Schlafgeschichten

Parasomnie: Wenn der Schlaf zur Strapaze wird

Parasomnien zählen zu den Schlafstörungen. Dieser Überbegriff findet in der Alltagssprache eher wenig Verwendung. Da diverse dieser Phänomene aber durchaus weit verbreitet sind, haben viele Menschen sie schon erlebt oder zumindest von ihnen gehört.

Was versteht man unter Parasomnie?

Parasomnie ist altgriechisch und bedeutet „während dem Schlaf auftretend“. Diese Übersetzung fasst die Definition der spezifischen Schlafstörungen gut zusammen, denn es handelt sich dabei um unerwünschte Phänomene, die sich während des Schlafs bemerkbar machen. Einige davon treten in der REM-Phase auf, in der wir intensiv träumen, andere wiederum außerhalb davon. Man unterscheidet deshalb zwischen REM-Parasomnien und NREM-Parasomnien. Obwohl fast jede Art unangenehm ist, sind die meisten eher harmlos.

Schlafwandeln

Welche Vorgänge sich während des Schlafwandelns im Gehirn abspielen, ist nicht hinreichend erforscht. Schlafwandeln wird zu den Aufwachstörungen gezählt. Denn in diesem Zustand sind gewisse Teile des Gehirns wach und zu Bewegungen oder sprachlichen Äußerungen imstande, andere Hirnregionen befinden sich allerdings noch im Tiefschlaf. Häufig gehen Betroffene im Halbschlaf für mehrere Minuten umher, räumen herum oder bedienen sich am Kühlschrank. Dieser Zustand kann bis zu einer Stunde dauern. Entgegen der Floskel, etwas mit „schlafwandlerischer Sicherheit“ zu tun, kann Somnambulismus, wie diese Parasomnie wissenschaftlich genannt wird, zur ernsthaften Gefahr werden. Das Risiko sich zu verletzen ist erhöht, vor allem, wenn sich Schlafwandelnde ans Steuer setzen.

Bruxismus

Bruxismus bedeutet Zähneknirschen. Dies kann sowohl im Wach- als auch im Schlafzustand auftreten. Der sogenannte Schlafbruxismus wird zu den Parasomnien gezählt. Hierbei kann es zu unwillkürlichen Bewegungen der Kaumuskulatur kommen. Häufig pressen Betroffene die Zahnreihen aufeinander oder reiben sie aneinander. Bruxismus kann sich auf Dauer ungünstig auf Zahnschmelz und auf das Zahnbein auswirken. Deshalb ist es empfehlenswert, ärztlichen Rat einzuholen, wenn Sie chronisch an Zähneknirschen leiden. Als Ursachen für Bruxismus können unter anderem Stress oder eine Störung des Nervensystems infrage kommen.

Somniloquie

Unter dem etwas kompliziert klingenden Begriff Somniloquie verbirgt sich etwas, was sehr häufig vorkommt: Reden im Schlaf. Diese Parasomnie, die in der Regel harmlos ist, äußert sich dadurch, dass Betroffene meist während der REM-Phase Sprachfetzen von sich geben. Das Gesagte ist nicht immer verständlich, was auch daran liegt, dass die Sprachmuskulatur während einer Somnilopuie entspannt ist. Begünstigend auf dieses Phänomen können sich später Alkohol- und Koffeinkonsum, Stress und Fieber auswirken.

Albträume

Auch Albträume werden zu den Parasomnien gezählt. Bei diesem Phänomen, das wohl die meisten kennen, werden bedrohliche Situationen im REM-Schlaf täuschend real durchlebt. Oft können sich Personen nach Albträumen daran erinnern – gelegentlich so intensiv, dass danach an Schlaf nicht mehr zu denken ist und die Nachtruhe alles andere als erholsam wird.

