Glossar

Das Laken – von Ägypten in die Welt

Illustration: Eine Bettkante; über die Matratze ist ein Laken gezogen, das Falten wirft.

Obwohl sich die Schlafgewohnheiten von Land zu Land teils stark unterscheiden, findet sich in nahezu jedem Bett ein Laken. Es liegt meist als oberste Schicht über Matratze und gegebenenfalls Topper. Neben Bettdecke und Kissen haben wir damit am meisten Kontakt beim Schlafen. Aussehen und Hautgefühl sind beim Laken also ganz entscheidend für den Wohlfühlfaktor. Seit jeher werden Laken aus Leinen gefertigt – daher auch die alternative Bezeichnung Leintuch. In vielen Teilen Deutschlands, vor allem aber in der Schweiz spricht man dagegen von einem Betttuch.

Das Laken im Wandel der Zeit

Der deutsche Begriff „Laken“ stammt vom altsächsischen Wort „lakan“ (Tuch) ab. Die altsächsische Sprache wurde zwischen dem 9. und 12. Jahrhundert von den Sachsen und den Angeln gesprochen. Das Laken selbst ist aber wohl noch deutlich älter. Angeblich haben die alten Ägypter erstmals ein Betttuch hergestellt und verwendet – aus Leinen, das aus der Flachspflanze gewonnen wird. Auch heute noch ist das echte Leintuch verbreitet, es gibt aber inzwischen etliche Alternativen mit jeweils anderen Materialeigenschaften. Seit der Industrialisierung der Baumwollherstellung im 19. Jahrhundert handelt es sich dabei vor allem um Weiterverarbeitungen von Baumwolle. So wird beim BODYGUARD® Jersey-Spannbettlaken für maximalen Komfort und Atmungsaktivität ein Gemisch aus 96 % Baumwolle und 4 % Elastan eingesetzt.

Das zusammengerollte BODYGUARD® Jersey-Spannbettlaken

BODYGUARD® Jersey-Spannbettlaken

Das Laken weltweit

Laken sind auf der ganzen Welt verbreitet, aber nicht überall gleich. Allein schon wegen der teils sehr unterschiedlichen Matratzengrößen gibt es weltweit unzählige Standardmaße. Wer seine Laken mit ins Ausland umziehen will, sollte sich vorher schlau machen. Ein zu großes klassisches Betttuch stellt kein Problem dar, kann es doch unter der Matratze eingeschlagen werden. Zu klein sollte es aber nicht sein, ansonsten verrutscht es schon mal mitten in der Nacht. Mindestens 30 bis 50 cm sollte ein klassisches Betttuch breiter beziehungsweise länger als die Matratze sein.

Foto: Ein bezogenes Bett über dem ein zweites Laken liegt.

In einigen Ländern, wie etwa den USA, werden zum Schlafen sogar zwei Laken verwendet. Eines kommt auf die Matratze, das andere unter die Bettdecke. Denn in der Regel wird die Bettdecke selbst nicht bezogen, das zweite Laken, das Flat-Sheet, ersetzt den Bettdeckenbezug. Decke und Flat-Sheet werden wie das eigentliche Betttuch am Fußende unter die Matratze gefaltet.

Weil die Verzierungen auf original japanischen Futons meist sehr kunstvoll gestaltet sind und die Besitzer diese nicht verdecken wollen, existieren in Japan für Futons spezielle Laken mit Sichtfenster. Das Sichtfenster in der Mitte besteht aus einem Gittergewebe, welches einen Blick auf den Futon ermöglicht. Das ist schön anzusehen, dürfte den Futon aber nicht ganz so gut vor Schweiß und Hautschuppen schützen, wie ein konventionelles Betttuch.

Welche Laken es gibt und wofür sie geeignet sind

Foto: Ein ungemachtes Bett, bei dem das Laken verrutscht ist.

Das klassische Laken – ohne Gummizug

Abgesehen von der Materialzusammensetzung hat sich beim klassischen Betttuch seit den alten Ägyptern nicht mehr viel verändert. Im Grunde handelt es sich dabei um ein einfaches Baumwolltuch, vereinzelt auch um ein Leintuch, welches vollkommen ohne Gummizug oder sonstige Haltevorrichtungen auskommt. Um es auf der Matratze anzubringen, ist eine spezielle Falttechnik notwendig oder ein Lakenspanner, der es unter der Matratze fixiert. Weil das im Alltag eher unpraktisch ist, findet man das klassische Laken in Privathaushalten heute immer seltener.

