Schlafgeschichten

Endlich schlafen – der Ratgeber von Stiftung Warentest

Foto: Fünf Schafe gucken, den Kopf leicht schräg, in die Kamera.

Auch wenn die Wissenschaft das Schlafen noch nicht vollständig erforscht hat, sind sich Experten einig: Erholsamer Schlaf ist enorm wichtig für die Gesundheit und unser Wohlempfinden. Der Ratgeber der Stiftung Warentest „Endlich schlafen“ widmet dem Thema einen ersten Rundum-Blick.

Schäfchen zählen war gestern – neben der richtigen Matratze braucht es für guten Schlaf vor allem eines: Selbstdisziplin. Diesen Eindruck bekommt man zumindest, wenn man den Ratgeber „Endlich schlafen“ der Stiftung Warentest liest. Die Journalistin und Diplom-Psychologin Jana Hauschild versucht darin, nahezu alle relevanten Themen rund ums Schlafen und damit verbundene Probleme abzubilden – und das ist ihr gelungen. Wenngleich es auf 176 Seiten natürlich nicht möglich ist, allzu sehr in die Tiefe zu gehen.

Ein Buch für Übermüdete, Schlaflose und Schlafoptimierer

Foto: Eine Person liegt im abgedunkelten Schlafzimmer und schaut in ihr hell erleuchtetes Smartphone.Das Buch richtet sich an jene, die sich mit der Thematik noch nicht weiter auseinandergesetzt haben. Und an die, denen das Lesen unzähliger wissenschaftlicher Artikel zum Thema zu viel ist und die sich schnell einen fundierten Überblick verschaffen möchten. In den sieben Hauptkapiteln bleibt die Autorin nah an der alltäglichen Realität der Verbraucher. Sie erklärt nicht einfach nur, dass das Licht von Smartphones oder Tablets vor dem Zubettgehen schlecht ist. In einem leicht verdaulichen Absatz erfährt der Leser die Gründe dafür: Wie Forscher der Harvard Medical School in einer Studie herausgefunden haben, verzögert sich dadurch die Ausschüttung des für die Müdigkeit verantwortlichen Schlafhormons Melatonin. Die Folge: Man schläft später ein und träumt weniger.

Auch kuriose und teils erheiternde Tipps haben ihren Weg ins Buch „Endlich schlafen“ gefunden. Zum Beispiel, dass regelmäßiges Didgeridoo spielen gegen Schnarchen helfen soll. Das sei zwar nicht wissenschaftlich belegt, die Wirksamkeit von Schnarchsprays oder -ölen und -tropfen aus der Apotheke jedoch genauso wenig. Das letzte Kapitel widmet die Autorin den Arzneimitteln. Auf rund 20 Seiten erfährt der Leser Grundlegendes über die verwendeten Präparate der modernen Medizin. Dabei wird auf rezeptfreie wie auch auf verschreibungspflichtige Medikamente eingegangen. Wie so oft im Buch, erklärt eine Infobox, wie viele Schlafmittel die Deutschen durchschnittlich verbrauchen.

Gespickt mit Infoboxen und Checklisten

Foto: Ausschnitt einer Checkliste mit grünen Haken und einem roten Kreuz. Daneben liegt ein Stift.Das Layout des Buches ist im typischen Ratgeber-Stil gehalten. Selten trifft der Leser auf eine Seite, die nicht durch eine Infobox oder eine Checkliste aufgelockert wird. Die Checklisten fassen die Informationen zu einem Thema stichpunktartig zusammen und helfen dem Leser bei einer ersten Selbstdiagnose. So lässt sich etwa herausfinden, ob man ein Eulen- oder Lerchentyp ist – also eher morgens oder abends aktiv ist. Auch ob man womöglich eine Depression hat oder Stress der Grund für die Schlafstörungen sein könnte, erfährt man mit Hilfe der Checklisten.

Dabei versucht das Buch keinesfalls, den Gang zum Arzt zu ersetzen, ganz im Gegenteil. Trotz vieler Möglichkeiten zur Selbstdiagnose, versteht sich das Buch als eine Art Anleitung zur richtigen Herangehensweise bei der Problemlösung. So geht es in einem Kapitel ausschließlich um das Thema „Hilfe beim Profi finden“. Darin wird nicht nur erklärt, welcher Arzt für welches Krankheitsbild zuständig ist, sondern auch, was einen erwartet. Eine detaillierte Beschreibung der Vorgänge in einem Schlaflabor könnte Menschen die Hemmungen nehmen, die sonst vielleicht keine professionelle Hilfe in Anspruch nehmen würden.

Schlafexperte werden – Hilfe zur Selbsthilfe

Foto: Ein großer Vollmond am Sternenhimmel. Unten türmen sich Wolken.Alles in allem bleibt der Ratgeber „Endlich schlafen“ eine zugängliche Anleitung zur Selbsthilfe. Wer es von vorne bis hinten durchliest, ist am Ende selbst ein Schlafexperte – ein kleiner zumindest. Wer möchte, kann das Buch auch einfach als Nachschlagewerk nutzen und sich die entsprechenden Informationen bei Bedarf heraussuchen. Hierzu kann das übersichtliche Inhalts- und Stichwortverzeichnis genutzt werden.

Beim Lesen von Kapitel zu Kapitel ist ein klein wenig Aufmerksamkeit gefordert, da man aufgrund der vielen Einschübe, Bilder, Checklisten und Infoboxen manchmal den Überblick verliert. Es kann passieren, dass der Text mitten im Satz auf der einen Seite abbricht und man erst ein paar Seiten später wieder Anschluss findet. Das jedoch sind Kleinigkeiten in einem sehr informativen und einsteigerfreundlichen Ratgeber. Wie erwähnt, richtet sich „Endlich schlafen“ an Laien. Wer sich schon länger und intensiver mit Schlafthemen auseinandersetzt, dem werden die meisten Infos bereits bekannt sein.

Endlich schlafen: Der Ratgeber für einen erholsamen Schlaf
Von Jana Hauschild
Hrsg.: Stiftung Warentest
176 Seiten
Preis: 19,90 Euro (Taschenbuch) / 14,99 Euro (PDF, ePub)
ISBN: 978-3-86851-154-3 / Link zum Buch

Endlich schlafen im Fokus der Eulenwertung

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