Schlaflähmung

Ein Phänomen, das ebenfalls weit verbreitet ist, ist die Schlaflähmung, auch Schlafparalyse genannt. Bei dieser Parasomnie sind Betroffene bereits vollständig erwacht, können jedoch ihre Gliedmaßen nicht bewegen und nicht sprechen. Dieser Zustand, der mit Halluzinationen einhergehen kann, wird als äußerst bedrohlich empfunden. In der Regel dauert eine Schlaflähmung mehrere Minuten und ist abgesehen von den negativen Auswirkungen auf den Erholungseffekt harmlos. Falls Sie jedoch öfter eine Schlafparalyse an sich beobachten, sollten Sie ärztlichen Rat einholen.

Schlaftrunkenheit

Der Begriff Schlaftrunkenheit ist weit verbreitet. Umgangssprachlich wird die Phase kurz nach dem Aufstehen so bezeichnet. Der wissenschaftlichen Definition nach ist diese Parasomnie ein Zustand der Orientierungslosigkeit und Verwirrtheit, der bis zu 30 Minuten nach dem Aufwachen anhält. Konfuse Handlungen und aggressive Ausbrüche sind in diesem Zeitraum häufig zu beobachten. Deshalb sollten Sie Schlaftrunkenheit medizinisch abklären lassen, falls Sie intensive Symptome über einen längeren Zeitraum beobachten.

Nachtschreck (Pavor nocturnus)

Diese Parasomnie wird auch als Schlafterror bezeichnet. Sie äußert sich dadurch, dass sich Betroffene plötzlich aufrichten und einen Schrei ausstoßen. Dabei reißen die Personen, die den Schlafterror durchleben, oft die Augen weit auf und atmen laut und schnell. Der Puls kann während eines Pavor nocturnus erheblich beschleunigt sein. Gegenmaßnahmen für schnelle Entspannung können Ihnen dabei helfen, nach einem Nachtschreck wieder in die Erholung zu finden. Dazu zählen Atem- oder Meditationsübungen.

Beinkrämpfe nachts

Bei einigen Personen kommt es vor, dass sich während des Schlafs die Bein- oder Wadenmuskulatur verkrampft. Diese sind oft sehr schmerzhaft, in den meisten Fällen jedoch harmlos. Ein wirksames Akutmittel dagegen können Dehnübungen sein. Zur Vorsorge kann es helfen, auf koffeinhaltige Getränke zu verzichten. Grundsätzlich kann eine wirkungsvolle Prophylaxe sein, wenn Sie sich tagsüber viel bewegen.

Bettnässen

Diese Parasomnie, die wissenschaftlich Enuresis genannt wird, tritt einigermaßen häufig auf. Es wird vermutet, dass etwa 5 % der Kinder phasenweise oder chronisch ihre Blase unfreiwillig nachts im Bett entleeren. Als Sofortmaßnahme kann eine Inkontinenzauflage helfen. Empfehlenswert ist jedoch eine genaue medizinische Abklärung. Wenn keine organische Ursache zugrunde liegt, gibt es Verhaltenstherapien, die gute Wirksamkeit gegen Bettnässen zeigen.

Überlappungs-Parasomnie

Manchmal kann man Schlafstörungen nicht genau voneinander abgrenzen oder sie laufen ineinander über. Dann spricht man von einer Überlappungs-Parasomnie. Beispielsweise können Schlafwandeln und Albträume parallel zueinander auftreten. Auch in diesen Fällen ist eine genaue Beobachtung ratsam und eine medizinische Abklärung sinnvoll, falls die Phänomene chronisch auftreten.

Wie kann ich mit einer Parasomnie umgehen?

Ein allgemeingültiges Rezept, um Schlafstörungen zu vermeiden, gibt es nicht, dennoch existieren viele Methoden für eine wirkungsvolle Prophylaxe. Eine wichtige Grundlage für eine erholsame Nacht ist, wenn Sie auf eine gute Schlafhygiene achten.