Im Hotel, im Krankenhaus oder in Pflegeeinrichtungen ist es dagegen nach wie vor erste Wahl. Denn es kann in der Regel nicht nur heiß gewaschen, sondern sogar ausgekocht werden – für die strengen Hygieneauflagen in der Pflege ein Vorteil. Darüber hinaus lässt es sich schnell zusammenlegen und verstauen. Geübte Hände können es ebenso schnell auf der Matratze anbringen. Alles in allem ist das klassische Betttuch im Großbetrieb die wirtschaftlichere Lösung.

Das Spannbettlaken – mit Gummizug

Foto: Zwei Hände ziehen ein Spannbettlaken über eine Matratzenecke.

Das Spannbettlaken mit Gummizug wurde erst Ende der Siebzigerjahre in Portugal entwickelt, ist mittlerweile aber Standard in den meisten europäischen Haushalten. Dank Gummizug lässt sich dieses Laken sehr leicht auf der Matratze befestigen – vorausgesetzt es hat die richtige Größe. Meist wird eine Lakengröße für verschiedene Matratzengrößen angeboten. Das ist bei einer Lakengröße für zwei ähnliche Matratzengrößen auch durchaus sinnvoll, soll es aber für mehr Matratzengrößen passen, kann die Rechnung nicht aufgehen. Die Gefahr besteht, dass das Laken dann bei der kleinsten Größe zu locker und bei der größten Größe zu straff sitzt. Neben Länge und Breite spielt auch die Steghöhe eine entscheidende Rolle für den perfekten Halt. Egal welche Größe, Spannbettlaken falten gestaltet sich immer schwierig, wenn man nicht weiß wie.

Auch im Privathaushalt sollte die Waschbarkeit bedacht werden. Auskochen muss man Spannbettlaken zwar nicht, das könnte dem Gummizug schaden, doch bei 60 Grad sollten sie sich waschen lassen. Denn erst ab 60 Grad werden Hausstaubmilben und Keime abgetötet.

Das Stecklaken – bietet Schutz bei Inkontinenz

Illustration: ein Stecklaken; ein wasserdichtes Laken für den Beckenbereich

Beim Stecklaken handelt es sich um ein wasserdichtes Laken für den Beckenbereich, auch bekannt als Inkontinenzauflage. Das Stecklaken ersetzt nie das eigentliche Betttuch, sondern bietet zusätzlichen Schutz bei Inkontinenz. Stecklaken bestehen aus einer oberen sehr saugfähigen Stoffschicht, die Flüssigkeit aufnehmen kann, und unten aus einer wasserdichten Schicht, die die Matratze vor Nässe schützt.

Laken oder Spannbettlaken?

Zuhause ist das Spannbettlaken zweifelsohne die praktischere Wahl. Passen Breite, Länge und Steghöhe zur Matratze, wird das Beziehen ein Leichtes und Sorgen um nächtliches Verrutschen muss man sich keine machen. Das Zusammenlegen eines Spannbettlakens ist zwar etwas aufwendiger als bei einem klassischen Betttuch, doch selbst bei häufigem Wechsel dürfte dieser minimale Mehraufwand in einem Privathaushalt nicht ins Gewicht fallen.

Das Anbringen eines klassischen Betttuchs bedarf etwas Übung, damit es nicht verrutscht. Selbst wer die Technik draufhat, sollte damit rechnen, dass es nach einer unruhigen Nacht erneut glattgestrichen und unter die Matratze gefaltet werden muss. Diesen Aufwand wollen heute nur noch die wenigsten in Kauf nehmen. Wer auf Spannbettlaken umsteigt, kann für die alten Laken diverse praktische Verwendungsmöglichkeiten finden. Sie können zum Beispiel hervorragend zur Tischdecke umfunktioniert werden oder als Überwurf fürs Sofa dienen. Mit einer Schere und etwas Geschick können darüber hinaus diverse Kostüme angefertigt werden.

 

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