker“. Diese Beschreibung bringt die Eigenschaften des beliebten Materials auf den Punkt: Die Oberfläche des Krepp-Gewebes ist knittrig und weich zugleich. Deshalb eignet sich der Stoff besonders gut für optisch ansprechende und pflegeleichte Bettwäsche.

Aus Indien in die Welt

Textilien aus Seersucker verbreiteten sich ab dem 17. Jahrhundert in Europa und den USA. Den Weg dafür ebneten Handelsbeziehungen zu Indien. Dort hatte sich der atmungsaktive Stoff längst etabliert. In den Südstaaten der USA trat Seersucker schließlich einen wahren Siegeszug an. Als noch keine Klimaanlagen existierten, war der luftige Stoff in dem feuchtwarmen Klima eine Wohltat.

Foto: Foto: Rückenansicht von drei Personen, die mit einem Sakko aus Seersucker bekleidet sind

Bis heute hat das Material in den USA einen hohen Stellenwert als Bekleidung. Der Kongress der Vereinigten Staaten hält sogar einmal im Jahr einen „Seersucker Thursday“ ab. An diesem Tag erscheinen Abgeordnete in entsprechenden Kleidungsstücken. Traditionell findet der Tag im Juni statt und hebt damit die besondere Sommertauglichkeit des Stoffs hervor.

Doch nicht nur als Kleidung wird das Material weltweit verwendet. Die atmungsaktiven und pflegeleichten Eigenschaften von Seersucker werden oft für die Herstellung von Bettwäsche genutzt. Das Ergebnis ist ein Bezug, der hervorragend für den Sommer geeignet ist, den Sie aber auch gut das ganze Jahr über nutzen können.

Seersucker: Wie entsteht der Stoff?

Woraus besteht eigentlich Seersucker? Baumwolle. Das ist zumindest die klassische Antwort auf diese Frage, denn Microfaser oder Baumwollmischungen eignen sich ebenfalls als Grundstoff. Für die charakteristisch kreppartige Oberfläche des Materials ist der Webvorgang verantwortlich. Dieser ist zudem entscheidend für die Qualität. Etabliert haben sich drei Methoden, die sich jeweils unterschiedlich auf die Bettwäsche auswirken.

Foto: Baumwollblüten in Nahaufnahme

Bettwäsche mit der höchsten Qualität entsteht, wenn die Kettfäden beim Weben unterschiedlich stark angespannt werden. Der daraus entstehende Stoff wird als „echter Seersucker“ bezeichnet. Alternativ dazu kann der Knittereffekt durch die Verwendung verschiedener Garne erzeugt werden, die mit unterschiedlicher Spannung auf den Webvorgang reagieren.

Eine preisgünstigere Bettwäsche entsteht, wenn der Krepp-Effekt nicht durch Weben, sondern durch Aufquellen herbeigeführt wird. Das Material wird zu diesem Zweck in Lauge oder andere Substanzen gelegt, die dafür sorgen, dass die Fasern quellen. Das Ergebnis wird als „falscher Seersucker“ bezeichnet. Diese Verarbeitung ist zwar optisch täuschend nah an der „echten“ Variante dran, ein Nachteil kann jedoch sein, dass die Riffelung, die für die Oberflächenstruktur verantwortlich ist, sich mit der Zeit zurückbildet und die Luftzirkulation der Bettwäsche negativ beeinflusst wird.

Das Material ist wesentlich für die Qualität

Um die Bettwäsche ganzjährig nutzen zu können, sollten Sie auf hochwertige Produkte zurückgreifen, beispielsweise aus reiner Baumwolle. Das Material hat den Vorteil, dass es viel Flüssigkeit aufnehmen und wieder abgeben kann. Durch diese Atmungsaktivität bleibt die Bettwäsche im Sommer angenehm trocken und es staut sich keine Hitze unter der Decke. Die Belüftungskanäle, die auf der angerauten Oberfläche entstehen, sorgen dafür, dass der Stoff nie vollständig auf der Haut aufliegt, und fördern die Luftzirkulation auf diese Weise zusätzlich. Deshalb ist die Bettwäsche gut für Personen geeignet, die nachts schnell schwitzen.

Foto: Eine Person, von der Haare und Schulter zu sehen sind, liegt auf einem Bett, das mit einem Laken aus Seersucker überzogen ist

Alternativ zu Baumwolle eignet sich Microfaser als Ausgangsstoff. Hochwertige Bettwäsche aus dem Kunststoff verfügt über eine ähnlich gute Atmungsaktivität wie Baumwolle und ist sehr robust. Ein weiterer Vorteil von Microfaser-Bettwäsche ist, dass sie schnell trocknet. In der Kombination mit den bügelfreien Eigenschaften kann das ein pflegeleichter Vorteil sein – für Bettbezüge und für Seersucker Spannbettlaken. Da hochwertige Seersuckerbettwäsche neben diesem Vorteil noch strapazierfähig und reißfest ist, kann das Material eine Option für Kinderbettwäsche sein.

Das Laken sollte eine sinnvolle Ergänzung zur Bettwäsche sein. Ein hervorragendes Material für Spannbettlaken ist beispielsweise Jersey. Der Stoff, aus dem das BODYGUARD® Jersey-Spannbettlaken besteht, ist das ganze Jahr über gut verwendbar – genau wie Seersucker-Bettwäsche.

Das richtige Programm für die Maschine

Foto: Nahaufnahme einer Programmauswahl einer Waschmaschine

Bei der Waschbarkeit von Bettwäsche aus Seersucker gibt es eine relativ große Bandbreite, was die Vorbereitungen für einen Waschgang etwas komplizierter gestalten kann. Viele Produkte aus dem Material dürfen bei höchstens 40 °C gewaschen werden. Ihre Bettwäsche sollten Sie jedoch unbedingt bei 60 °C waschen. Ab dieser Temperatur werden Hausstaubmilben und Keime zuverlässig abgetötet. Wenn Sie von einer Hausstauballergie betroffen sind, sollten Sie Ihre Bettwäsche einmal wöchentlich maschinell waschen. Ansonsten empfiehlt sich eine Wäsche bei 60 °C etwa alle zwei Wochen. Als Programm eignet sich ein Koch- oder Buntwäscheprogramm. Mit Fein- oder Colorwaschmitteln können Sie in der Regel ein sauberes und materialschonendes Ergebnis erreichen. Für genauere Hinweise zur Pflege der Bettwäsche sollten Sie unbedingt das Wäschezeichen auf dem Produkt beachten. So kann die Bettwäsche lange ihre Form und Funktion behalten.

Was heißt Seersucker auf Deutsch?

Das Material wurde erstmals im 17. Jahrhundert aus Indien nach Europa und in die USA importiert. Der ursprüngliche Begriff „Sirsaka“ setzt sich aus den persischen Wörtern „shir“ und „shakhar“ zusammen und bedeutet übersetzt „Milch und Zucker“.

Was ist Seersucker für ein Stoff?

Seersucker wurde ursprünglich aus Baumwolle hergestellt. Auch heute wird das Naturmaterial noch für die Herstellung verwendet. Alternativ dazu hat sich Microfaser als Ausgangsmaterial etabliert. Entscheidend für das charakteristische Stoffgefühl ist jedoch nicht das Material, sondern der Webvorgang.

Ist Seersucker Bettwäsche warm?

Auf der angerauten Oberfläche der Bettwäsche entstehen Belüftungskanäle, die für eine gute Luftzirkulation sorgen. Deshalb ist sie optimal für den Sommer geeignet. Durch die gute Atmungsaktivität ist sie jedoch ganzjährig verwendbar.

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