  • Für einen guten und erholsamen Schlaf spielt die Matratze eine zentrale Rolle. Nur wenn sie über gute ergonomische Eigenschaften verfügt, kann sie Ihnen als erholsame Liegefläche dienen. Die BODYGUARD® Matratze weist durch ihre hervorragende Ergonomie und die beiden Härtegrade mittelfest und fester sehr flexible Liegeeigenschaften auf.
  • Ein regelmäßiger Tag- Nacht-Rhythmus kann förderlich für Ihren nächtlichen Erholungseffekt sein und Parasomnien vorbeugen. Sie sollten also jeden Tag etwa zur selben Zeit ins Bett gehen und aufstehen.
  • Tagsüber auf ausreichend Bewegung achten beziehungsweise Sport betreiben, kann sich sehr günstig auf die Qualität Ihrer Nachtruhe auswirken.
  • Grundsätzlich kann ein Powernap oder ein Mittagsschlaf erholsam sein. Hierbei ist jedoch auf den richtigen Umfang zu achten. Wenn Sie tagsüber zu lange schlafen, kann sich dies ungünstig auf die Nachtruhe auswirken und Schlafstörungen sogar begünstigen.
  • Alkohol vor dem Schlafengehen ist keine gute Idee. Auf koffeinhaltige Getränke sollten Sie ebenfalls spät am Tag verzichten. Beides kann den Nachtschlaf ungünstig beeinflussen.
  • Einige Medikamente können Schlafstörungen fördern. Sie sollten, wenn Sie Medikamente verordnet bekommen und Parasomnien bei sich beobachten, unbedingt ärztliche Rücksprache halten.
  • Falls eine Schlafstörung chronisch und stark beeinträchtigend wird, gibt es Möglichkeiten, mit Medikamenten entgegenzuwirken. Allerdings sollte dies streng unter ärztlicher Kontrolle erfolgen. Mittel der Wahl ist häufig Clonazepam. Dabei handelt es sich um ein Muskelrelaxans aus der Substanzklasse der Benzodiazepine. Diese Mittel bergen ein erhebliches Abhängigkeitspotential und sollten deshalb nur kurzzeitig eingenommen werden.
  • Alternativ dazu könnte eine Behandlung mit trizyklischen Antidepressiva Linderung verschaffen. Medikamente wirken bei Schlafstörungen jedoch nie direkt an der Ursache, sondern helfen, die Symptome erträglicher zu machen.
  • Eine weitere Option kann die Gabe von Melatonin sein. Dieses Hormon, das auch als Schlafhormon bezeichnet wird, wird im menschlichen Körper produziert. Zur Steigerung der Produktion steht Melatonin als Nahrungsergänzungsmittel zur Verfügung.
  • Ein guter Weg, eine Parasomnie zu verstehen und in den Griff zu bekommen, kann ein Schlaftagebuch sein. Zwar ist es nicht immer leicht, Schlafstörungen zu protokollieren, denn teilweise erinnern sich Betroffene nicht mehr an den Verlauf, aber zumindest lässt sich gut dokumentieren, wann man zu Bett gegangen ist und ob und in welchen Phasen der Schlaf unterbrochen war. So können Sie die Intensität einer Schlafstörung besser greifen und eine Parasomnie, so einschüchternd sie scheinen mag, kann ihre Bedrohlichkeit verlieren.

Wie entsteht Parasomnie?

Die Ursachen für Parasomnien können sehr unterschiedlich sein. Es können psychische Faktoren wie Stress eine Rolle spielen. Möglich ist jedoch auch, dass sich diese Schlafstörungen aufgrund von Nebenwirkungen einer Medikation oder als Begleiterscheinung einer Erkrankung bilden.

Wann tritt Parasomnie auf?

Der Begriff Parasomnie stammt aus dem Altgriechischen. Wörtlich übersetzt bedeutet er: „während dem Schlaf auftretend.“ Es handelt sich bei diesen Schlafstörungen also um unerwünschte Phänomene, die sich während der nächtlichen Erholungsphase zeigen.

Was hilft gegen Parasomnie?

Ein allgemeingültiges Rezept, um Schlafstörungen zu vermeiden, gibt es nicht, dennoch existieren viele Methoden für eine wirkungsvolle Prophylaxe. Eine wichtige Grundlage für eine erholsame Nacht ist, auf eine gute Schlafhygiene zu achten. Dazu zählen unter anderem eine hochwertige Matratze und ein angenehmes Klima im Schlafzimmer.

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